Unprofessionell auf ganzer Linie
Gut am Arbeitgeber finde ich
Dienstag gibt es Mittagessen auf Firmenkosten.
Verbesserungsvorschläge
Sind dem Arbeitgeber bekannt.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre im Unternehmen leidet meiner Erfahrung nach unter einem spürbaren Maß an Misstrauen, ungleicher Behandlung und fehlender Wertschätzung der Mitarbeitenden. Chaos und Unsicherheiten im Unternehmen prägen eine hohe Fluktuation und werfen Fragen hinsichtlich der charakterlichen und professionellen Eignung einzelner Vorgesetzter auf.
Image
Nach außen präsentiert sich das Unternehmen als modern, dynamisch und fortschrittlich. Intern zeigt sich jedoch ein ganz anderes Bild – die Diskrepanz zwischen Außendarstellung und gelebter Realität ist deutlich und zum Teil erschreckend. Der Slogan des Unternehmens wirkt hier nahezu zynisch.
Work-Life-Balance
Die Arbeitszeiten bewegen sich insgesamt im üblichen Rahmen – es wird so gut wie nie erwartet, nach 18 Uhr zu arbeiten. Positiv ist zudem, dass Urlaub grundsätzlich flexibel genommen werden kann, gegebenenfalls mit der Ausnahme des Quartalsendes. Allerdings liegt die Anzahl der Urlaubstage nach meiner Erfahrung deutlich unter dem Branchendurchschnitt, was die Work-Life-Balance spürbar einschränkt. Der Arbeitsalltag war für mich geprägt von permanenter Unsicherheit, verursacht durch chaotische Strukturen und ein auffälliges Maß an Misstrauen im Unternehmen. Hinzu kamen unrealistische Zielvorgaben, die weder inhaltlich nachvollziehbar noch praxisnah waren. Diese Rahmenbedingungen wirkten sich spürbar negativ auf das persönliche Wohlbefinden aus – eine gesunde Work-Life-Balance war unter diesen Umständen kaum möglich.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt Bio-Bananen.
Karriere/Weiterbildung
Zwar gibt es einzelne Beispiele von Mitarbeitenden, die sich aus Positionen weiterentwickeln konnten. Meines Wissens nach stehen für jedes dieser Erfolgserlebnisse jedoch deutlich mehr Fälle, in denen dieser Schritt nicht gelungen ist. Ein Weiterbildungsbudget ist grundsätzlich vorhanden – allerdings liegt die Verantwortung für die persönliche und fachliche Entwicklung vollständig bei den Mitarbeitenden selbst. An strukturierter Förderung mangelt es: Im gesamten Jahr 2024 wurde beispielsweise kein externer Sales Coach eingesetzt. Für ein ambitioniertes SaaS-Unternehmen ist das durchaus ungewöhnlich.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt zählt zu den wenigen positiven Aspekten im Unternehmen – allerdings stark abhängig von der jeweiligen Abteilung. Besonders im Vertrieb ist, aus meiner Erfahrung heraus gesprochen, nur wenig Kollegialität erkennbar. Es kommt regelmäßig zu Auseinandersetzungen über Deals und Zuständigkeiten. Seit Ende 2024 ist zudem eine zunehmende Ellenbogen-Mentalität spürbar: Wissen wird immer weniger geteilt, stattdessen rückt das individuelle Fortkommen zunehmend in den Vordergrund. Der Team Lead war leider nicht in der Lage, ein funktionierendes Teamgefüge zu etablieren – möglicherweise aufgrund fehlender Führungsqualitäten oder mangelnder professioneller Eignung. Statt konstruktiver Zusammenarbeit herrschte ein Klima des Gegeneinanders, das weit über gesunde Competitiveness hinausging und sich klar toxisch anfühlte. Jeder arbeitete isoliert und verfolgte eigene Ziele, statt gemeinsame Erfolge anzustreben.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten war inakzeptabel und in vielerlei Hinsicht problematisch. Es kam wiederholt zu meiner Meinung nach sehr unangemessenen, teils respektlosen Kommentaren. Fehlerkultur oder eine offene Feedback-Kultur? Fehlanzeige. Verantwortung wurde konsequent von sich gewiesen und stattdessen reflexartig den Mitarbeitenden zugeschoben. Besonders gravierend war das ausgeprägte Mikromanagement im Team, das jegliches Vertrauen im Keim erstickte und eigenverantwortliches Arbeiten nur schwer möglich machte. Ebenso schwerwiegend war die, mein Empfinden nach, fachliche Überforderung auf Führungsebene. Die Besetzung eines sehr unerfahrenen juniorigen Team Leads mag nachvollziehbar sein – allerdings nur, wenn gleichzeitig in eine Entwicklung investiert wird. Schulungen, Coachings oder strukturierte Weiterentwicklung wären zwingend erforderlich gewesen, um jemanden überhaupt die Chance zu geben, in ihre Rolle hineinzuwachsen. Leider blieb all das aus. Die Führungsfunktion wurde somit nie wirklich ausgefüllt – mit spürbaren Folgen für das Team und die tägliche Zusammenarbeit. Am gravierendsten war jedoch das wiederholte Nichteinhalten von Absprachen.
Arbeitsbedingungen
Leider entspricht das technische Set-up nicht dem heutigen Standard und wirkt in vielen Bereichen veraltet, wie bsplw. die Laptops. Auch das neue Büro ist nicht auf die verpflichtenden Anwesenheitstage ausgelegt: Das Großraumbüro führt zu einem dauerhaft hohen Lärmpegel, was besonders bei Kundenterminen äußerst ungünstig ist. Die wenigen Call-Booths bieten zwar Rückzugsmöglichkeiten, wärmen sich jedoch schnell auf. Insgesamt fiel es mir in dieser Umgebung sehr schwer, konzentriert zu arbeiten.
Kommunikation
Die interne Kommunikation war aus meiner Sicht oft wenig transparent und in vielen Situationen nicht ehrlich, was das Vertrauen in Führung und Entscheidungen deutlich beeinträchtigte. Man fühlt sich als Angestellter nicht ernst genommen, wenn offensichtlich unehrlich kommuniziert wird.
Gehalt/Benefits
Die angebotenen Benefits – beispielsweise Wellpass – sind grundsätzlich positiv hervorzuheben. Meiner Erfahrung nach ist das Grundgehalt hingegen im Branchenvergleich deutlich geringer und steht in keinem Verhältnis zu den Erwartungen und Anforderungen.
Interessante Aufgaben
Man ist für den gesamten Sales Cycle verantwortlich – vom Erstkontakt über Produkt-Demos bis hin zu Verhandlungen und Vertragsabschlüssen. Soweit, so unspektakulär. Erstaunlich war für mich, wie wenig abteilungsübergreifender Austausch stattfand – insbesondere mit zentralen Bereichen wie Product oder Marketing. Ob dies bewusst so gesteuert wurde, ist für mich unklar. Fest steht jedoch: Mehr Zusammenarbeit auf Augenhöhe könnte an vielen Stellen Potenzial heben und zur Weiterentwicklung des Unternehmens erheblich beitragen.

