Wer seine Mitarbeiter nicht wertschätzt, darf sich über hohe Fluktuation nicht wundern
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Gehalt ist immer pünktlich. Leider fällt mir weiter nichts Positives ein, was ich an diesem Arbeitgeber hervorheben könnte
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Besonders negativ finde ich, dass Kritik und Unzufriedenheit offenbar nicht erwünscht sind. Spricht man Probleme offen an, wird einem schnell nahegelegt, sich doch einen anderen Job zu suchen, anstatt gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Bekommt die Disposition allerdings mit, dass man sich anderweitig bewirbt oder über einen Arbeitgeberwechsel nachdenkt, wird man offenbar schnell zum Gespräch gebeten, um sich dafür zu erklären. Statt einmal zu hinterfragen, warum Mitarbeiter überhaupt wechseln möchten, entsteht eher das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen.
Fehlende Wertschätzung, mangelnder Respekt gegenüber den Fahrern, schlechte Kommunikation, widersprüchliche Anweisungen und unnötiger Stress prägen den Arbeitsalltag. Hinzu kommen mangelnde Einarbeitung, teilweise defekte LKWs und Arbeitsmaterialien sowie ein fragwürdiger Umgang mit Mitarbeitern.
In der Disposition scheint oft jeder das Sagen haben zu wollen, während die Fahrer die Konsequenzen tragen müssen. Wer sich mit den richtigen Leuten gutstellt, scheint besser dazustehen als jemand, der offen seine Meinung sagt. Statt Probleme ernst zu nehmen, wird lieber weggeschaut.
Dabei sollte man nicht vergessen, dass es die Fahrer sind, die täglich dafür sorgen, dass der Betrieb überhaupt läuft. Bei solchen Arbeitsbedingungen fällt einem die Entscheidung, den Arbeitgeber zu wechseln, wirklich nicht schwer, sobald sich eine bessere Möglichkeit bietet.
Und dann braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn die Fahrer reihenweise das Unternehmen verlassen.
Wertschätzung und ein vernünftiger Umgang mit den Mitarbeitern sehen für mich anders aus.
Verbesserungsvorschläge
Vielleicht sollte sich die oberste Führungsebene endlich einmal genauer anschauen, was in der Disposition tatsächlich schiefläuft. Vor allem sollten die Fahrer mit ihren Sorgen, Beschwerden und ihrer Unzufriedenheit ernst genommen werden. Ohne die Fahrer läuft schließlich nichts. Mehr Wertschätzung, klare Strukturen, ein respektvoller Umgang, eine vernünftige und gründliche Einarbeitung neuer Mitarbeiter sowie funktionierende LKWs und intaktes Arbeitsmaterial wären ein guter Anfang.
Arbeitsatmosphäre
Kein respektvolles Miteinander, schlechte Stimmung und unnötiger Stress. Ein angenehmes Arbeitsklima sieht anders aus.
Kommunikation
Keine klaren Strukturen, widersprüchliche Aussagen und mangelnde Absprachen. Jeder sagt etwas anderes, eine einheitliche Kommunikation ist kaum vorhanden.
Kollegenzusammenhalt
Entweder man versteht sich untereinander oder es wird hinter dem Rücken über andere hergezogen. Alle meckern, aber kaum jemand traut sich, Probleme offen anzusprechen.
Work-Life-Balance
Work-Life-Balance ist praktisch nicht vorhanden. Es wird gearbeitet bis zum Umfallen, auf das Privatleben und die Erholung der Mitarbeiter wird kaum Rücksicht genommen
Vorgesetztenverhalten
In der Disposition fühlt sich gefühlt jeder als Chef. Klare Hierarchien fehlen, stattdessen wird übereinander gelästert. Fahrer werden von oben herab behandelt und kaum wertgeschätzt. Hauptsache, man schmeichelt der Führungsebene und stellt sich mit den richtigen Leuten gut. Fachliche Kompetenz und respektvoller Umgang scheinen dabei zweitrangig zu sein. Professionelles Vorgesetztenverhalten sieht anders aus.
Interessante Aufgaben
Keine interessanten oder abwechslungsreichen Aufgaben. Der Arbeitsalltag ist eintönig und bietet kaum Abwechslung.
Gleichberechtigung
Von Gleichberechtigung kann meiner Erfahrung nach keine Rede sein. Es wird deutlich mit zweierlei Maß gemessen – je nachdem, wie gut man sich mit den richtigen Leuten stellt.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kollegen ist meiner Meinung nach unfair und wenig wertschätzend. Hauptsache, die Leistung stimmt. Es wird gearbeitet, bis man nicht mehr kann. Kollegialität sieht anders aus.
Arbeitsbedingungen
Wenn die Arbeitsmittel und die Technik mal zuverlässig funktionieren würden oder wenigstens alles heil wäre, wäre das schon ein Fortschritt. Defekte und ständige Probleme erschweren den Arbeitsalltag unnötig.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Zum Thema Umweltbewusstsein kann ich nur sagen: Schaut euch im Sommer einfach mal den Betriebshof an. Das spricht für sich.
Gehalt/Benefits
Da das Unternehmen nicht mehr tarifgebunden ist, bleiben entsprechende Gehaltserhöhungen aus, während Mitarbeiter anderer großer, tarifgebundener Unternehmen regelmäßig von Lohnsteigerungen profitieren. Auch zusätzliche finanzielle Leistungen und Beihilfen waren in den vergangenen Jahren eher spärlich gesät. Die immer wieder beworbene Prämie ist meiner Meinung nach ein schlechter Witz, da die Berechnungsgrundlagen weder offen noch transparent kommuniziert werden. Für die Mitarbeiter ist kaum nachvollziehbar, wie die Werte zustande kommen und sich die Prämie letztendlich zusammensetzt. Insgesamt lassen Gehalt und Benefits deutlich zu wünschen übrig.
Image
Früher war es nicht einfach, dort eine Stelle zu bekommen, und man konnte stolz darauf sein, dort zu arbeiten. Mitarbeiter wurden wertgeschätzt. Heute wird man teilweise ausgelacht, wenn man erzählt, für wen man fährt. Das Image hat meiner Meinung nach massiv gelitten.
Karriere/Weiterbildung
Karrieremöglichkeiten sind praktisch nicht vorhanden. Die gesetzlich vorgeschriebenen Module werden zwar bezahlt, aber die Kosten für die ärztlichen Untersuchungen sowie die Beantragung der Führerscheinverlängerung müssen selbst getragen werden, obwohl andere Arbeitgeber diese Kosten übernehmen.