Schöner Schein nach außen, absolute Fehlentscheidung als Arbeitgeber – keine Empfehlung!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Möglichkeit zum Homeoffice und die gute technische Ausstattung sind positiv hervorzuheben. Darüber hinaus fällt es mir schwer, weitere Aspekte zu nennen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Respektloses Führungsverhalten, beleidigende Kommunikation, fehlende Wertschätzung, mangelnde Kritikfähigkeit, kaum Entwicklungsmöglichkeiten und eine erhebliche Diskrepanz zwischen Außenauftritt und gelebter Unternehmenskultur. Hinzu kommen mangelnde Organisation, fehlende Work-Life-Balance und ein insgesamt unprofessioneller Umgang mit Mitarbeitenden.
Verbesserungsvorschläge
Therapie oder Rente für den Chef.
Der dringendste Verbesserungsbedarf liegt in der Führungskultur. Respektvoller Umgang, echte Wertschätzung, konstruktive Kritikfähigkeit und offene Kommunikation müssen endlich gelebt statt nur nach außen propagiert werden. Klare Prozesse, faire Arbeitsbedingungen, verlässliche Gehaltszahlungen und eine konsequente Wahrung der Privatsphäre sollten selbstverständlich sein. Mitarbeitende müssen als Menschen und Fachkräfte ernst genommen und in Entscheidungen eingebunden werden. Weniger Außendarstellung und mehr ehrliche Selbstreflexion wären ein wichtiger erster Schritt. Ohne grundlegende Veränderungen in der Führung und Unternehmenskultur sind langfristige Verbesserungen kaum zu erwarten.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist durchgehend angespannt. Mitarbeitende haben Angst, zur nächsten Zielscheibe des Chefs zu werden. Kritik wird zwar angeblich gewünscht, in der Praxis jedoch nicht geduldet. Schuld sind grundsätzlich die anderen, während Mitarbeitende auch mit Beleidigungen konfrontiert werden. Wer nicht mit dem Chef einer Meinung ist, riskiert, gekündigt zu werden oder selbst zu kündigen. Wiederholt kommt es zu Kündigungen und psychischen Überlastungssituationen. Nach außen präsentiert sich das Unternehmen modern, intern sind Prozesse und Denkweisen jedoch erschreckend veraltet. Wertschätzung und offene Kommunikation werden zwar propagiert, von der Führung jedoch nicht vorgelebt. Bereitschaft, sich diesbezüglich intern oder extern beraten zu lassen, ist nicht erkennbar.
Image
Der Außenauftritt und die tatsächliche Arbeitsrealität könnten kaum unterschiedlicher sein. Im Internet präsentiert sich das Unternehmen modern und attraktiv, während die Unternehmenskultur intern aus meiner Sicht ein völlig anderes Bild vermittelt. Auch die Außenwahrnehmung scheint deutlich kritischer zu sein, als es der eigene Auftritt vermuten lässt. Für mich entsteht der Eindruck, dass flexible Arbeitsmodelle wie Homeoffice auch dazu beitragen, überhaupt noch Mitarbeitende zu gewinnen. Dass keine Zusammenarbeit mit Auszubildenden mehr stattfindet, sehe ich persönlich eher positiv, da junge Menschen so davor bewahrt werden, diese Arbeitsbedingungen als normal kennenzulernen.
Work-Life-Balance
Work-Life-Balance wird nach außen als modern und flexibel beworben, ist in der Praxis jedoch nur eingeschränkt möglich. Zahlreiche verpflichtende Regelmeetings, die über den gesamten Tag verteilt sind, erschweren konzentriertes Arbeiten und eine flexible Tagesgestaltung. Auf private Termine wird bei der Vereinbarung von Mandantenterminen wenig Rücksicht genommen. Auch in der Freizeit wird man regelmäßig über private Handynummern und WhatsApp kontaktiert und mit Vorwürfen konfrontiert, wenn man nicht reagiert. Eine klare Trennung zwischen Arbeit und Privatleben existiert kaum. Work-Life-Balance wirkt dadurch eher wie ein Werbeversprechen als wie eine tatsächlich gelebte Unternehmenskultur. Gleichzeitig nimmt sich der Chef selbst mitunter mehrere Tage Auszeit, ohne erreichbar zu sein, wodurch sowohl Mandate als auch Mitarbeitende wiederholt ohne notwendige Unterstützung zurückbleiben.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt zwar kleinere interne Schulungen, eine wirkliche fachliche Weiterbildung oder gezielte Förderung findet jedoch kaum statt. Für Berufseinsteiger kann das Unternehmen allenfalls eine kurzfristige Station im Lebenslauf sein. Wer langfristige Perspektiven, fachlich kompetente Begleitung und echte Entwicklungsmöglichkeiten sucht, ist hier aus meiner Sicht falsch. Weder fachlich noch monetär sind nennenswerte Fortschritte zu erwarten. Wer Wert auf persönliche Entwicklung und die eigene psychische Gesundheit legt, sollte sich gut überlegen, ob dieses Arbeitsumfeld das Richtige ist.
Gehalt/Benefits
Benefits werden zwar regelmäßig angesprochen, konkrete Verbesserungen bleiben jedoch meist aus. Das Gehalt sollte bereits beim Einstieg gut verhandelt werden, da spätere Anpassungen und Aufstiegschancen praktisch nicht vorgesehen sind. Selbst bei kleineren Zahlungen wird diskutiert und gezögert. Auch ausbleibende oder verzögerte Gehaltszahlungen bei Kündigung oder längerer Krankheit habe ich als erhebliches Problem erlebt. Wiederkehrende arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen und ein fragwürdiger Umgang mit finanziellen Verpflichtungen – auch gegenüber Dienstleistern – wirken äußerst unprofessionell. Transparenz, Verlässlichkeit und Wertschätzung sucht man hier vergeblich.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Im Bereich Umwelt- und Sozialbewusstsein wirkt das Unternehmen für seine Größe durchaus modern und zeitgemäß. Hier gibt es grundsätzlich wenig zu kritisieren. Allerdings entsteht der Eindruck, dass man sich auf diesem positiven Image ausruht und es gezielt als Werbemittel einsetzt. Bei Themen, die konkrete Verbesserungen für Mitarbeitende und letztlich auch für Mandanten bringen würden, fehlt es dagegen häufig an konsequenter Umsetzung. Statt bestehende Missstände tatsächlich anzugehen, werden notwendige Veränderungen teilweise nicht umgesetzt oder umgangen. Der moderne Außenauftritt spiegelt somit nicht in allen Bereichen die gelebte Unternehmenskultur wider.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist im Großen und Ganzen in Ordnung – geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid. Der Zusammenhalt entsteht allerdings eher nach dem Motto „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ als aus einer gesunden Teamkultur. Gleichzeitig gibt es Kolleginnen, die andere beim Chef schlecht dastehen lassen, um selbst besser dazustehen. Gerade als neuer Mitarbeiter*in sollte man daher genau überlegen, wem man vertraut. Vertrauliche Informationen können andernfalls beim Chef landen und gegen einen verwendet werden. Ein wirklich vertrauensvolles Miteinander ist dadurch nur eingeschränkt möglich.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Mitarbeitende werden durchaus eingestellt und ihre langjährige Erfahrung und Expertise werden gerne genutzt, allerdings scheint die angemessene Wertschätzung dieser Leistung – insbesondere bei der Vergütung – weniger selbstverständlich zu sein. Gegenüber jüngeren Mitarbeitenden fehlt es aus meiner Erfahrung besonders an Respekt. Es entsteht der Eindruck, dass mit jüngeren Kolleg*innen nach Belieben umgegangen werden kann und ihre Meinung und Fähigkeiten weniger zählen. Allerdings werden auch ältere Mitarbeitende keineswegs grundsätzlich respektvoll behandelt. Die Wertschätzung scheint vielmehr davon abzuhängen, wie unverzichtbar jemand für das Unternehmen ist. Auf Dauer führt ein solcher Umgang dazu, dass selbst erfahrene Mitarbeitende ihre Konsequenzen ziehen.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten ist aus meiner Sicht einer der größten Kritikpunkte. Der Chef duldet kaum Widerspruch und vermittelt den Eindruck, dass Mitarbeitende ausschließlich nach seinen Vorstellungen zu funktionieren haben. Eigenständiges Denken und abweichende Meinungen sind offensichtlich nicht erwünscht. Der Umgang ist respektlos, beleidigend und von fehlender Kritikfähigkeit geprägt. Mitarbeitende werden wiederholt vor anderen schlechtgemacht und für Probleme verantwortlich gemacht, während die Verantwortung konsequent bei anderen gesucht wird. Wer nicht funktioniert oder widerspricht, gilt schnell als zu schwach, inkompetent oder nicht belastbar. Die psychischen Auswirkungen auf Mitarbeitende scheinen dabei kaum eine Rolle zu spielen. Statt Menschen zu fördern, werden sie aus meiner Erfahrung systematisch entmutigt und zermürbt. Ich halte dieses Führungsverhalten für absolut ungeeignet und mit einer modernen, wertschätzenden Unternehmenskultur unvereinbar. Von einer Führungskraft erwarte ich Respekt, Selbstreflexion, Kritikfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein – genau das habe ich hier schmerzlich vermisst.
Arbeitsbedingungen
Wer im Homeoffice arbeitet, hat grundsätzlich gute Arbeitsbedingungen und eine solide technische Ausstattung. Bei Bedarf werden auch Diensthandys und weitere moderne Arbeitsmittel zur Verfügung gestellt. Vor Ort sieht die Realität jedoch völlig anders aus: Die Büros sind winzig, schlecht klimatisiert und insgesamt stark heruntergekommen. Die Stoffstühle wirken äußerst ungepflegt, und die sanitären Bedingungen sind schlichtweg unzumutbar – die Toilette befindet sich in einem Abstellraum, der von Ordnern und Akten umgeben ist. Besonders fragwürdig ist, dass neue Mitarbeitende zur Einarbeitung vor Ort erscheinen sollen, die dafür anfallenden Anreise- und Übernachtungskosten jedoch selbst tragen müssen und diese nicht erstattet bekommen. Auch Anreisen zu Firmenevents werden nicht übernommen. Moderne Arbeitsmittel im Homeoffice sind positiv, können diese erheblichen Mängel vor Ort und den Umgang mit den Kosten der Mitarbeitenden jedoch nicht ausgleichen.
Kommunikation
Die Kommunikation ist geprägt von einem beleidigenden Umgangston, persönlichen Angriffen und einem äußerst harschen, teilweise unterirdischen Verhalten. Wenn dem Chef Aussagen nicht passen, legt er Gespräche einfach auf. Feedback wird zwar ständig eingefordert und propagiert, tatsächlich erhält man jedoch kaum konstruktive Rückmeldungen. E-Mails werden offenbar häufig nicht gelesen, die Kommunikation bleibt oberflächlich und fachliche Themen werden nicht ausreichend durchdrungen. Die Kommunikation mit Mandanten erfolgt durch den Chef häufig ohne ausreichende Einbindung des zuständigen Teams – Informationen werden intern oft erst weitergegeben, wenn es bereits zu spät ist. Hinzu kommen zahlreiche, unübersichtliche Kommunikationskanäle und wiederholte Kontaktaufnahmen über private Wege während der Freizeit. Persönliche Kontaktdaten werden zudem ohne vorherige Zustimmung an externe Mandanten weitergegeben. Ein respektvoller Umgang mit der Privatsphäre und ein angemessenes Bewusstsein für Datenschutz lassen aus meiner Erfahrung deutlich zu wünschen übrig.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung bedeutet hier offenbar, dass alle gleichmäßig unfair behandelt werden – mit Ausnahmen für langjährige Mitarbeitende, die aufgrund ihrer Schlüsselposition deutlich mehr Freiheiten genießen. Diese Personen können sich wesentlich mehr herausnehmen, da der Chef auf ihre Erfahrung und ihr Wissen angewiesen ist. Für alle anderen gelten offenbar andere Maßstäbe. Von einer fairen und transparenten Behandlung unabhängig von Betriebszugehörigkeit oder persönlicher Bedeutung für den Chef kann daher aus meiner Sicht keine Rede sein.
Interessante Aufgaben
Interessante und anspruchsvolle Aufgaben bleiben überwiegend beim Chef selbst. Mitarbeitende übernehmen hauptsächlich das Tagesgeschäft und die Aufgaben, auf die er selbst keine Lust hat. Die Tätigkeiten sind dadurch häufig eintönig und wenig abwechslungsreich. Gleichzeitig arbeitet man permanent am Limit der Fristen oder muss bereits überschrittene Fristen auffangen. Der daraus entstehende Stress und Zeitdruck wären durch eine bessere Organisation und vorausschauende Planung zumindest teilweise vermeidbar. Aufgaben werden häufig willkürlich und ohne vorherige Abstimmung oder ausreichende Informationen verteilt. Eigenverantwortliches Arbeiten wird dadurch unnötig erschwert und fachliche Entwicklungsmöglichkeiten bleiben auf der Strecke.