Der Schein trügt
Gut am Arbeitgeber finde ich
Es gibt einen Betriebsrat.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Unfähigkeit, ein Unternehmen mit zufriedenen Mitarbeitenden zu führen, und dann noch mit so selbstgerechter Haltung - noch nie in diesem Maße erlebt.
Verbesserungsvorschläge
Wenn die Geschäftsführung wüsste, wie Unternehmenführung geht, und wenn die Redaktionsleitung wüsste, wie Mitarbeiterführung geht, wäre schon mal was gewonnen. Aber dafür müsste man sich ja erstmal ernsthaft mit Kritik auseinandersetzen und vllt mal ne Fortbildung machen. Passiert aber beides nicht.
Arbeitsatmosphäre
Wer neu anfängt, bekommt erstmal den Bauch gepinselt. Wichtig ist, von Anfang an Grenzen zu setzen, ansonsten wird der Tisch immer voller - und am Ende wird man für die gemachten Überstunden noch stark kritisiert.
Image
Das Image ist wohl tatsächlich besser als ein Stern. Aber ist halt nicht verdient. Daher ein Stern.
Work-Life-Balance
Positiv war die Einführung der Vier-Tage-Woche. Aber oft genug schafft man seine Arbeit halt nicht in vier Tagen. Das liegt aber aus Sicht der Geschäftsführung immer daran, dass man einfach zu langsam oder nicht effizient genug arbeitet. Diagnostiziertes Burnout (kommt öfter im Kollegium vor) wird belächelt.
Karriere/Weiterbildung
Gibt's beides nicht. Gib dich zufrieden oder geh, so wie alle, die nach spätestens zwei Jahren merken, dass der vermeintlich schöne Schein doch seeehr trügt.
Gehalt/Benefits
Wenn man kaum Ausgaben hat, in nem WG-Zimmer wohnt oder nen gut verdienenden Partner, kann gut vom Gehalt leben. Ansonsten wird es eng. Mehrfach wurden Gehaltserhöhungen sowie ein faires Gehaltsband in Aussicht gestellt, aber dann war doch - Überraschung - die wirtschaftliche Lage zu schlecht, um was davon umzusetzen. Dann kündigt eine nach dem anderen und neue Leute werden wieder für das Minimalgehalt eingestellt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Sozialbewusstsein? Was soll das sein? Hinter dem Rücken kranker Angestellter schlecht über sie zu reden? Klingt nicht so sozial? Eben.
Kollegenzusammenhalt
Wie gesagt: Unter den gleichgestellten Kolleg*innen ist der Zusammenhalt gut. Und gleichgestellt sind alle, die nicht privat mit der Geschäftsführung befreundet sind.
Umgang mit älteren Kollegen
Gibt kaum ältere Kolleg*innen. Weil wer kann es sich leisten, so einen Job zu machen? Jüngere, oft unerfahrene Menschen.
Vorgesetztenverhalten
Geradezu grotesk, wie wenig reflektiert und kritikfähig man sein kann. Fast so, als wolle man das Unternehmen an die Wand fahren. Aber hey - dank Ausbeutung und weil alle paar Jahre freiwillig mehr oder weniger das ganze Team kündigt und ersetzt wird, geht's dann doch nochmal weiter. Ob die Vorgesetzten daraus lernen, sich reflektieren und was an ihrem Führungsstil ändern? Nope.
Arbeitsbedingungen
Wer seine Gesundheit für einen Job aufs Spiel setzen will, wird hier glücklich. Aufstiegschancen gibt's keine, dafür ist es aber sehr leicht, in der Gunst der Vorgesetzten abzusteigen, wenn man es wagt, betriebliche Entscheidungen infrage zu stellen.
Kommunikation
Die Kommunikation unter den Ausgebeuteten ist wertschätzend und verständnisvoll. Die Kommunikation der Menschen in Führungspositionen ist leider sehr mies. Man merkt: Hier wurde sich nie fortgebildet. Kritik ist nicht erwünscht.
Gleichberechtigung
Wer privat mit den Vorgesetzten befreundet ist, wird besser behandelt. Wer nie Widerworte gibt, natürlich auch. Ansonsten meist sehr weibliches Redaktionsteam, aber Geschäftsführung rein männlich. Und ist schon auffällig, dass man vor allem dann "erfolgreich" bei detektor wird, solange man bereit ist, alle berechtigte Kritik runterzuschlucken.
Interessante Aufgaben
Es gibt sie - aber man hat in der Regel gar kein Mitspracherecht, welche Aufgaben man zugeteilt bekommt. Wenn man einmal zu oft den Mund aufgemacht hat, ist man auf jeden Fall unten durch.