Gratis malochen leicht gemacht – ETA Plus Hamburg (Berlin Darmstadt München ) zeigt, wie’s (nicht) geht
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ehrlich gesagt: nichts. Nach langem Überlegen fällt mir kein einziger echter Pluspunkt ein – selbst die funktionierende Kaffeemaschine kann die übrigen Mängel nicht ausgleichen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Eigentlich gibt es in keinem Bereich echte Lichtblicke. Die Arbeitsplätze sind veraltet, die Abläufe chaotisch und der Umgangston dauerhaft angespannt. Besonders kritisch: Die Gehälter treffen häufig verspätet ein, teils bleiben sie wochenlang aus. Wer auf pünktliche Bezahlung angewiesen ist, sollte sich daher gut überlegen, ob er das Risiko eingehen möchte
Verbesserungsvorschläge
Unpünktliche oder fehlende Lohnzahlungen, ein Tonfall wie auf dem Fischmarkt und Bürokratie. Wer gern gratis arbeitet und sich anschreien lässt, darf hier sofort unterschreiben. Alle andern -schnell weglaufen!
Arbeitsatmosphäre
Wellness-Oase für Stressfans- Dauergebrüll als Hintergrund. Prozesse wirken improvisiert, Unterlagen mehrfach neu angelegt, nur um Aktivität zu simulieren. Das kostet Energie und hinterlässt chaotische Ablagestrukturen, die jede Effizienz im Keim ersticken.
Work-Life-Balance
Freizeit gibt’s – sobald das Gehalt mal auftaucht
Urlaub? Klar – einfach drei- bis viermal höflich nachhaken, eine PowerPoint mit Begründung einreichen und noch schnell den Mond in die richtige Phase schieben … dann wird mit viel Glück der gesetzlich zustehende Urlaub bestimmt ganz großzügig bewilligt
Überstunden werden nicht vergütet und oft bekommt man fünf Minuten vor Feierabend noch dringende Aufgaben aufgebrummt, die sofort erledigt werden sollen
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es existieren punktuelle Initiativen, doch sie wirken eher als Imagepflege denn als ernst gemeinter Wert
Karriere/Weiterbildung
Formaler Aufstieg ist schwer erkennbar, professionelle Weiterbildung ebenso. In erster Linie lernt man mit Druck, Unsicherheit und Eigenorganisation klarzukommen – Fähigkeiten, die man vielleicht lieber anderswo vertiefen würde
Kollegenzusammenhalt
Um nicht unterzugehen, klammern wir uns gegenseitig fest – wir sitzen zwar alle im selben Boot, aber leider ohne Kompass und die Fluktuation ist gewaltig - das Team besteht überwiegend aus Teilzeitkräften, Studenten und Azubis
Vorgesetztenverhalten
Führung bedeutet hier - Kontrolle bis auf die Minute, kombiniert mit heftigen Tonlagen. Vertrauen in die Mitarbeitenden fehlt völlig; jede Aufgabe muss in zig Zeiterfassungen dokumentiert werden. Einer verzettelt sich, der andere kommuniziert eher über Lautstärke
Arbeitsbedingungen
Ein paar Auserwählte tippen auf MacBooks, der Rest arbeitet an ausrangierten Second-Hand-Rechnern, die schon beim Hochfahren Minuten kosten. Ergonomische Stühle oder höhenverstellbare Tische gibt es kaum- wer Rücken hat, hat Pech
Kommunikation
Mikromanagement in Dolby Surround - Informationen fließen einseitig von oben nach unten – meist als Befehl, selten als Dialog
Gehalt/Benefits
Die Bezahlung ist ein Glücksspiel - Löhne trudeln meistens deutlich verspätet ein und die Bezahlung folgt keinem zuverlässigen Rhythmus. Wer also erleben möchte, wie es ist, wochenlang unbezahlt zu arbeiten, ist hier richtig
Gleichberechtigung
Alle werden gleich laut angeschrien -immerhin fair
Interessante Aufgaben
Chaos-Challenge -jede Aufgabe wird dreimal gemacht, damit’s wie Arbeit aussieht