Gut am Arbeitgeber finde ich
Fachlich ist die Ausbildung wirklich stark – man bekommt eine gute Grundlage, auf der man später gut aufbauen kann, egal ob man bleibt oder etwas anderes macht. Die Bezahlung ist super, es gibt Gleitzeit und ein paar richtig gute Kolleginnen und Kollegen. Außerdem lernt man durch den hohen Anspruch unglaublich viel, auch wenn der Druck groß ist.
Außerdem bekommt man in der Ausbildung die meisten Gesetze und Materialien gestellt, im Studium muss man alles selbst zahlen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schade fand ich, dass so viel vom persönlichen Verhältnis zu den Ausbildern abhing. Wenn man gemocht wurde, hatte man es leicht und wenn nicht, wurde es richtig anstrengend. Der Druck war groß, und Nachfragen kamen oft nicht gut an. Teilweise war der Umgang echt respektlos, und man hatte ständig Angst, etwas falsch zu machen. Veränderungen oder Kritik werden nicht gerne gesehen. Man braucht hier schon ein dickes Fell.
Verbesserungsvorschläge
Ich würde mir wünschen, dass man Azubis mehr Vertrauen entgegenbringt und sie nicht ständig miteinander vergleicht. Ein bisschen mehr Geduld und Wertschätzung würden vieles verändern. Außerdem wäre es schön, wenn Homeoffice nach der Ausbildung leichter möglich wäre und insgesamt offener mit Veränderungen umgegangen wird aber so ist halt das Amt.
Selbst Verbesserungsvorschläge kommen nicht gut an, alles soll so bleiben wie es ist und wehe jemand möchte etwas verbessern.
Alles andere kann man nicht verbessern, da das sich auf das Beamtentum als solches bezieht.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre war durchwachsen. Es gab Abteilungen, in denen man sich wohlfühlte und lachen konnte aber auch solche, in denen man ständig unter Druck stand und kaum atmen konnte. Dieses ständige Gefühl, beobachtet oder verglichen zu werden, hat viel Unsicherheit erzeugt und das Arbeitsklima ziemlich belastet.
Karrierechancen
Im mittleren Dienst wird klar signalisiert, dass man dort bleiben soll. Natürlich kann man ein Studium machen und in den gehobenen Dienst wechseln, aber wirkliche Karriere im klassischen Sinne gibt es als Beamter nicht. Beförderungen sind festgelegt, egal, wie sehr man sich engagiert. Das sorgt zwar für Sicherheit, lässt aber wenig Raum für echte Karriereentwicklung.
Arbeitszeiten
Arbeitszeiten waren okay, es gibt Gleitzeit, was echt praktisch ist. Die 41 Stunden merkt man aber schon. Homeoffice gibt’s in der Ausbildung gar nicht, und auch danach nur, wenn man Glück hat und das Amt mitmacht. Dann vielleicht ein- bis zweimal die Woche, wenn man hartnäckig bleibt.
Ausbildungsvergütung
Die Bezahlung während der Ausbildung ist wirklich top. Allerdings gibt es kein Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, was im Beamtenstatus normal ist. Was mich gestört hat, war die Pflicht zur privaten Krankenversicherung, denn das war kompliziert und oft teurer, als man denkt.
Die Ausbilder
Ich habe von einigen Ausbildern wirklich viel gelernt und bin dankbar für das Fachwissen, das sie vermittelt haben. Gleichzeitig war der Umgang manchmal sehr kalt oder herablassend. Wenn man nicht ins persönliche Raster passte, wurde es schnell unangenehm.
Der eine Ausbildungsbezirk ist bspw. dahingehend ein Paradebeispiel. Das Verhalten dort war unterirdisch und sehr enttäuschend.
Überwiegend arbeiten dort Frauen und diese haben leider die männlichen Azubis bevorzugt, somit wurde man teilweise vom eigenen Geschlecht als „Mensch zweiter Klasse“ abgetan.
Spaßfaktor
Kommt drauf an, in der Theoriephase in Schwäbisch Gmünd war es schon ganz lustig nachdem man sich im Wohnheim eingelebt hat. Allerdings musste man wirklich viel lernen und es gab unglaublich viele Hausaufgaben, die man machen MUSSTE da diese dokumentiert wurden und wenn man 3 Striche hatte, gab es einen Eintrag in die Personalakte (Kindergarten?). Dadurch entstand mehr Druck als Teamgefühl. Außerdem hat das „aneinander messen der Azubis“ durch die Ausbilder ein Konkurrenzverhalten unter Azubis ausgelöst.
Praxisphasen waren weniger Spaßig da Azubis auf unterschiedlichen Bezirken waren, die Pausen waren aber lustig.
Aufgaben/Tätigkeiten
Die Aufgaben waren wirklich vielfältig und man konnte viel lernen. Trotzdem musste man aufpassen, keine Frage zweimal zu stellen sonst bekam man schnell einen Spruch oder wurde direkt angeschrien. Das war schade, weil man dadurch oft verunsichert war, obwohl man ja eigentlich da war, um zu lernen.
Variation
Ich fand die Aufgaben an sich abwechslungsreich und interessant, vor allem wenn man in einer engagierten Abteilung war. Leider gab es aber auch Bezirke, in denen man kaum etwas Eigenes machen durfte oder ständig dieselben Tätigkeiten hatte. Es kam wirklich darauf an, wo man gelandet ist und wie der Ausbilder eingestellt war.
Respekt
Beim Thema Respekt kann ich nur sagen: geht so. Es gab schon Menschen, die freundlich und hilfsbereit waren, aber leider auch einige, die schnell laut wurden oder einen herablassend behandelt haben. Gerade als Azubi fühlt man sich dann schnell klein gemacht oder unsicher.
Beschweren sollte man sich sowieso nicht, damit macht man sich nur Feinde und darüber weiß dann das ganze Amt Bescheid.
Es gibt klare Hierarchien, diese werden einem sofort und immer wieder klar gemacht.