Büro in Berlin: Willkür, Angst und schlechte Führung
Verbesserungsvorschläge
Wenn sich die Angestellten schon Gedanken machen und Energie investieren Kritik anzubringen um Prozesse, Kommunikation etc. zu verbessern, dann sollte man anfangen RICHTIG zuzuhören.
Außerdem würde ich einen Workshop zum Thema "Wie man ein unternehmen richtig führt" o.ä. empfehlen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre im Büro in Berlin konnte sehr wechselhaft sein und war oft abhängig von der Laune der Geschäftsführung. War diese mal frustriert, war dies für alle deutlich zu spüren. So wurde aus verschiedenen Gründen die Stimme erhoben (mal direkt den Leuten gegenüber, mal alleine im geschlossenen Raum sitzend). Eine andere Art sich Luft zu machen, waren auch passiv-agressive Chat-Nachrichten, egal ob in DMs oder in Gruppen-Chats. Es mag Perioden gegeben haben, wo dieses Verhalten wenig bis gar nicht vorgekommen ist, jedoch erschüttert so ein Verhalten natürlich das Vertrauen und Wohlbefinden der Angestellten und man wusste irgendwann, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es sich wiederholt. Dadurch herrschte hier und da eine gewisse Belastung bis hin zu Stress.
Der einzige Grund für zwei Sterne hier ist die Stimmung unter den Kollegen, die immer sehr offen und locker war.
Image
Das Image scheint der Geschäftsführung nach außen hin sehr wichtig zu sein. Man achte darauf, dass hier die negativen Bewertungen nach kurzer Zeit verschwinden und kurz darauf eine äußerst poositive Bewertung gepostet wird. Zufall?
Work-Life-Balance
Ein HO-Tag ist fest gesetzt. Das war ein guter Ausgleich zu den vier Tagen Office-Pflicht. Zu Anfang war es noch möglich nach Absprache einen weiteren Tag HO zu nehmen. Mit der Zeit jedoch hat man gemerkt, dass das bei der Geschäftsführung Unmut und Misstrauen verursacht hat und man sich mehr rechtfertigen musste bzw. einen guten Grund brauchte. Sogar bei Arztterminen herrschte dieses Gefühl.
Positiv war, dass man sich durch die Gleitzeit selbst aussuchen konnte wann man anfängt zu arbeiten.
Karriere/Weiterbildung
Ich hatte den Eindruck, dass Wünsche nach Weiterbildungen eher zurückhaltend begegnet wurde. Für mich wirkte es so, als stünden möglichen Weiterbildungen vor allem Bedenken oder Einschränkungen gegenüber, sodass ich keine konkrete Zusage wahrgenommen habe.
Kollegenzusammenhalt
Unter den Kollegen im Büro in Berlin war der Zusammenhalt stets toll. Man hat viel gelacht und sich ausgetauscht, aber auch unterstützt. Das hat die Arbeitsatmosphäre an vielen Stellen gerettet.
Vorgesetztenverhalten
Wie schon an anderen Stellen erwähnt, hat das Verhalten der Geschäftsführung immer wieder neue Maßstäbe (im negativen Sinne) gesetzt. Man wird angeschrien und dann dafür auch noch verantwortlich gemacht. Konstruktive Unterstützung in solchen Momenten habe ich vermisst. Die Mitarbeiter werden nicht respektiert, genauso wenig ihre Skills - hier und da mal Danke sagen reicht da nicht aus, wenn das Verhalten das genaue Gegenteil zeigt.
Zugleich wird man nicht richtig eingearbeitet und mit vielen Sachen á la „Learning by Doing“ allein gelassen. Tasks werden nicht richtig eingebrieft oder sind komplett leer eingeplant. Die Geschäftsführung hat weder ein Verständnis davon wie man Angestellte führt und wertschätzt, noch wie man Projekte effizient und sinnvoll managed.
Arbeitsbedingungen
All in all war die technische Ausstattung gut mit neuem Macbook und Maus. Auch das Büro ist gut gelegen und mit einer Küche ausgestattet. Tische sind alle höhenverstellbar, was eine gewisse Flexibilität bei der Ergonomie brachte.
Kommunikation
Wo soll man da anfangen?
Aus meiner persönlichen Sicht hätte ich mir einen einheitlicheren und konstruktiveren Umgang mit Fehlern gewünscht. Angestellte werden unprofessionell auf Fehler hingewiesen. In einzelnen Situationen konnte ich die Entscheidungen oder Rückmeldungen für mich nicht immer nachvollziehen.
Aus meiner Sicht wurden Aufgaben und Projekte teilweise von der Geschäftsführung übernommen oder verändert, ohne dass dies ausreichend kommuniziert wurde. Dadurch entstand bei mir der Eindruck, dass die zuständigen Mitarbeiter nicht immer rechtzeitig in Änderungen einbezogen wurden. Die Planung und Abstimmung von Aufgabenänderungen wirkte auf mich nicht deshalb immer nachvollziehbar.
Versucht man seine Kritik anzubringen - immer möglichst sachlich - dann hat man das Gefühl mit einer Wand zu reden. Selten werden Eingeständnisse gemacht oder Verantwortung übernommen und viele Dinge relativiert. Dass man als Angestellter erklären muss, dass es zu den Grundlagen von Kommunikation gehört, respektvoll miteinander umzugehen und seine Angestellten nicht anzuschreien, sagt mMn genug über die Kommunikation aus.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war okay, wurde natürlich runtergehandelt. Rückblickend natürlich ärgerlich und hätte höher sein müssen. Es wurde immer pünktlich gezahlt und bei gewonnenen Wahlen der Kandidaten gab es einen Bonus für die Mitarbeiter. Pluspunkt ist auch die betriebliche Altersvorsorge und das Deutschlandticket.
Gleichberechtigung
Aus meiner persönlichen Wahrnehmung entstand im Laufe meiner Beschäftigung mehrfach der Eindruck, dass Mitarbeitende nicht immer gleich behandelt wurden. Wie einzelne Entscheidungen zustande kamen, kann ich nicht beurteilen. Für mich wirkte es jedoch teilweise so, als würden manche Mitarbeitende positiver wahrgenommen als andere.
Interessante Aufgaben
Das ganze Bürgermeisterthema hat man nach einer gewissen Zeit durchgespielt und es ist nur noch von der Stange in fast allen Belangen. Hier und da konnte man sich wenigstens bei manchen Pitches oder Projekten außerhalb der Bürgermeister-Bubble interessanteren und abwechslungsreicheren Aufgaben widmen.