Gute Aufgaben und Flexibilität, aber Schwächen in Struktur und Führung
Gut am Arbeitgeber finde ich
-Interessante und abwechslungsreiche Aufgaben
-Sehr gute Zusammenarbeit im direkten Team
-Gute Zusammenarbeit mit Kunden
-Flexible Arbeitszeiten und grundsätzlich gute Work-Life-Balance
-Homeoffice-Möglichkeiten
-Weiterbildungsbudget
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
-Aus meiner Sicht eingeschränkte Transparenz in Kommunikation und Entscheidungen
-Uneinheitliche Führung und wenig klare Ziel- und Entwicklungsgespräche
-Teilweise fehlende Verbindlichkeit und lange Reaktionszeiten in Abstimmungen
-Begrenzte und nicht immer transparente Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten
-Teilweise wenig strukturierte Meeting- und Informationskultur
-Eingeschränkte Gleichbehandlung in Entwicklungschancen
Verbesserungsvorschläge
-Strukturiertere und transparentere Kommunikation im gesamten Unternehmen
-Einführung einer konsistenteren Feedback- und Führungskultur mit klaren Zielvereinbarungen
-Mehr Transparenz bei internen Stellen und Entwicklungsmöglichkeiten
-Bessere Planbarkeit und Verbindlichkeit in Meetings und Entscheidungen
-Erfahrene Führungskräfte
-Verbesserungen im Büro- und Desksharing-Konzept für konzentriertes Arbeiten
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre hat sich in der letzten Zeit aus meiner Sicht deutlich verändert und wird insgesamt zunehmend als angespannt und vorsichtig wahrgenommen. Wertschätzung wirkt teilweise selektiv und nicht immer transparent nachvollziehbar. Positive Leistungen werden selten aktiv hervorgehoben, während der Fokus stark auf Problemen oder Fehlern liegt. Gute Arbeit wird sehr oft als selbstverständlich angesehen.
Insgesamt entsteht der Eindruck, dass in vielen Situationen eher Zurückhaltung herrscht und geschwiegen wird.
Kommunikation
Die Kommunikation ist aus meiner Sicht nicht durchgängig strukturiert und transparent. Informationen, die das gesamte Team betreffen, werden teilweise spontan in Einzelgesprächen oder zwischen Tür und Angel weitergegeben, statt gebündelt und nachvollziehbar für alle zugänglich zu sein.
Zusätzlich gibt es regelmäßig Meetings, die wenig klar strukturiert wirken, häufig ohne Agenda oder Zielsetzung. Dadurch entstehen Besprechungen, die viel Zeit binden, ohne dass im Vorfeld oder im Nachgang klare Ergebnisse oder Entscheidungen dokumentiert werden. Insgesamt wirkt die Meetingkultur ineffizient und nicht konsequent ergebnisorientiert.
Im Unternehmen kommt es zu Kündigungen, die im Team als überraschend wahrgenommen werden. Während in der offiziellen Kommunikation von vorherigen Feedbackgesprächen gesprochen wird, berichten betroffene Mitarbeitende, dass sie keine Gespräche, klare Vorwarnung oder eindeutige Eskalation wahrgenommen haben.
Dies führt im Team und im Unternehmen zu Verunsicherung und einem Gefühl eingeschränkter psychologischer Sicherheit im Umgang mit Führung und Feedback.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt im direkten Team wird insgesamt als gut wahrgenommen. Wenn aktiv Unterstützung benötigt wird, findet sich in der Regel jemand, der hilft oder Aufgaben übernimmt (aber nicht proaktiv). Gleichzeitig wirkt der übergreifende Austausch zwischen Teams eher funktional und weniger eng, wodurch Beziehungen außerhalb des direkten Umfelds eher oberflächlich bleiben.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance wird insgesamt als positiv bewertet. Flexible Arbeitszeiten sowie die Möglichkeit zum Homeoffice unterstützen eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Gleichzeitig hat sich diese Flexibilität aus meiner Sicht in letzter Zeit teilweise leicht verändert bzw. ist nicht mehr ganz so ausgeprägt wie früher.
Vorgesetztenverhalten
Mehrere Führungskräfte wirken in ihrer Rolle unerfahren und überfordert mit den Anforderungen an Führung, Priorisierung und Entscheidungsfindung.
Entscheidungen werden häufig stark verzögert getroffen, Rückmeldungen bleiben über längere Zeit aus. Themen bleiben dadurch oft offen oder müssen mehrfach nachgefragt werden, bevor eine Klärung erfolgt. Die Verbindlichkeit fehlt häufig.
Ein weiterer Aspekt ist die eingeschränkte Erreichbarkeit von Führungskräften. Diese sind bereits stark ausgelastet; zusätzlich kommen ganztägige oder mehrtägige Führungskräfte-Offsites sowie Weiterbildungen hinzu, wodurch Abstimmungen oder Rückfragen zusätzlich verzögert werden. Trotz dieser Maßnahmen konnte ich keine spürbare Verbesserung im Führungsverhalten oder in der Führungsstruktur feststellen.
Insgesamt entsteht der Eindruck, dass das Vorgesetztenverhalten nicht durchgängig stabil und verlässlich ausgeprägt ist und klassische Führungsaufgaben nur eingeschränkt wahrgenommen werden.
Entwicklungsgespräche, regelmäßiges Feedback oder konkrete Zielsetzungen finden nicht statt oder bleiben unkonkret. Dadurch entsteht wenig Orientierung für die tägliche Arbeit und die persönliche Weiterentwicklung.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind insgesamt interessant und abwechslungsreich. Besonders positiv ist die Zusammenarbeit mit Kundinnen und Kunden sowie die Möglichkeit, sich in verschiedene Projekte einzubringen. Teilweise besteht auch die Möglichkeit, eigene Ideen oder kleinere Projekte umzusetzen, was als motivierend empfunden wird.
Gleichberechtigung
Aus meiner Sicht gibt es teilweise Unterschiede darin, wie Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen wahrgenommen werden. Es entsteht gelegentlich der Eindruck, dass nicht alle Mitarbeitenden die gleichen Möglichkeiten haben, sich auf neue Rollen oder Aufgaben zu entwickeln, insbesondere wenn interne Positionen und Projekte nicht transparent ausgeschrieben werden.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Mitarbeitende werden grundsätzlich geschätzt und ihre Erfahrung wird anerkannt. Gleichzeitig ist die Belegschaft insgesamt eher jung geprägt, da tendenziell häufiger jüngere Mitarbeitende eingestellt werden. Dadurch sind unterschiedliche Erfahrungsstufen im Unternehmen weniger stark ausgeglichen vertreten.
Ein stärkerer Mix aus jüngeren und erfahreneren Mitarbeitenden könnte aus meiner Sicht dazu beitragen, verschiedene Perspektiven besser zu verbinden.
Arbeitsbedingungen
Das Büro ist ein Großraumbüro mit Desksharing über zwei Etagen. Dadurch ist konzentriertes Arbeiten teilweise schwierig, da viele Gespräche gleichzeitig stattfinden. Zwar gibt es die Möglichkeit, Räume zu buchen, diese sind jedoch nicht immer verfügbar.
Zusätzlich entsteht im Büroalltag teilweise Aufwand durch technische Einrichtung (z. B. Bildschirme, Headsets).
Positiv ist die vorhandene Küche mit Getränken und manchmal Snacks.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Umwelt- und Sozialbewusstsein wird insgesamt als positiv wahrgenommen. Hier gibt es aus meiner Sicht bereits viele gute Ansätze im Unternehmen.
Gehalt/Benefits
Die Gehaltsstruktur ist aus meiner Sicht nicht transparent. Gehaltsanpassungen werden fast immer mit wirtschaftlichen Rahmenbedingungen begründet und wirken nicht klar an Verantwortung, Leistung oder Entwicklung gekoppelt.
Zielvereinbarungen oder konkrete Kriterien für Gehaltsgespräche sind kaum vorhanden (je nach Team), wodurch die Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen eingeschränkt ist. Die zusätzlichen Sozialleistungen werden insgesamt als durchschnittlich wahrgenommen und haben sich in den letzten Jahren kaum weiterentwickelt.
Image
Das externe Image kann ich nur eingeschränkt beurteilen.
Karriere/Weiterbildung
Die Weiterentwicklungsmöglichkeiten werden aus meiner Sicht als begrenzt wahrgenommen. Zwar gibt es ein Weiterbildungsbudget, dieses ist jedoch eher auf kleinere Maßnahmen wie Onlinekurse oder Fachliteratur ausgelegt.
Interne Stellen werden häufig nicht offen oder frühzeitig kommuniziert, sondern erst dann, wenn bereits eine interne Lösung gefunden wurde. Dadurch entsteht der Eindruck, dass Entwicklungsmöglichkeiten nicht für alle Mitarbeitenden gleichermaßen transparent und zugänglich sind.

