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Finger weg als Ausbildungsbetrieb!!

1,8
Nicht empfohlen
Auszubildende:rHat zum Zeitpunkt der Bewertung eine Ausbildung zum/zur Kauffrau für Büromanagement im Bereich Administration / Verwaltung in Velbert absolviert.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Positiv hervorheben möchte ich die teilweise angenehme Zusammenarbeit mit einzelnen Kollegen und dass ich grundsätzlich praktische Einblicke in den Büroalltag sammeln konnte.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Ich bin mit einer positiven Erwartung in die Ausbildung gestartet. Bereits im Vorstellungsgespräch wurde die Ausbildung sehr ausführlich dargestellt und es wurde ein für mich positiver Eindruck von der Einarbeitung und den späteren Tätigkeiten vermittelt.

Die Realität sah für mich leider anders aus. Lediglich in der ersten Woche fand eine grobe Einarbeitung statt. Bereits nach kurzer Zeit wurde erwartet, dass ich mich in die verschiedenen Systeme und Abläufe weitgehend selbstständig einarbeite und diese nach etwa zwei Wochen beherrsche. Für die anschließend übertragenen Aufgaben fehlte mir teilweise eine ausreichende und verständliche Einarbeitung. Vieles musste ich mir selbst erschließen, während gleichzeitig normale Aufgaben des Tagesgeschäfts übernommen werden sollten.

Besonders problematisch empfand ich den Umgang mit der Berufsschule. Uns (auch den anderen Auszubildenden) wurde eine Zusatzvereinbarung vorgelegt, nach der wir auch an den Berufsschultagen nach dem Unterricht noch im Betrieb bleiben sollten. Bei den von mir besuchten Berufsschultagen mit sechs Unterrichtsstunden wurde die Berufsschulzeit nach den gesetzlichen Regelungen bereits auf die Ausbildungszeit angerechnet. Eine zusätzliche Anwesenheit bis 17 Uhr war daher aus der Sicht der Berufsschule, der HWK und mir nicht geschuldet.

Als wir dies angesprochen haben und auch darauf hingewiesen haben, dass wir Zeit zum Lernen benötigen, wurde uns sinngemäß gesagt, dass wir im Betrieb lernen könnten (es war nicht mal Zeit die letzten 10-15 Minuten vom Arbeitstag sein Berichtsheft zu schreiben, da auch 2 Minuten vor Feierabend noch Anrufe der Geschäftsführung kamen mit neuen Aufgaben - teilweise ist man also auch länger als 17 Uhr da, Minimum 1-2 mal die Woche). Anschließend wurde uns nahegelegt, wir sollten uns überlegen, ob wir eine Zusatzvereinbarung unterschreiben in der wir uns quasi damit zufriedengeben über 40 Stunden die Woche zu arbeiten - die "Überstunden" natürlich unbezahlt. Dabei wurde sinngemäß vermittelt, dass ansonsten künftig keine Auszubildenden mehr eingestellt würden. Außerdem fiel in diesem Zusammenhang die Aussage „Eine Hand wäscht die andere.“

Ich habe diese Situation als erheblichen Druck empfunden und hätte mir hier einen deutlich professionelleren und wertschätzenderen Umgang mit uns als Auszubildenden gewünscht. Ob die Firma zukünftig noch Auszubildende einstellt ist ja zB nicht unser Thema oder Problem..

Insgesamt hatte ich dadurch zunehmend das Gefühl, dass die Bewältigung des normalen Tagesgeschäfts stärker im Vordergrund stand als eine ausreichende Einarbeitung und tatsächliche Ausbildung. Ich hätte mir insbesondere eine realistische Einarbeitungsphase, verständliche Anleitungen und mehr Unterstützung beim Erlernen der betrieblichen Systeme und Aufgaben gewünscht.

Mein Fazit:
Ich war vorher 8 Jahre in der Pädagogik tätig, bin also nicht mehr als ganz junger Hüpfer in die Ausbildung eingestiegen und wer eine Ausbildung im Bürobereich sucht und dabei Wert auf eine gute schulische Ausbildung, gute Noten und eine ausgewogene Verbindung zwischen Schule und Betrieb legt, sollte sich meiner Erfahrung nach nach einem anderen Ausbildungsbetrieb umsehen. Ich hatte bereits nach kurzer Zeit zunehmend das Gefühl, die Ausbildung nicht für meine eigene berufliche Entwicklung zu machen, sondern in erster Linie für das Unternehmen: Das interne System sollte möglichst schnell beherrscht werden, damit man im Tagesgeschäft eingesetzt werden konnte. Andere Bestandteile der Ausbildung kamen für mich dabei deutlich zu kurz. Für mich hat sich dieses Gefühl bereits innerhalb der ersten Wochen verstärkt und letztendlich dazu geführt, dass die Ausbildung beendet wurde.

Verbesserungsvorschläge

Aus meiner Sicht sollten Auszubildende deutlich stärker als das behandelt werden, was sie sind: Menschen, die sich in einer Lern- und Entwicklungsphase befinden und nicht von Anfang an vollwertige Arbeitskräfte ersetzen können und sollen.

Auszubildende sollten weder überfordert noch unter Druck gesetzt werden. Dazu gehört für mich auch, persönliche oder private Angelegenheiten anderer Auszubildender nicht zum Gegenstand von Druck oder unangemessenen Gesprächen zu machen.

Außerdem halte ich es für wichtig, Auszubildende nicht für Aufgaben einzusetzen, die eigentlich in den Verantwortungsbereich von Vorgesetzten gehören. Dazu zählen beispielsweise das Überbringen von Kündigungen oder das Austragen bzw. Lösen von Konflikten mit anderen Mitarbeitern oder Kunden. Gerade wenn man erst wenige Wochen im Unternehmen ist, sollte man nicht in Situationen gebracht werden, in denen man Konflikte stellvertretend für die Führungsebene lösen oder unangenehme Gespräche übernehmen soll.

Ein weiterer Punkt ist die Kommunikation. Wenn von Mitarbeitern und Auszubildenden wiederholt Ehrlichkeit, Transparenz und die Einhaltung von Regeln erwartet werden, sollte dies aus meiner Sicht auch von der Führungsebene konsequent vorgelebt werden. Dazu gehört für mich insbesondere, gesetzliche Vorgaben selbst einzuhalten und diese nicht nur von den Mitarbeitern einzufordern.

Insgesamt würde ich mir wünschen, dass Auszubildende stärker geschützt, angeleitet und unterstützt werden, anstatt sie frühzeitig mit Verantwortung und Konflikten zu belasten, die nicht ihrem Ausbildungsstand entsprechen. Eine klare Kommunikation auf Augenhöhe und ein respektvoller Umgang mit allen Mitarbeitern würden aus meiner Sicht ebenfalls erheblich zur Verbesserung beitragen.

Arbeitsatmosphäre

Die Zusammenarbeit mit einzelnen Kolleginnen und Kollegen war angenehm. Insgesamt habe ich die Arbeitsatmosphäre jedoch als eher angespannt und wenig strukturiert erlebt. Häufige Unterbrechungen während der Arbeit und wechselnde bzw. unklare Prioritäten haben das konzentrierte Arbeiten erschwert. Als Auszubildende hätte ich mir eine ruhigere und besser organisierte Arbeitsumgebung gewünscht.

Karrierechancen

Da ich erst kurze Zeit im Unternehmen war, kann ich die langfristigen Karrierechancen nur eingeschränkt beurteilen. Während meiner Ausbildungszeit wurden für mich jedoch keine konkreten Entwicklungsmöglichkeiten oder Perspektiven aufgezeigt. Der Schwerpunkt lag aus meiner Wahrnehmung eher darauf, die anfallenden Aufgaben im Tagesgeschäft zu erledigen, als mich gezielt beruflich weiterzuentwickeln.

Arbeitszeiten

Die Arbeitszeiten waren für mich insbesondere in Verbindung mit den Berufsschultagen schwierig. Trotz Unterricht bis mittags wurde erwartet, anschließend noch bis 17 Uhr im Betrieb zu bleiben. Dadurch entstanden sehr lange Tage. Ich hätte mir hier eine bessere Abstimmung zwischen Berufsschule und Betrieb und eine stärker auf die Ausbildung ausgerichtete Planung gewünscht, anstatt unter Druck gesetzt zu werden eine Sondervereinbarung zu unterschreiben das man mehr als 40 Stunden arbeitet (unbezahlt natürlich).

Ausbildungsvergütung

Durchschnittlich

Die Ausbilder

Die fachliche und persönliche Begleitung während der Ausbildung habe ich leider als unzureichend erlebt. Eine strukturierte Einarbeitung und klare Anleitung haben mir gefehlt. Teilweise hatte ich den Eindruck, eher als reguläre Arbeitskraft eingesetzt zu werden, statt als Auszubildende gezielt angeleitet und aufgebaut zu werden. Bei Fragen oder Unsicherheiten hätte ich mir mehr Unterstützung und feste Ansprechpartner gewünscht.

Spaßfaktor

Der Spaß an einzelnen Aufgaben und der Kontakt zu den Kollegen waren durchaus vorhanden. Insgesamt wurde die Freude an der Ausbildung jedoch durch die fehlende Struktur, die teilweise unklare Aufgabenverteilung und die aus meiner Sicht unzureichende Begleitung deutlich eingeschränkt.

Aufgaben/Tätigkeiten

Die Aufgaben waren teilweise interessant, allerdings fehlte mir häufig die erkennbare Verbindung zu einem strukturierten Ausbildungsplan. Ich wurde relativ schnell mit regulären Aufgaben betraut und musste mir vieles selbst erschließen. Für eine Ausbildung hätte ich mir mehr schrittweise Vermittlung von Fachwissen und eine nachvollziehbare Entwicklung der Aufgaben gewünscht.

Variation

Die Aufgaben waren aus meiner Sicht wenig abwechslungsreich und boten nur begrenzt Möglichkeiten, unterschiedliche Bereiche des Berufs kennenzulernen. Gerade in einer Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement hätte ich mir Einblicke in verschiedene kaufmännische Tätigkeitsbereiche und eine systematische Erweiterung der Aufgaben gewünscht.

Respekt

Leider habe ich den Umgang mit Auszubildenden teilweise als wenig wertschätzend erlebt. Besonders im Zusammenhang mit der Berufsschulzeit hatte ich nicht das Gefühl, dass die Situation aus Sicht der Auszubildenden ernst genommen wurde. Aussagen wie, dass man künftig keine Auszubildenden mehr einstellen wolle, wenn diese ihre Ausbildungszeit entsprechend der schulischen Vorgaben nutzen, habe ich als unangemessen empfunden. Insgesamt hätte ich mir einen respektvolleren und verständnisvolleren Umgang gewünscht.

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