1 Bewertung von Bewerbern kununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
Ihr Unternehmen?
kununu Prüfprozess
Ich möchte meine Erfahrung mit dem Bewerbungsprozess schildern, da sie für mich letztlich enttäuschend verlief.
Zunächst hatte ich mich über StepStone auf die ausgeschriebene Stelle beworben und eine Absage erhalten. Später wurde ich per E-Mail erneut kontaktiert, da nach Angaben des Unternehmens ein Fehler passiert war. Daraufhin wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, das aus meiner Sicht gut verlief. Im Anschluss erhielt ich eine Zusage und entschied mich für das Unternehmen.
Als mir der Vertragsentwurf zugesandt wurde, stellte ich allerdings fest, dass das Arbeitsverhältnis auf zwei Jahre befristet sein sollte, obwohl die Stelle als unbefristete Festanstellung ausgeschrieben war.
Ich fragte höflich nach, ob es sich möglicherweise um ein Versehen handelte, da die Vertragsbedingungen nicht mit der Stellenausschreibung übereinstimmten.
Daraufhin rief mich der CTO an, um die Entscheidung für befristete Verträge zu erklären. Er führte aus, dass das Unternehmen mehr Zeit benötige, um beurteilen zu können, ob jemand ins Team passe. Seinen Angaben zufolge hätten etwa 80 % der unbefristet eingestellten Mitarbeiter nicht funktioniert. Außerdem erklärte er, dass er sogar auf jemanden verzichten würde, der jährlich vier Millionen Euro Rohertrag erwirtschaftet, wenn die Person menschlich nicht ins Team passe.
Besonders irritiert hat mich seine Schilderung einer Mitarbeiterin, die auf ein mögliches Datenschutzproblem bei der Speicherung von Geburtstagen hingewiesen hatte. Laut seiner Darstellung wurde ihr Verhalten als Zeichen mangelnder sozialer Eignung gewertet und man trennte sich von ihr.
Auch die Gesprächsführung empfand ich als schwierig. Ich wurde wiederholt unterbrochen und hatte zunehmend den Eindruck, dass meine eigentliche Frage zu den Vertragsbedingungen in den Hintergrund rückte. Stattdessen wurde meine Nachfrage schließlich als Hinweis auf mangelnde soziale Kompetenz und problematisches Konfliktverhalten interpretiert.
Der CTO erklärte am Ende des Gesprächs, dass er die Zusammenarbeit nicht weiterverfolgen wolle.
Ich finde es bedauerlich, dass eine sachliche Rückfrage zu den vertraglichen Rahmenbedingungen zu einer solchen persönlichen Bewertung geführt hat. Als Bewerberin darf ich erwarten, dass die Angaben in einer Stellenausschreibung die tatsächlichen Bedingungen der angebotenen Stelle widerspiegeln.
Natürlich steht es jedem Unternehmen frei, befristete Verträge anzubieten und bei der Auswahl von Mitarbeitern großen Wert auf die zwischenmenschliche Zusammenarbeit zu legen. Dann sollten diese Rahmenbedingungen jedoch von Anfang an transparent kommuniziert werden. Ebenso sollte es möglich sein, berechtigte Rückfragen zu stellen, ohne dass diese unmittelbar als persönliches oder zwischenmenschliches Problem interpretiert werden.
Insgesamt war das für mich eine enttäuschende Erfahrung. Gerade nach einem zunächst positiven Bewerbungsprozess hätte ich mir mehr Transparenz, eine respektvolle Gesprächsführung und einen sachlicheren Umgang mit einer ganz normalen Frage gewünscht.
Mein Fazit: Wer eine Stelle als unbefristete Festanstellung ausschreibt, sollte auch entsprechende Vertragsbedingungen anbieten oder Abweichungen transparent erklären. Und wer von Bewerbern Offenheit und soziale Kompetenz erwartet, sollte diese Werte auch im eigenen Umgang mit ihnen zeigen.