Ihr Unternehmen?

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Eberhardt 
TRAVEL 
GmbH
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Hier lernt man viel - vor allem, was man im nächsten Job besser macht.

2,0
Nicht empfohlen
Ex-Auszubildende:rHat eine Ausbildung zum/zur Tourismuskaufmann im Bereich Marketing / Produktmanagement bei Eberhardt Travel GmbH in Kesselsdorf gemacht.

Arbeitsatmosphäre

Einmal pro Woche gibt es zur Mittagszeit eine (un‑)angenehme Session Bewegungssport mit hipper Musik, quasi ein kleines Firmenritual, bei dem man nur hoffen kann, dass in genau diesem Moment kein wichtiges Telefonat reinkommt. Immerhin ist das der einzige Zeitpunkt am Tag, an dem man die Kolleginnen und Kollegen tatsächlich lächeln und sich aktiv bewegen sieht. Fast schon rührend, wenn man bedenkt, wie selten das sonst vorkommt. Man könnte meinen: ganz nett. Abseits davon gibt es sowohl unter den älteren als auch unter den jüngeren Mitarbeitenden ein paar aktive Kontakte außerhalb der Arbeit, aber das hält sich in etwa so sehr in Grenzen wie die Innovationsfreude im Unternehmen. Ein bisschen Austausch hier, ein Kaffee dort, aber von einem lebendigen, modernen Miteinander ist man ungefähr so weit entfernt wie die Linie 333 vom pünktlichen Erscheinen nach Feierabend.

Karrierechancen

Was die Karrierechancen betrifft, kann man sagen: Sie sind definitiv vorhanden, allerdings hauptsächlich für Menschen, die sich gerne in Zeitkapseln aufhalten. Wer brav funktioniert, nicht zu viel fragt und sich problemlos in die bestehenden Paralleluniversen der Belegschaft einfügt, hat gute Aussichten, irgendwann selbst Teil der musealen Dauerausstellung „So haben wir das schon immer gemacht“ zu werden.

Wer hingegen moderne Arbeitsweisen mag, Eigeninitiative zeigt oder gar neue Ideen hat, wird eher als exotisches Forschungsobjekt betrachtet. Entwicklungsmöglichkeiten gibt es theoretisch, praktisch aber nur für diejenigen, die bereit sind, sich vollständig an die altbewährten Betriebsabläufe anzupassen. Innovation wird hier ungefähr so gern gesehen wie ein verspäteter Überlandbus. Man nimmt es zur Kenntnis, spricht lange darüber, ändert aber nichts.

Kurz gesagt, Karriere macht man hier vor allem durch Geduld, Anpassung und der Fähigkeit, unbezahlte Mehrarbeit als Charakterstärke zu verkaufen. Für alle anderen bleibt immerhin der Obstkorb.

Arbeitszeiten

Minutengenaue Zeiterfassung und ein Gleitzeitmodell, bei dem man mal 15–30 Minuten früher oder später anfangen darf, gibt es natürlich nicht. Kommt man zu früh, wird man freundlich darauf hingewiesen, dass man doch bitte zur vorgesehenen Arbeitszeit erscheinen möge. Kommt man zu spät, gibt es selbstverständlich böse Blicke und ein pädagogisch wertvolles „nettes Wort“. Ein System, das so modern ist wie ein Röhrenfernseher.

Die Strukturen wirken insgesamt so, als wären sie darauf ausgelegt, die Mitarbeitenden maximal auszupressen und gleichzeitig unbezahlte Mehrarbeit als eine Art Charaktertest zu verkaufen. Wer länger bleibt, ist engagiert. Wer pünktlich geht, hat offensichtlich keinen Teamgeist. Und wer es wagt, auf Arbeitszeitmodelle hinzuweisen, die nicht aus dem letzten Jahrhundert stammen, darf sich direkt auf die stille Treppe setzen.

Ausbildungsvergütung

Positiv bleibt immerhin, dass es ein zinsfreies Arbeitgeberdarlehen gibt – eine wunderbare Möglichkeit, sich langfristig zu verschulden, um wenigstens das Gefühl zu haben, man tue etwas Gutes. So kann man dann auch bei den Kunden mithalten, wenn man auf Reisebegleitung ist oder ein paar Urlaubstage nutzen möchte. Ein bisschen finanzielle Selbstoptimierung schadet ja nie, besonders wenn sie offiziell abgesegnet ist.

Die Ausbilder

Die Ausbilder sind so eine Sache. Manche sind wirklich cool, erklären verständlich und schaffen es sogar, Wissen so zu vermitteln, dass man danach nicht völlig ratlos dasteht. Und dann gibt es die anderen, jene, die so tief in ihrer eigenen Blase schweben, dass man sich fragt, ob sie überhaupt merken, dass außerhalb ihres Monitors noch ein Azubi existiert. Betriebsblindheit in Reinform. Während die einen geduldig erklären, warum etwas so funktioniert, wie es funktioniert, reagieren die anderen auf Fehler oder Fragen, als hätte man gerade ihre persönliche Lebensphilosophie angegriffen. Verständnis ist da eher optional. Und dann gibt es noch den "Aushilfs-"Ausbilder, den, von dem man eigentlich dachte, er sei einer der Guten. Bis man über acht Ecken erfährt, dass er angeblich ein Problem mit der eigenen Arbeitsleistung, Moral und Krankheitsgeschichte hat. Offenbar ist Transparenz hier ein Gruppensport, nur ohne die Beteiligung der betroffenen Person

Spaßfaktor

Wenn man bedenkt, dass die Berufsschule in Rodewisch liegt, quasi einem Ort, der so ruhig ist, dass selbst die Zeit dort ein Schläfchen macht, dann werden die zwei Wochen Blockunterricht schnell zu einer Art pädagogischem Survival‑Retreat. Das Beste daran ist eindeutig die Klasse.. Mit einer halbwegs intelligenten und angenehmen Truppe kann man dort sogar Spaß haben, während man gemeinsam versucht, nicht komplett einzuschlafen. Die Lehrkräfte wirken manchmal ein bisschen so, als wären sie spontan aus der Ersatzbank auf das Spielfeld geworfen worden, aber irgendwie passt das zum Gesamtbild. Im Betrieb sucht man nach dem Begriff "Spaß" vergeblich, es sei denn, man schaut RTL2 und kann bei sämtlichen Muttisendungen mitreden, vorausgesetzt die Prokuristen und alle Moralaposteln sind außer Haus.

Aufgaben/Tätigkeiten

Das Produktmanagement ist ja grundsätzlich eine spannende Sache, vorausgesetzt, man beschäftigt sich freiwillig damit und nicht nur, weil es irgendwo im Ausbildungsplan steht. Wenn man allerdings schon im ersten Lehrjahr den inneren Drang verspürt, eigene Reisen zusammenzubauen, weil man das nötige Grundwissen längst draufhat, dann wird’s plötzlich kompliziert. Denn kaum zeigt man ein bisschen Eigeninitiative, darf man sich auch schon dafür rechtfertigen, warum man recherchiert, geplant, verglichen und überhaupt irgendetwas getan hat, das über das absolute Minimum hinausgeht.

Da erstellt man lieber noch zehn zusätzliche Zimmerlisten für die großzügigen und überaus empathischen Ausbilder und schickt sie mit einem freundlichen Lächeln an die lieben Kolleginnen und Kollegen. Aber wehe, die verantwortliche Person sitzt gerade im Home‑Office - dann wird es richtig sportlich. Denn wie soll man einem Azubi etwas Neues erklären, wenn man selbst nicht da ist und nichts visuell zeigen kann? Da hilft dann nur noch die Hoffnung, dass sich Wissen vielleicht doch per WLAN übertragen lässt. Gut am Arbeitgeber sind definitiv die Reisebegleitungen

Variation

Es gibt sicherlich theoretisch die Möglichkeit, auch mal andere Reisedestinationen auszuarbeiten oder dort zu unterstützen, zumindest in der Fantasie. Praktisch bleibt man jedoch brav auf die eigene, vorgeschriebene Destination beschränkt. Expertise ist hier eher ein dekoratives Element.

Ideen aus weit entfernten Abteilungen auszuprobieren, wie zum Beispiel interaktive Karten, für die es sogar Schulungen gab, wurde mir freundlich, aber bestimmt untersagt. Dafür sei schließlich das Marketing zuständig. Meine Aufgabe sei Umsatz, Umsatz und, falls noch Zeit bleibt, Umsatz. Für „so Kleckerzeug“ wie das Erstellen von Karten oder der Suche nach passenden Fotoimpressionen sei man schlicht zu beschäftigt. Schließlich muss man Prioritäten setzen.

Respekt

Ist man brav, stellt keine Fragen und funktioniert einfach wie ein gut geöltes Zahnrad, dann scheint alles wunderbar zu sein. Sobald man aber ein kleines bisschen Anspruch entwickelt, Probleme während der Arbeit auftreten oder, Gott bewahre, der Überlandbus mal wieder Verspätung hat, der nur einmal pro Stunde fährt, wird man sofort zum Gesprächsthema des Tages. Von krankheitsbedingten Ausfällen ganz zu schweigen: Da verwandelt man sich gefühlt direkt in eine Fallstudie für „Wie man es bitte nicht macht“. Offenbar ist es am einfachsten, wenn man weder auffällt noch atmet, dann läuft’s.

Die alten Hasen sitzen derweil gemütlich in ihren eigenen kleinen Paralleluniversen, und Teile der jüngeren Generation haben sich ebenfalls gut darin eingerichtet. Von gemeinsamen Projekten, echtem Teamgeist oder einem respektvollen Miteinander kann man da nicht wirklich sprechen. Es wirkt eher so, als würden viele Langzeitbeschäftigte gedanklich noch in der DDR verweilen, inklusive der Überzeugung, dass neue Impulse, moderne Arbeitsweisen oder die Wünsche und Sorgen frischer Mitarbeiter eine Art störendes Hintergrundrauschen sind, das man am besten ignoriert. Veränderung? - Auf keinen Fall!

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Arbeitgeber-Kommentar

Eberhardt TRAVELPersonalmanagement

Vielen Dank für Ihr offenes Feedback - auch wenn es in vielen Punkten sehr kritisch ausfällt, schätzen wir es, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Ihre persönlichen Empfindungen zu schildern.

Die Ausbildung in unserem Unternehmen ist sehr anspruchsvoll und fordert viel persönliches Engagement. Das Erlernen von Grundlagen, besonders im 1. Lehrjahr, ist eine wichtige Basis, um im Laufe der Ausbildung auch eigene Reisen und Verantwortlichkeiten zu übernehmen. Sie haben richtig erkannt, dass wir als privatwirtschaftliches, mittelständisches Unternehmen den Umsatz täglich im Blick haben müssen. Dieser sichert unseren Mitarbeitern und deren Familien den Lebensunterhalt. Es bleibt im Produktmanagement natürlich auch Zeit, um persönliche Traumreisen zu entwickeln, dennoch muss der investierte Zeitaufwand auch verhältnismäßig sein und eine gewisse Kritikfähigkeit setzen wir voraus, damit Sie auch etwas lernen und sich weiterentwickeln.

Dass es im Arbeitsumfeld auch mal herausfordernde zwischenmenschliche Konstellationen geben kann, ist verständlich. Umso wichtiger ist uns ein respektvolles, wertschätzendes Miteinander auf allen Ebenen.

Wir bedauern, dass die Ausbildung nicht Ihren Vorstellungen entsprochen hat und Sie diese nicht fortführen wollten. Gern hätten wir Sie von unserem Erfahrungsschatz profitieren lassen und mit Ihnen gemeinsam Ihr Potenzial entwickelt. Wir wünschen Ihnen alles Gute für Ihre berufliche Zukunft und, dass Sie Ihren Traumjob finden.

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.