Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv erwähnen kann ich das kostenlose Mittagessen. Allerdings wurde dieses wiederholt als Argument dafür verwendet, wie gut wir es angeblich hätten und dass andere Auszubildende weniger bekämen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Während ungefähr drei Vierteln meiner einjährigen Ausbildungszeit habe ich nicht programmiert. Stattdessen erledigte ich überwiegend ausbildungsfremde Tätigkeiten wie Schrauben sortieren, Werkzeuge aufräumen und allgemeine Lagerarbeiten. Eine strukturierte Vermittlung der Ausbildungsinhalte fand nicht statt.
Als wir ansprachen, dass wir mehr programmieren und fachlich lernen möchten, wurde uns „Nachhilfe“ außerhalb der Arbeits- und Ausbildungszeit angeboten. Im Arbeitsalltag änderte sich anschließend nichts.
Zusätzlich wurden die ursprünglich zugesagte Gleitzeit nachträglich eingeschränkt und die Urlaubsfreigabe mit der Eintragung in einen teilweise vier Monate im Voraus geplanten Notdienstplan verknüpft.
Auch das abschließende Arbeitszeugnis fiel aus meiner Sicht trotz meiner Bemühungen und zuverlässigen Mitarbeit deutlich schlechter aus, als es meinen tatsächlichen Leistungen entsprach. Eine nachvollziehbare Begründung dafür erhielt ich nicht.
Verbesserungsvorschläge
Es braucht eine zuverlässig erreichbare Ausbildungsperson, die fachliche Inhalte tatsächlich während der Ausbildungszeit vermittelt. Regelmäßige Lern- und Feedbacktermine, klar geplante Projekte und überwiegend berufsspezifische Programmieraufgaben sollten selbstverständlich sein.
Außerdem wären eine transparente Arbeitszeit-, Urlaubs- und Notdienstplanung, ein ernsthafter Umgang mit Kritik sowie eine faire und nachvollziehbare Beurteilung der geleisteten Arbeit notwendig.
Arbeitsatmosphäre
Wenn wir Kritik an der Ausbildung äußerten, wurde unsere Situation aus meiner Sicht eher relativiert als ernst genommen. Beispielsweise wurde wiederholt auf das kostenlose Mittagessen und auf angeblich schlechtere Ausbildungsbedingungen der Geschäftsleitung vor mehreren Jahrzehnten verwiesen. Auch die Verknüpfung von Urlaub und Notdienstplanung empfand ich als erheblichen Druck.
Karrierechancen
Zu möglichen Übernahmechancen kann ich keine Aussage treffen. Für meine persönliche fachliche Entwicklung sah ich jedoch kaum Perspektiven, da ich nach ungefähr einem Jahr nur sehr wenig für meinen Ausbildungsberuf gelernt hatte. Weil ich befürchtete, das Ausbildungsziel dort nicht erreichen zu können, wechselte ich schließlich den Betrieb.
Arbeitszeiten
Vor Beginn der Ausbildung wurde mir Gleitzeit zugesagt. Nach ungefähr zwei bis drei Monaten wurde jedoch festgelegt, dass von uns beiden Auszubildenden immer eine Person bis 17:30 Uhr anwesend sein musste. Dadurch war die zugesagte Flexibilität mindestens jeden zweiten Tag deutlich eingeschränkt.
Zusätzlich mussten wir uns plötzlich in einen teilweise bis zu vier Monate im Voraus geplanten Notdienstplan eintragen. Uns wurde mitgeteilt, dass unser Urlaub andernfalls nicht genehmigt werde.
Ausbildungsvergütung
Die Ausbildungsvergütung war nicht normal. Nicht schlecht aber auch nicht besonders gut.
Die Ausbilder
Eine strukturierte fachliche Ausbildung gab es nach meiner Erfahrung nicht. Regelmäßige Lerntermine, Erklärungen oder eine nachvollziehbare Vermittlung der Ausbildungsinhalte fanden nicht statt. Der zuständige Ausbilder war häufig nicht erreichbar. Wenn ich Unterstützung benötigte, erhielt ich häufig unklare Antworten. Zudem kam es vor, dass ich eine Aufgabe entsprechend einer ausdrücklichen Anweisung bearbeitete, später jedoch eine völlig andere Umsetzung erwartet wurde.
Als wir den fehlenden Programmieranteil ansprachen, wurde uns zusätzlicher Unterricht beziehungsweise „Nachhilfe“ in unserer Freizeit angeboten. Nach meinem Verständnis sollte dies ausdrücklich nicht als Arbeits- oder Ausbildungszeit gelten. An der fehlenden Betreuung während der regulären Ausbildungszeit änderte sich nichts.
Spaßfaktor
Der Spaßfaktor war für mich sehr gering, da ich kaum die Möglichkeit bekam, meinen eigentlichen Ausbildungsberuf praktisch zu erlernen. Über lange Zeit programmierte ich überhaupt nicht und erledigte stattdessen überwiegend fachfremde Tätigkeiten. Dadurch fehlten mir sowohl Motivation als auch das Gefühl, mich fachlich weiterzuentwickeln.
Aufgaben/Tätigkeiten
Während schätzungsweise drei Vierteln meiner Zeit im Betrieb habe ich nicht programmiert. Mein Arbeitsalltag bestand über längere Zeit hauptsächlich aus dem Sortieren von Schrauben, dem Aufräumen von Werkzeugen und allgemeinen Lagerarbeiten. Diese Tätigkeiten waren kein gelegentlicher Nebenbestandteil, sondern nahmen einen erheblichen Teil meiner Ausbildungszeit ein.
Variation
In Bezug auf meinen eigentlichen Ausbildungsberuf gab es nur wenig sinnvolle Abwechslung. Die wenigen Programmierprojekte waren häufig nicht klar geplant. Anforderungen wurden teilweise während laufender Projekte vollständig verändert und Inhalte bestehender Pflichtenhefte ohne vorherige Absprache angepasst. Dadurch wurde bereits geleistete Arbeit teilweise unbrauchbar und es fehlten verlässliche Lernziele.
Respekt
Meine Hinweise auf die fehlenden Ausbildungsinhalte führten aus meiner Sicht zu keiner ernsthaften Verbesserung. Stattdessen wurde die Situation häufig relativiert. Enttäuschend war außerdem, dass mein abschließendes Arbeitszeugnis aus meiner Sicht deutlich schlechter ausfiel, als es meinem Einsatz und meiner zuverlässigen Mitarbeit entsprach, ohne dass ich dafür eine nachvollziehbare Begründung erhielt.