Ernüchternd. Bescheiden.
Verbesserungsvorschläge
-Kritik von Mitarbeitern nicht als persönlichen Angriff sehen und sachlich und nüchtern darauf reagieren. (Apropos: Liebes HR-Team, bevor ihr eure flinken Finger auf der Tastatur spielen lässt: Bitte spart euch jegliche Antwort auf meine Bewertung, denn ich habe kein Interesse mehr daran mit euch persönlich meine Kritikpunkte zu besprechen. Ich kenne nicht jeden Human Resources Mitarbeiter persönlich, aber bei einigen merkt man, dass jegliche Menschenkenntnis fehlt. Und bitte spart euch jedwede Anschuldigung der Respektlosigkeit, wenn Mitarbeiter gerechtfertigte Kritik äußern.)
-Stundenlohn erhöhen. (Nein, Mitarbeiterbenefits sind keine Kompensation für einen so niedrigen Stundenlohn)
-Vorgesetzte in Menschenführung schulen. Mitarbeiter gleichberechtigt behandeln.
-Gewisse Arbeitsplätze von Betriebsmedizinern u.o. Prüfern im Bereich Arbeitsschutz überprüfen lassen und nach Bedarf anders einrichten oder umbauen.
-Sich an deutsche Gesetze halten und die Rüstzeit der Mitarbeiter endlich bezahlen.
Arbeitsatmosphäre
Es gab durchaus Tage, an denen ich die Arbeitsatmosphäre als angenehm empfunden habe, insbesondere wenn die äußeren Rahmenbedingungen stimmten - gutes Wetter, Gäste die Mitarbeiter als Menschen ansehen und nicht als Dienstleistungsroboter und akzeptables Verhalten Vorgesetzter gegenüber dem Team.
Insgesamt würde ich die Arbeitsatmosphäre jedoch als überwiegend auslaugend beschreiben.
Image
Wie viele es bei den Bewertungen auch schon sagten: Außen Gesichter wahrend und intern nicht zufriedenstellend.
Work-Life-Balance
Nach mehreren Jahren als Vollzeitkraft im Park haben sich meine Hobbys und meine persönliche Freizeitgestaltung deutlich reduziert.
Ich persönlich kann nur sagen, dass ich wesentlich seltener zum Sport gehe, obwohl ich vor meiner Zeit im Park sehr gerne und regelmäßig trainiert habe. Auch das gesund Kochen ist bei mir zunehmend auf der Strecke geblieben. Stattdessen landen häufiger TK-Gerichte aus der Kantine auf dem Teller, weil nach einem ganzen Tag im Europa-Park schlichtweg die Energie fehlt.
Wer im Park arbeitet, hat meiner Erfahrung nach schnell das Gefühl, dass der gesamte Tag der Arbeit gehört. Man verkauft einen erheblichen Teil seiner Lebenszeit für einen vergleichsweise niedrigen Stundenlohn und das von Parköffnung bis Parkschluss. Und da der Park nicht jeden Tag zur gleichen Zeit schließt, bleibt selbst die Frage wann man eigentlich Feierabend hat, eine kleine Überraschung.
Beziehungen, Gesundheit, Sport und selbst das eigene Aussehen leiden mit der Zeit unter diesen langen Arbeitszeiten.
Für mich steht jedenfalls fest, dass eine Vollzeitstelle nicht dazu führen sollte außerhalb der Arbeit kein eigenes Leben zu haben.
Karriere/Weiterbildung
Für einfache Angestellte im Park nicht möglich.
Gehalt/Benefits
Da ich keine Lust mehr habe unter jeder Rubrik einen Roman zu verfassen, mache ich es jetzt kurz :D
Jeder beliebige Discounter zahlt mehr Gehalt als der Europa-Park.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Leider wird es bei den Besuchern des Europa-Parks zum Trend, den Park als offene Müllhalde zu betrachten, aber dafür kann der Europa-Park selbst nichts. Es gibt zu genüge Müllmänner die sich darum kümmern und Gärtner die täglich all die Pflanzen und Blumen im Park pflegen.
Die Kritik gilt eher den Gästen.
Kollegenzusammenhalt
Katastrophal! In meiner Abteilung hatte ich den Eindruck, dass persönliche Beziehungen bei der Behandlung von Mitarbeitern eine erhebliche Rolle spielten. So wurden beispielsweise Mitarbeiter durch die Teamleitung eingestellt, die mit dieser eng befreundet sind. Besonders befremdlich empfand ich dabei, dass einer der betreffenden Mitarbeiter selbst offen äußerte, in erster Linie nur aufgrund der Mitarbeiterwohnung bei uns arbeiten zu wollen und darüber hinaus keine größeren Ambitionen zu haben, sich aktiv ins Team einzubringen.
Insgesamt hatte ich dadurch sehr deutlich den Eindruck von "Favoritism". Auffällig war für mich beispielsweise, dass die besagte Freundin der Teamleitung weitaus mehr als elf Tage am Stück frei nehmen konnte, obwohl das für Mitarbeiter im Bereich Shopping meines Wissens regulär nicht vorgesehen ist.
Zudem nahm sich die betreffende Mitarbeiterin mehrfach heraus, bei sechs Stunden Arbeitszeit noch eine einstündige Pause einzulegen. Soweit ich weiß, besteht hierfür gesetzlich kein Anspruch - aber vielleicht gibt es ja eine Gesetzeslücke namens "beste Freundin der Teamleitung".
So eine Behandlung haben "normale" Mitarbeiter nicht genossen.
Umgang mit älteren Kollegen
Selbiger Kommentar wie bei Gleichberechtigung.
Vorgesetztenverhalten
Siehe Kommentar unter Kollegenzusammenhalt.
Arbeitsbedingungen
Hier darf sich jeder einmal selbst die Frage stellen, ob es tatsächlich zumutbar ist, Mitarbeiter bei 35 bis 40 Grad ohne Klimaanlage und teilweise ohne ausreichende Möglichkeit zur Wasserversorgung arbeiten zu lassen. Man hat ausgewählten Filialen einen Kasten Wasser zur Verfügung gestellt aufgrund der Sommerhitze, aber andere Filialen hat man dann einfach vergessen, oder was? War der Grund da auch Favoritism? ;)
Dasselbe Prinzip scheint auch im Winter zu gelten. Bei eisigen Temperaturen wird teilweise erst Mitte November dafür gesorgt, dass eine kleine ansteckbare Heizung für zwei Mitarbeiter zur Verfügung steht.
Ebenso darf sich jeder selbst fragen, wie zumutbar es ist, neun Stunden täglich in einem abgedunkelten Raum ohne Fenster und natürliches Tageslicht zu verbringen, während gleichzeitig Showbeleuchtung und ein massiv hoher Lärmpegel durch das Geschrei der Besucher auf der Achterbahn für die passende Geräuschkulisse sorgen.
Kurz gesagt: Im Sommer wird man gegrillt, im Winter friert man und dazwischen darf man sich neun Stunden lang fragen ob Tageslicht für die psychische und physische Gesundheit eigentlich überbewertet wird.
Kommunikation
Hinsichtlich der Kommunikation am Arbeitsplatz hatte ich häufig den Eindruck, dass lediglich die notwendigsten Informationen weitergegeben wurden, ohne Hintergründe oder Zusammenhänge näher zu erläutern.
Besonders deutlich wurde dies beispielsweise beim Wegfall von Mitarbeiter-Benefits. Hier wurde lediglich mitgeteilt, dass diese künftig nicht mehr zur Verfügung stehen würden. Eine nachvollziehbare Erklärung zu den Hintergründen dieser Entscheidung erfolgte jedoch nicht.
Verdienen Angestellte im Park keine offene Kommunikation? Ist diese nur der Chefetage vorbehalten?...Diese Frage stelle ich mir, und viele meiner Kollegen ebenso.
Gleichberechtigung
Dazu kann ich weder eine positive noch eine negative Kritik äußern. Deshalb neutrale 3 Sterne
Interessante Aufgaben
Ich empfand die Aufgaben in den ersten Wochen noch als interessant. Danach setzte es ein, dass es sich nur noch um dieselbe monotone Arbeit handelt. Tag für Tag, Stunde für Stunde, Minute für Minute.

