Eine wirklich enttäuschende Firma, die mit 2 Studierten BWL Chefs mehr Falsch als Richtig macht.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Es fallen mir leider wenige Punkte ein, bis auf die pünktliche Lohnzahlung und den meist flexiblen Urlaub.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich denke man merkt, dass es für mich keine schöne Zeit in der Firma war. Diesen Fakt finde ich am schlimmsten, dass mehrere Arbeitnehmer selbst in der Freizeit ein unwohles Gefühl hatten, nur wegen der Arbeit.
Verbesserungsvorschläge
1. Sicherheitsstandards einhalten
2. Bessere Organisation und Struktur
3. Angemessene Aufgabenverteilung
4. Wertschätzender Umgang mit Mitarbeitenden
5. Konstruktiver Umgang mit Kritik
6. Imagepflege und Kundenkommunikation
Ich hoffe ihr seht das nicht als sinnloses kritisieren der Firma. Mein Anliegen ist es aktuell jeden den Gedanken zu nehmen bei euch anzufangen, weil es für mich eine sehr unschöne Zeit bei euch war. Jedes mal wenn ich Kritik geäußert habe, wurde beinahe Zickig reagiert.
Ich hoffe ihr nehmt euch das zu Herzen und könnt zukünftige Mitarbeiter besser behandeln.
Ich habe es versucht persönlich zu kommunizieren und mach es jetzt anonym weil ich fest damit rechne, dass ihr alles versucht diese Bewertung zu löschen oder mich sogar anzuzeigen.
Arbeitsatmosphäre
Arbeitsatmosphäre: enttäuschend und von oben herab
Die Stimmung im Betrieb war von Anfang an angespannt. Die Chefs und der Meister traten gegenüber den Mitarbeitern durchweg überheblich und herablassend auf. Besonders störend war die klare Zweiklassengesellschaft: Während einige bevorzugt wurden und z. B. Essen bekamen, gingen andere leer aus – das wirkte willkürlich und ungerecht.
Der Meister war sehr unfreundlich und konnte Inhalte schlecht erklären. Fachlich mag er Kenntnisse gehabt haben, aber seine Art der Kommunikation war ungeeignet – Fehler wurden außerdem konsequent anderen zugeschoben. Alle drei – die beiden Chefs und der Meister – waren extrem selbstüberzeugt, arrogant und nicht kritikfähig. Ein konstruktiver Austausch war kaum möglich.
Ein zusätzliches Problem: Die drei sind Sorben und unterhielten sich häufig auf Sorbisch – mitten im Arbeitsgeschehen. Man verstand meist nur den eigenen Namen. Das sorgte für Verunsicherung und ein ausgrenzendes Gefühl.
Das Verhältnis unter den Kollegen war in Ordnung, aber das reichte nicht aus, um die angespannte Atmosphäre auszugleichen. Viele dachten bereits am Wochenende mit Unwohlsein an den Montag zurück.
Image
Das Image der Firma war leider eines der größten Probleme. Früher gehörte das Unternehmen zu DIW, doch selbst dort hat man es sich offenbar mit der Zeit verscherzt – ebenso wie mit städtischen Auftraggebern und anderen Kunden. Dieses schlechte Ansehen war im Alltag deutlich spürbar: Es kam regelmäßig vor, dass man mitbekam, wie verärgerte Kunden telefonisch Beschwerde einreichten.
Besonders negativ war, dass der Lehrling oft wie eine vollwertige Fachkraft abgerechnet wurde – was bei vielen Kunden für Unmut sorgte. Egal, auf welcher Baustelle man ankam, man spürte die ablehnenden Blicke. Anstatt Kritik ernst zu nehmen, wurde sie meist ignoriert oder ins Lächerliche gezogen. Teilweise wurde sich sogar offen über die Kunden lustig gemacht – ein Verhalten, das absolut unprofessionell und respektlos war.
Work-Life-Balance
Dazu kann ich nicht viel sagen. Es war ein ganz normaler 40h Job von früh um 7 bis 15:30 Uhr. Wenn man mal ein Termin hatte, war es meist kein Problem diesen war zu nehmen.
Karriere/Weiterbildung
Man konnte sich zu jedem Zeitpunkt hocharbeiten und einige Weiterbildungsmaßnahmen wurden auch bezahlt.
Gehalt/Benefits
Die Sozialleistungen blieben komplett aus, aber fast das einzige positive, das Geld kam immer pünktlich und lag auch im oberen Durchschnitt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Zum Thema Umweltbewusstsein kann man in diesem Betrieb nicht allzu viel sagen. Es wurde im Arbeitsalltag weder besonders betont noch gezielt gefördert. Der Umgang mit Materialien und Ressourcen war insgesamt normal, aber es wurde erkennbar kein besonderes Augenmerk auf nachhaltiges Arbeiten oder umweltschonende Maßnahmen gelegt.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kollegen war anfangs das Einzige, was den Arbeitsalltag erträglich gemacht hat. Man kam gut miteinander klar, konnte offen reden und auch mal gemeinsam über den Frust im Betrieb sprechen. Diese kollegiale Atmosphäre war eine echte Stütze.
Leider hielt das nicht lange an, da nach und nach fast alle gekündigt haben. Am Ende war man oft nur noch mit dem Meister, den Chefs oder ganz allein unterwegs – was die ohnehin schon angespannte Stimmung weiter verschlechterte. Zum Glück habe ich diesen Punkt nicht mehr selbst erlebt, da ich vorher bereits gegangen bin. Aber die Entwicklung war deutlich spürbar und traurig mit anzusehen.
Umgang mit älteren Kollegen
Die Kollegen untereinander sind gut miteinander umgegangen, egal welches Alter. Aber die körperlich schweren Arbeiten mussten alle machen egal ob der 16 Jährige Lehrling oder der 60 jährige Kollege.
Vorgesetztenverhalten
Der Führungsstil der Chefs war von Arroganz und fehlender Selbstreflexion geprägt. Kritik wurde grundsätzlich nicht angenommen – egal wie sachlich oder berechtigt sie war. Stattdessen wurde schnell abgewiegelt oder sogar persönlich reagiert.
Ein besonders bezeichnender Moment war, als die Chefin äußerte, sie würde „immer nur geben, geben, geben“ und die Mitarbeiter würden „nichts zurückgeben“. Diese Aussage zeugt von einem völligen Unverständnis gegenüber der Realität im Betrieb. Wertschätzung, faire Behandlung oder ein respektvoller Umgang gehörten jedenfalls nicht zu dem, was von oben „gegeben“ wurde.
Statt Führung auf Augenhöhe erlebte man ein Klima der Schuldzuweisungen, Überheblichkeit und mangelnden Anerkennung. Wer Verantwortung übernehmen wollte oder Probleme offen ansprach, wurde eher als Störfaktor wahrgenommen als ernst genommen.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen im Betrieb waren insgesamt sehr problematisch. Schwere Baustromkästen mussten oft nur zu zweit getragen und platziert werden, was körperlich sehr belastend war. Ebenso mussten regelmäßig lange und schwere Kabel über weite Strecken gezogen werden – häufig ohne passende Hilfsmittel.
Besonders bedenklich war, dass man sich öfter selbst in Gefahr bringen musste: So wurde beispielsweise verlangt, Arbeiten in der Höhe auszuführen, obwohl kein Gerüst vorhanden war. Sicherheitsvorkehrungen wurden dabei nicht ausreichend berücksichtigt.
Das Kabellager war extrem unaufgeräumt, genau wie der Rest der Firma. Kabeltrommeln waren gefährlich instabil gestapelt, was eine ernstzunehmende Unfallgefahr darstellte.
Trotz dieser Umstände hatte man oft das Gefühl, dass nicht Wertschätzung, sondern Kontrolle und Misstrauen im Vordergrund standen. Es wurde genau geschaut, wie man Mitarbeitende bei Urlaubstagen oder Minusstunden benachteiligen konnte – was die ohnehin schlechte Stimmung weiter verschlechterte.
Kommunikation
Die Kommunikation im Betrieb war sehr schlecht. Anweisungen waren oft ungenau oder gar nicht vorhanden. Es fielen Sätze wie „Na, fahrt mal hin, macht mal“, ohne dass klar war, was genau zu tun ist oder worauf man achten muss. Rückfragen wurden ungern gesehen – wer etwas nicht sofort verstand oder nachfragte, wurde schnell angemotzt oder bekam patzige Antworten.
Oft wusste man nicht einmal am Vortag, wohin es am nächsten Tag geht. Entsprechend konnte man sich nicht vorbereiten. So kam es vor, dass man im November nur im Pullover erschien – und dann bei Regen eine PV-Anlage im Freien montieren musste. Solche Situationen waren weder zumutbar noch professionell organisiert.
Gleichberechtigung
Wie schon angesprochen, führt die zwei Klassengesellschaft und die Arroganz zu dieser Bewertung.
Interessante Aufgaben
Einige Aufgaben während meiner Zeit im Betrieb waren durchaus interessant und boten die Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln. Leider wurden diese interessanten Tätigkeiten jedoch meistens vom Meister selbst übernommen. Der Großteil der Arbeit bestand für uns darin, Kanäle anzuschrauben, Durchbrüche zu bohren, Baustromkästen zu reinigen oder Photovoltaikanlagen bei extrem ungünstigen Wetterbedingungen zu montieren.
Es entstand oft der Eindruck, dass vor allem die unangenehmen oder körperlich anstrengenden Aufgaben, wie Rohbau- oder Tiefbauarbeiten, an uns weitergegeben wurden – vermutlich, weil der Meister selbst daran kein Interesse hatte. Das hat das Gesamtbild der Ausbildung leider negativ beeinflusst.