1 Bewertung von Bewerbern kununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
Ihr Unternehmen?
kununu Prüfprozess
Ich habe mich Ende Juli auf eine ausgeschriebene Stelle beworben und wurde sehr schnell zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Direkt im Anschluss durfte ich mehrere Stunden im entsprechenden Bereich hospitieren. Der persönliche Eindruck vor Ort war damals durchaus positiv, insbesondere der Kontakt mit den Mitarbeitenden im Team.
Danach begann allerdings ein Bewerbungsprozess, den ich in dieser Form noch nicht erlebt habe.
Nach dem Gespräch und der Hospitation wurde mir zunächst mitgeteilt, dass man sich noch entscheiden muss. Rückmeldungen wurden mehrfach für bestimmte Zeiträume angekündigt, erfolgten dann aber nicht. Ich musste selbst wiederholt nachfragen, um überhaupt zu erfahren, wie der aktuelle Stand ist.
Ende August wurde mir schließlich mitgeteilt, dass der große Knackpunkt meine ursprünglich gewünschten 25 Wochenstunden seien, da dringend Unterstützung für 35 bis 40 Stunden gesucht wird. Ich bin dem Unternehmen daraufhin entgegengekommen und habe 30 Wochenstunden angeboten.
Am 07.09. erhielt ich dann von der Geschäftsführung die für mich sehr eindeutige Rückmeldung, dass man es bei 30 Stunden gerne mit mir versuchen möchte. Gleichzeitig wurde mir vorgeschlagen, gemeinsam mit der Personalleitung einen Termin zu vereinbaren, um den Vertrag zu besprechen.
Für mich war das selbstverständlich deutlich mehr als eine unverbindliche Aussage. Wenn ein Arbeitgeber ausdrücklich mitteilt, dass er es mit einem Bewerber versuchen möchte und als nächsten Schritt eine Vertragsbesprechung ankündigt, darf man als Bewerber davon ausgehen, dass die grundsätzliche Entscheidung gefallen ist.
Ich habe bereits am 08.09., also direkt am folgenden Tag, geantwortet, mich über die Rückmeldung gefreut und um einen Terminvorschlag gebeten.
Darauf kam keine Antwort.
Am 28.09. habe ich erneut freundlich nachgefragt und noch einmal ausdrücklich um einen Termin gebeten.
Wieder keine Antwort.
Genau das empfinde ich als besonders enttäuschend. Spätestens an diesen beiden Stellen hätte es jeweils problemlos die Möglichkeit gegeben, mir mitzuteilen, falls man sich inzwischen anders entschieden hat. Eine kurze Nachricht hätte vollkommen ausgereicht.
Stattdessen wurde ich nach einer praktisch bereits angekündigten Vertragsbesprechung einfach wochenlang im Unklaren gelassen.
Schließlich habe ich selbst Kontakt mit der Personalansprechpartnerin aufgenommen. Auch dort erhielt ich zunächst keine schriftliche Rückmeldung. Erst durch meinen eigenen telefonischen Anruf wurde mir schließlich die vage Information gegeben, dass die Stelle möglicherweise intern besetzt werde und dies noch einmal geklärt werden müsse.
Besonders bitter daran ist für mich, dass ich ohne meine eigene Initiative vermutlich weiterhin auf eine Antwort gewartet hätte.
Natürlich kann sich ein Unternehmen während eines Bewerbungsprozesses umentscheiden. Eine Stelle kann intern besetzt werden, Anforderungen können sich ändern oder ein anderer Kandidat kann besser passen. Damit hätte ich überhaupt kein Problem.
Was ich jedoch nicht akzeptabel finde, ist die Art und Weise, wie hier mit einem Bewerber umgegangen wurde.
Ich habe Zeit in meine Bewerbung, das persönliche Gespräch, eine mehrstündige Hospitation und mehrere Rückfragen investiert. Gleichzeitig wurde von mir Flexibilität bei den Arbeitsstunden erwartet, der ich sogar entgegengekommen bin. Nachdem mir anschließend eine Zusammenarbeit in Aussicht gestellt und konkret eine Vertragsbesprechung angekündigt wurde, halte ich es für extrem unwertschätzend, auf mehrere Nachrichten überhaupt nicht mehr zu reagieren.
Bewerber sind keine Vorgänge, die man einfach liegen lassen kann. Hinter jeder Bewerbung sitzt ein Mensch, der seine berufliche Zukunft plant, möglicherweise andere Bewerbungen oder Entscheidungen davon abhängig macht und darauf vertraut, dass eine klare Aussage des Arbeitgebers auch entsprechend behandelt wird.
Gerade deshalb finde ich diesen Umgang nicht nur organisatorisch schwach, sondern menschlich sehr enttäuschend.
Der Kontakt zu den Mitarbeitenden während meiner Hospitation war angenehm und positiv. Umso trauriger ist es, dass der anschließende Umgang der Unternehmensleitung mit meiner Bewerbung diesen Eindruck vollständig überschattet hat.
Eine Absage wäre für mich völlig in Ordnung gewesen. Wochenlanges Ghosting nach einer faktischen Zusage zu einem Vertragstermin ist es aber nicht.