Die höchsten Höhen, die tiefsten Tiefen. Eine Achterbahnfahrt die selten Spaß macht.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Man kann großen Spaß haben, tolle Erfahrungen machen und unglaubliche Geschichten erleben. Die Arbeit könnte wahnsinnigen Spaß machen und, im Gegensatz zu den meisten Arbeitgebern, leistet man einen wertvollen, wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Die Arbeit ist in sich wertvoll über die Wertschöpfung für das Unternehmen hinaus. Selten.
Verbesserungsvorschläge
Kritik ist in den meisten Fällen konstruktiv gemeint, auch wenn sich kaum jemand traut diese vor Führungspersonal auszusprechen. Hier ist meiner Meinung nach das größte Potential für Verbesserung. Die Angst vor Konsequenzen bei Kritik und Problemen muss abgebaut werden, um einen offenen Umgang zu ermöglich. Wenn die Führungsebene es dann schafft, genau zu sehen und zu hören, wo die Probleme in den Prozessen und Bereichen liegen, dann kann das angepasst werden. Aber dazu muss man sich auf die Mitarbeitenden Einlassen und ihnen Beachtung schenken.
Arbeitsatmosphäre
Am Anfang wird man gut behandelt. Irgendwann besonders beachtet und man denkt sich, wie toll es in diesem Unternehmen gehandhabt wird, persönliche Fähigkeiten zu erkennen und zu fördern.
Diese Phase, die wohl jeder Mitarbeitende in diesem Unternehmen kennen dürfte, dauert immer unterschiedlich lang. Danach wird man fallen gelassen, nicht länger besonders beachtet, ja teilweise nicht mal mehr gegrüßt - ohne wirklich ersichtliches Fehlverhalten. Wenn man sich umsieht und erkennt, wie viele Kolleg*innen entlassen wurden, hat man auch Angst um sein Beschäftigtenverhältnis, ist ständig angespannt und kann keine positive Erfahrung aus der vorherrschenden Atmosphäre ziehen.
Image
Nach außen großartig präsentiert, genügt ein Blick hinter die Kulissen um schnell klar zu machen, dass dort kein positives Image erkennbar wird.
Work-Life-Balance
Kein Home Office möglich. Arbeitszeiten werden als flexibel verkauft, sind dann aber irgendwie doch abhängig von scheinbar zufällig definierten Bedingungen.
Leistungsdruck, selektive Quoten für manche Mitarbeitende und die subjektiv empfundene Angst bei Fehltritten entlassen zu werden, erzeugen extreme innere Anspannung.
Dazu kommen gelegentlich deutlich besser bezahlte Überstunden in spezifischen Aktionen, welche dazu führen sich über die Belastungsgrenzen hinaus zu engagieren
Karriere/Weiterbildung
Das Unternehmen war immer sehr flach aufgebaut und hat erst kürzlich durch Einführung von Führungsebenen eine gewisse (theoretische) Tiefe verliehen bekommen. Eine Karriere kann man hier in klassischer Form nicht (weit) erwarten.
Weiterbildungen basieren auf Wohlwollen und weniger auf Können. Es gibt kein Weiterbildungsportfolio oder ähnliches. Jedoch gibt es regelmäßige intern entwickelte Schulungen, deren Teilnahme verpflichtend ist.
Gehalt/Benefits
Sozialleistungen gab es in Form einer betrieblichen Altersvorsorge und Zahnzusatzversicherung.
Gehälter werden individuell vereinbart und sind auf Stundenbasis. Da das Unternehmen nach JVEG Leistungen vergütet bekommt, ist die Gehaltsstruktur meiner Meinung nach nicht im positiven Sinne konkurrenzfähig.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gab früher Spendenaktionen für den guten Zweck.
Kollegenzusammenhalt
Lästern gehört hier meiner Erfahrung nach zur Tagesordnung in jeder Ebene. Wo die Kolleg*innen auf den ersten Blick herzlich und freundlich wirken, kann man unter Umständen schnell feststellen, dass Informationen nicht weitergegeben oder zum eigenen Vorteil genutzt werden. Kritik unter den Kolleg*innen wird kaum offen angesprochen, die Überbevorteilung mancher Mitarbeitenden trägt den Rest zu einem katastrophalen Zusammenhalt bei.
Umgang mit älteren Kollegen
Hier ist zu erwähnen, dass es nur im Stammsitz des Unternehmens in München Mitarbeitende gibt, die man mit viel wohlwollen als "älter" bezeichnen könnte. Wie der Umgang mit diesen aussieht, kann ich nicht beurteilen.
Vorgesetztenverhalten
Führungsverhalten ist mehr als fragwürdig und man kann erkennen (und als Führungskraft erleben), dass keine Schulung der Führungskräfte stattfindet. Es wird betont, dass Probleme immer mit der Führungsebene angesprochen werden können. In diesem Fall schien allerdings nie Zeit für das Problem zu sein.
Einige Kommentare der Führungskräfte empfand ich als unpassend und durchaus zu persönlich.
Arbeitsbedingungen
Wer Technik braucht, bekommt Technik. Einfach und unkompliziert. Die Räumlichkeiten selbst halte ich klimatechnisch für eine Katastrophe, unzählige Rechner mit vielen Mitarbeitenden in einem unklimatisierten Großraumbüro. Im Sommer sind die Temperaturen kaum zu ertragen.
Kommunikation
Die Kommunikation ist ein schwieriges Thema und abhängig vom momentanen Ansehen des Mitarbeitenden in der Geschäftsführung. Bei hohem Ansehen wird man involviert, nimmt an Informationsveranstaltungen teil und wird auf dem Laufenden gehalten. Bei niedrigem Ansehen ist das genaue Gegenteil der Fall.
Für allgemeine Informationen das Tagesgeschäft betreffend gibt es häufig inkonsistente oder gar widersprüchliche Aussagen.
Gleichberechtigung
persönlich habe ich keine direkte Ungerechtigkeiten erlebt
Interessante Aufgaben
Aufgaben sind schnell repetitiv und wenig anspruchsvoll. Diese werden scheinbar den Mitarbeitenden vorbehalten, die gerade hohes Ansehen genießen. Entsprechend hoch erscheint der Wechsel.
Inhaltlich ist die Arbeit auf Dauer nicht zu ertragen, ich kann mir vorstellen bisweilen sogar traumatisierend.