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Bewertung

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Pünktliche Lohnzahlung, schlechtes Arbeitsklima, viel Optmierungsbedarf

3,1
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2017 bei Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Gut sind definitiv die Rahmenbedingungen durch die tariflichen Regelungen wie gute Bezahlung in Bezug zu den Tätigkeiten im einfachen Dienst, keine unbezahlten Überstunden und die Anzahl der Urlaubstage. Modern eingerichtete Büros (betrifft aber nicht die gesamte DNB, da durch Alt- und Neubau sehr unterschiedliche Bedingungen und Büroeinrichtungen vorzufinden sind). Möglichkeiten zur Teilnahme an Fortbildungen und Vorträgen zu Fachthemen besteht.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Das Arbeitsklima im Sachgebiet hat viel Luft nach oben. Leider Ausbremsung beim Arbeitsvolumen durch einzelne MitarbeiterInnen. Konflikte wurden vom Führungspersonal forciert. Die freie Arbeitszeitgestaltung im Rahmen der Gleitzeit war innerhalb der Abteilung nicht gern gesehen, obwohl laut Dienstvereinbarung möglich. Rückfragen zu einzelnen Arbeitsbereichen wurden schon zu Beginn des Jobs mit „Das müssen Sie wissen, das ist bei der DNB schon immer so!“ abgebügelt. Neue MitarbeiterInnen können nicht wissen, welche Arbeitsabläufe bei der DNB schon immer wie auch immer waren. Sich selbst zu informieren war nicht umfassend möglich, da Richtlinien und Infos in Dokumenten teils unvollständig u nicht aktuell waren. Diese Bewertung bezieht sich ausschließlich auf die Stelle im Bereich Bestandsverwaltung. In anderen Abteilungen sind Tätigkeitsbereich und Arbeitsklima vielleicht besser. Die Bewertung ist moderat formuliert, es gab während der Arbeit dort die ein oder andere Situation, die personalrechtliche Konsequenzen hätte haben können. An BewerberInnen, die ihren Job gern machen möchten und Wert auf gutes Arbeitsklima legen: Finger weg, Sackgasse!

Verbesserungsvorschläge

Mitarbeiter (insbesondere im eD) für Fortbildungen begeistern. Darauf achten, dass die Führungsgrundsätze, die sich wirklich gut lesen, in allen Abteilungen bestmöglich umgesetzt werden, ggf. Führungskräfte schulen.
Wertschätzung, bitte auch für die MitarbeiterInnen im einfachen Dienst, damit sich der Gedanke: „Wir sind doch bloß das Fußvolk, uns fragt doch sowieso keiner“ etc. und der damit verbundene Frust, der das Arbeitsklima verschlechtert, gar nicht erst entwickeln kann. Hört man das fast täglich, glaubt man das irgendwann selbst. Weitere Empfehlung: Bitte mit modernen Arbeitskonzepten beschäftigen und schauen, ob diese umsetzbar sind, um das Arbeitsumfeld etwas besser zu gestalten. Signaturvergabesoftware mit persönlicher Nutzerkennung ermöglichen, damit man auch im Nachhinein noch weiß, wer welche Bestände bearbeitet hat. Wird ja in anderen Bereichen schon lange so umgesetzt und trägt zu konstruktiver Zusammenarbeit bei.

Arbeitsatmosphäre

Schwierige Arbeitsatmosphäre. Vergangene Konflikte spürbar, unzufriedene MitarbeiterInnen, dadurch viele Fettnäpfchen, in die man unwissentlich treten konnte. Kein konstruktives, wertschätzendes Arbeitsklima. Massives unter Druck setzen Einzelner ohne ersichtlichen Grund, Leute in der Abteilung sind übereinander bzw. gezielt über einzelne Personen hergezogen. Monotone Arbeit mit einem geringen „Zufriedenheitspotenzial“. Wenn dann das Arbeitsklima nicht gut ist, wird es sehr schwierig, sich für die Arbeit zu motivieren. MitarbeiterInnen, die versuchten Ideen ein- und Interesse aufzubringen, sind angeeckt. Scheinbar fühlten sich einige MitarbeiterInnen davon bedroht. Mitdenken und Eigeninitiative waren nicht erwünscht! Nur stupides und passives Abarbeiten der täglichen Routine, die nicht immer den ganzen Arbeitstag ausgefüllt hat. Konfliktpotenzial wurde forciert, ebenso das Arbeiten gegeneinander und gegen andere Abteilungen. So etwas habe ich im ÖD zuvor noch nicht erlebt.

Kommunikation

Anfangs keine regelmäßigen Besprechungen / Sachgebietsrunden. Infos, die die Arbeit betrafen wurden spät und nur an einzelne MitarbeiterInnen weitergegeben. Kein transparentes Arbeiten, Arbeitsanweisungen nicht immer nachvollziehbar. Keine Aufgeschlossenheit gegenüber sinnvollen Neuerungen. Es wurde betont, dass der Blick von außen gewünscht war. Vorschlägen und Ideen gegenüber war man jedoch nicht aufgeschlossen, wenn diese nicht den Vorstellungen der KollegInnen und der Sachgebiets- und Referatsleitung entsprachen.

Kollegenzusammenhalt

Im Sachgebiet und über das Sachgebiet hinaus zwischen schon sehr lange zusammenarbeiten MitarbeiterInnen vorhanden, die sich aber gern auch mal gegen Leute, die sie nicht mögen, verbündeten. Ich denke, wenn man in das Team passt, z.B. u.a. die Einstellung hat, dass man ja nicht zu viel arbeiten möchte und dafür "viel zu wenig" Geld bekommt und gern tratscht und lästert, kommt man gut klar. Eine gewisse „Ellenbogen-Mentalität“ braucht man, obwohl befristet Beschäftige in keinster Weise mit unbefristet Beschäftigten (also de facto unkündbaren) MitarbeiterInnen konkurrieren. Es gab eine „Die-da-oben-Mentalität“, soll heißen, manche MitarbeiterInnen freuten sich, wenn einem „studierten Sesselfurzer“ (nicht meine Worte), der besser bezahlt wurde ein Fehler unterlief, auf dem man dann herumtreten konnte. Braucht mancher wohl, um das nicht vorhandene Selbstbewusstsein aufzupolieren. Keine gute Fehlerkultur. Sehr starkes hierarchisches Denken (eD/mD/gD/hD), das schon fast antiquiert wirkte.

Work-Life-Balance

Arbeitszeit ist mit einer 39-Stunden-Woche definitiv in Ordnung. Keine unbezahlten Überstunden. Sollten Überstunden anfallen, können diese abgebaut oder Gleittage genommen werden. 30 Urlaubstage. Gute Rahmenbedingungen auf Basis des TVöD. Jedoch wirkte sich der Stress, den die Leute da um nix und wieder nix gemacht haben, eher schlecht auf die Work-Life-Balance aus.

Zur Urlaubsplanung musste man sich auf Diskussionen einstellen, frei nach dem Prinzip, wer am lautesten schreit bekommt die Urlaubsgenehmigung und die anderen geben nach. Ich habe mich einfach rausgehalten und meinen Urlaub zu einem anderen Zeitpunkt genommen. Wollte jemand kurzfristig mal einen Urlaubstag nehmen, wurde das von den Führungskräften nicht genehmigt, obwohl das mit dem vorhandenen Personal problemlos möglich gewesen wäre.

Vorgesetztenverhalten

Es gab zwei Vorgesetzte (Sachgebietsleitung, Referatsleitung). Repressiver Führungsstil. Es war nicht erwünscht, Ideen und Vorschläge einzubringen. Teilweise schikanöses Verhalten einzelner MitarbeiterInnen und der Führungskräfte. Konflikte wurden gezielt forciert. Leider kein kooperativer Führungsstil! Die Führungsgrundsätze der DNB lesen sich sehr gut (Wertschätzung, Weiterbildung etc.), jedoch denke ich nicht, dass die RL und SGL diese Grundsätze gelesen und verinnerlicht haben.
Arbeitszeiten mussten genau abgesprochen werden, obwohl eine Dienstvereinbarung und das Arbeitsaufkommen eine relativ freie Arbeitszeitgestaltung ermöglicht hätten. Startete man den Arbeitstag nicht zwischen 6 und 7 Uhr, konnte man sich auf provokante Kommentare gefasst machen. Die Arbeit konnte/sollte kaum selbstständig strukturiert und eingeteilt werden, obwohl das möglich gewesen wäre. Man kann den Mitarbeitenden doch bitte eine selbstständige Strukturierung und Einteilung der Arbeit zutrauen. Nach der Probezeit war das Arbeiten wenigstens etwas entspannter.

Interessante Aufgaben

Tagesgeschäft:
- Sortieren von Medien nach Medienart, Format, Farbe (CDs), Signaturvergabe, Verpacken in Archivkartonagen, Falten von Archivkartonagen
- CD-Digitalisierung: mehrere hundert CDs aus dem Bestand ausheben, Barcode scannen, CD einlegen usw.
Zusatzaufgaben etwas anspruchsvoller (Bestandsrevision von Monografien aus den Jahren vor 1945, Recherchearbeiten). Da es sich um eine Bibliothek mit sehr umfangreichen Bestand und Arbeitsbereichen handelt, resultiert daraus eine starke Arbeitsteilung. Die Arbeit dort ist also nicht zu vergleichen mit der Arbeitsstrukturierung in kleineren Bibliotheken.

Gleichberechtigung

Wie im ÖD üblich, wird darauf geachtet.

Umgang mit älteren Kollegen

In der gesamten Institution sehr gut. Der größte Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat einiges an Berufserfahrung und ist zwischen 40 und 50 Jahren. Jüngere MitarbeiterInnen und BerufseinsteigerInnen sind eher unterrepräsentiert.

Arbeitsbedingungen

Arbeits- und Büroausstattung im Neubau waren in Ordnung. Die Arbeitsumgebung ist nicht für alle in der DNB gleich, diese unterscheidet sich, je nachdem ob es sich um ein Büro im Neu- oder Altbau handelt. Ein Teil der Arbeit erfolgte im Büro, ein Teil in den Archivräumen (Magazin). Dies sind abgeschlossene Räumlichkeiten, in denen die Medien unter geeigneten Bedingungen (Temperatur und Luftfeuchtigkeit) gelagert werden.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Medien, die von Verlagen zu viel, also über die Anzahl der Pflichtexemplare hinaus gesendet wurden, wurden entsorgt. Das ist sehr schade, lässt sich wahrscheinlich aber nicht anders handhaben, aufgrund der Vorgaben des Gesetzes über die Ablieferung von Pflichtexemplaren. Ich finde diese Praxis sehr schade. Toll wäre es, wenn diese Bücher an Einrichtungen für gute Zwecke weitergegeben werden könnten. Mülltrennung wird umgesetzt.

Gehalt/Sozialleistungen

Das Entgelt ist für eine Tätigkeit im einfachen Dienst (d.h. ungelernter Bereich, keine Ausbildung o.ä. erforderlich) gut. In der freien Wirtschaft gibt es für anspruchsvollere Tätigkeiten im Vergleich etwas schlechtere Entgelte. Es gibt eine jährliche Anpassung des Lohns durch Tarifverhandlungen und eine jährliche Sonderzahlung. Die leistungsorientierte Bezahlung (kurz LOB) wurde geändert/teilweise abgeschafft. Nur BeamteInnen erhalten diese Zahlungen oder Teams für bestimmte Leistungen und Ideen. Kann man gut oder schlecht finden. Gut daran ist, dass ein Anreiz gesetzt wird, Ideen zu entwickeln und einzubringen.

Image

Das Image der Institution ist meiner Meinung nach außen hin sehr gut, da es sich um eine im Bibliothekswesen richtungsweisende Institution handelt. Einzelne MitarbeiterInnen halten jedoch nicht viel vom Arbeitgeber.
Ich hatte mich anfangs gefreut, die Stelle bei der DNB zu bekommen und war tatsächlich etwas überrascht, wie es hinter der Fassade im Sachgebiet bzgl. des Arbeitsklimas und der Arbeitsabläufe aussieht. In anderen Abteilungen kann das jedoch ganz anders sein.

Karriere/Weiterbildung

Weiterbildungsmöglichkeiten vorhanden, z.B. RDA-Schulungen. Microsoft Office Schulungen sind für alle, die die Software bereits beruflich oder im Rahmen einer Ausbildung / eines Studiums genutzt haben, nicht zu empfehlen, da sie sich überwiegend im Grundlagen-Bereich bewegen. Interessante Fachvorträge und Veranstaltungen gab es hin und wieder. Die MitarbeiterInnen im Sachgebiet hatten eine ablehnende Haltung gegenüber Software und dem Digitalen, vermutlich aus Unwissenheit und Unsicherheit. Fortbildung hilft.