Viel Kontrolle, wenig Menschlichkeit – belastendes Arbeitsumfeld
Gut am Arbeitgeber finde ich
die kurzen Phasen der Zusammenarbeit im Team waren positiv und haben die Arbeit zeitweise angenehm gestaltet.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Arbeit im Unternehmen war über einen längeren Zeitraum von einem hohen Maß an Kontrolle und fehlender Kommunikation auf Augenhöhe geprägt. Obwohl es sich laut Eigendarstellung um einen „familiären Betrieb“ handelt, wurde ständige Erreichbarkeit erwartet – auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten. Kommunikation erfolgte fast ausschließlich über eine App oder durch direkte Anrufe, was zu einer dauerhaften mentalen Präsenzpflicht geführt hat.
Konstruktive Vorschläge aus dem Team wurden nicht angenommen, selbst wenn sie Vorteile für beide Seiten geboten hätten. Teammeetings fanden nur dann statt, wenn neue Vorgaben eingeführt wurden. Bei internen Schwierigkeiten wurde auf Einzelgespräche zurückgegriffen, die nicht lösungsorientiert, sondern eher konfrontativ wirkten.
Im Verlauf der Zeit wurde die technische Überwachung im Betrieb deutlich ausgeweitet. Kameras mit Mikrofonen wurden installiert, wobei Mitarbeitende bei jeder Abweichung vom Sichtfeld direkt kontaktiert und kritisiert wurden – selbst wenn im Hintergrund weitergearbeitet wurde. Dies hatte eine stark belastende Wirkung auf das Arbeitsklima und das Vertrauen.
Darüber hinaus kam es regelmäßig zu persönlichen Kommentaren, die Grenzen des professionellen Umgangs überschritten.
Insgesamt war die Arbeitsatmosphäre stark von Kontrolle, geringer Wertschätzung und mangelnder Offenheit für Feedback geprägt. Eine vertrauensvolle und respektvolle Zusammenarbeit war unter diesen Bedingungen schwer möglich.
Verbesserungsvorschläge
Bessere Kommunikation auf Augenhöhe, mehr Wertschätzung der Mitarbeitenden und Anerkennung von Vorschlägen. Klare Grenzen bei Erreichbarkeit und weniger Kontrolle durch technische Überwachung würden das Arbeitsklima deutlich verbessern. Außerdem sollten Teammeetings regelmäßig stattfinden, um Probleme gemeinsam zu lösen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeit im Laden war angenehm, besonders der Kontakt zu den Gästen und die kurzen Überschneidungen im Team. Meistens arbeitete man jedoch allein, mit hohem Dokumentationsaufwand über die App zur ständigen Nachverfolgung der Tätigkeiten.
Image
Das Unternehmen gibt sich nach außen familiär und offen, in der Praxis fehlt es jedoch an Transparenz und fairer Behandlung der Mitarbeitenden.
Work-Life-Balance
Die ständige Erreichbarkeit über App und Anrufe auch außerhalb der Arbeitszeit beeinträchtigte die Work-Life-Balance deutlich. Abschalten war schwer, da jederzeit mit Nachrichten oder Aufgaben gerechnet werden musste.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung oder Übernahme neuer Aufgaben führten nicht zu Anerkennung, sondern eher zu zusätzlicher Belastung durch mehr Verantwortung ohne entsprechende Unterstützung.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt im Team war sehr gut – man hat sich unterstützt und aufeinander geachtet. Dieser Austausch unter Kolleg:innen wurde von der Leitung allerdings kritisch gesehen und teils als negativ ausgelegt.
Vorgesetztenverhalten
Der Umgang war oft herablassend und kontrollierend. Kritik wurde nicht zugelassen, persönliche Grenzen wurden regelmäßig überschritten. Wertschätzung oder konstruktive Führung waren nicht erkennbar.
Arbeitsbedingungen
Die Ausstattung war funktional, aber der zunehmende Überwachungsdruck durch Kameras mit Mikrofonen belastete das Arbeitsumfeld spürbar. Technische Mittel wurden weniger zur Unterstützung als zur Kontrolle eingesetzt.
Kommunikation
Vorschläge zur Umsatzsteigerung wurden angenommen, Anliegen zum Arbeitsaufwand oder zur Personalsituation hingegen ignoriert. Kommunikation verlief einseitig, Rückmeldungen auf Belastung oder Überforderung blieben aus.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt entsprach dem Branchenstandard. Zusätzliche Sozialleistungen oder finanzielle Anerkennung für besondere Leistungen gab es nicht.
Gleichberechtigung
Innerhalb des Teams wurde Gleichberechtigung gelebt. Von Seiten der Führung gab es jedoch wiederholt unangemessene, persönliche Kommentare, die nicht für ein respektvolles Miteinander sprechen.
Interessante Aufgaben
Die Möglichkeit, beim Backen eigene Entscheidungen zu treffen, war positiv und bot etwas Abwechslung. Abseits davon war die Arbeit überwiegend monoton und entsprach dem typischen Gastroalltag.