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Bewertung

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Wenn die Unternehmenskultur zum eigentlichen Problem wird

1,2
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr für dieses Unternehmen in Apolda gearbeitet.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre war für mich zunehmend enttäuschend und teilweise regelrecht vergiftet. Besonders in der „beliebten“ Abteilung scheint ein anderes Verständnis von Arbeitszeit zu herrschen: Lästern, private Gespräche und das Drehen von lustigen Reels gehörten offenbar genauso zum Arbeitsalltag wie die eigentlichen Aufgaben.
Gleichzeitig herrschte aus meiner Sicht eine ausgeprägte Grüppchenbildung. Kollegen wurden teilweise gegeneinander ausgespielt, hinter dem Rücken anderer über sie gesprochen und Mitarbeiter bei Vorgesetzten angeschwärzt. Wer nicht zur „richtigen“ Gruppe gehörte, musste sich offenbar darauf einstellen, dass über ihn gesprochen oder nach Gründen gesucht wurde, ihn schlecht dastehen zu lassen.
Besonders enttäuschend ist, dass dieses Verhalten nicht nur geduldet wurde, sondern der Vorgesetzte bei der lockeren Stimmung und den Späßen teilweise selbst gerne mitgemacht hat. Bei Konflikten oder Beschwerden hatte ich dagegen nicht den Eindruck, dass für alle Mitarbeiter dieselben Maßstäbe galten.
Wer seine Arbeit ernst nimmt, zuverlässig arbeitet und sich aus solchen Dingen heraushält, fühlt sich in einem solchen Umfeld irgendwann schlicht fehl am Platz.

Kommunikation

Kommunikation war aus meiner Sicht kaum vorhanden – zumindest dort, wo sie wirklich wichtig gewesen wäre.

Wenn es ein Problem mit einem Mitarbeiter gab, wurde dieses nur selten direkt mit der betroffenen Person besprochen. Stattdessen erfuhr derjenige häufig über mehrere Ecken, was angeblich falsch gelaufen war oder was über ihn gesagt wurde. Nicht selten schien der Vorgesetzte seine Kritik lieber einem anderen Mitarbeiter mitzuteilen, anstatt das Gespräch mit der betreffenden Person selbst zu suchen.

Eine offene und direkte Kommunikation, bei der Probleme angesprochen und gemeinsam gelöst werden, habe ich daher leider kaum erlebt. Stattdessen entstanden Gerüchte, Missverständnisse und unnötige Spannungen.

Auch klare Absprachen und einheitliche Vorgaben fehlten häufig. Letztendlich hatte man teilweise den Eindruck: Jeder macht, was er denkt – und solange es funktioniert, ist es offenbar in Ordnung.

Für mich gehört eine respektvolle, direkte und transparente Kommunikation zu den Grundlagen eines funktionierenden Arbeitsplatzes. Leider habe ich genau das dort sehr vermisst.

Kollegenzusammenhalt

Natürlich gab es einzelne Kollegen, mit denen man sich gut verstanden hat und auf die man sich verlassen konnte. Insgesamt habe ich den Zusammenhalt jedoch als sehr abhängig davon erlebt, welcher Gruppe man angehörte.

Hinter vorgehaltener Hand wurde viel geredet, gelästert und teilweise auch angeschwärzt. Informationen wurden nicht immer dort angesprochen, wo sie hingehörten, sondern machten lieber erst einmal die Runde. Wer nicht Teil der entsprechenden Gruppe war, konnte sich dadurch schnell außen vor fühlen.

Besonders schade fand ich, dass teilweise eher gegeneinander als miteinander gearbeitet wurde. Anstatt Probleme direkt miteinander zu klären, schien es einfacher zu sein, den Umweg über andere Kollegen oder den Vorgesetzten zu nehmen.

Ein echter Teamgedanke sieht für mich anders aus. Einzelne gute Kollegen haben den Arbeitsalltag trotzdem angenehmer gemacht – ihnen gilt ausdrücklich mein Dank.

Work-Life-Balance

Überstunden gab es nicht – das war allerdings auch schon der größte Pluspunkt.

Pünktlicher Feierabend allein macht für mich noch keine gute Work-Life-Balance aus. Bei der angespannten Atmosphäre, den unterschiedlichen Maßstäben und der schlechten Kommunikation war man zwar körperlich pünktlich raus, gedanklich aber nicht unbedingt sofort im Feierabend.

Vorgesetztenverhalten

Das Vorgesetztenverhalten war für mich einer der größten Kritikpunkte.

Direkte und offene Gespräche fanden kaum statt. Wenn es ein Problem mit einem Mitarbeiter gab, wurde dieses häufig nicht mit der betreffenden Person besprochen, sondern über andere Mitarbeiter weitergegeben. Kritik wurde teilweise hinter dem Rücken geäußert, statt sie dort anzusprechen, wo sie hingehört.

Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass bei den Mitarbeitern mit zweierlei Maß gemessen wurde. Bei manchen wurde vieles toleriert, während andere für deutlich weniger kritisiert oder zur Verantwortung gezogen wurden.

Besonders enttäuschend war für mich, dass der Vorgesetzte selbst Teil der beschriebenen Gruppendynamiken war und sich an Späßen und lockerer Unterhaltung beteiligte, während gleichzeitig von anderen Mitarbeitern Leistung und Professionalität erwartet wurden.

Als ich mich schließlich beruflich umorientierte, hat sich mein Eindruck leider bestätigt: Statt eines offenen und professionellen Umgangs wurde die Kommunikation deutlich kühler und distanzierter.

Führung bedeutet für mich, Verantwortung zu übernehmen, Konflikte direkt anzusprechen und alle Mitarbeiter gleich zu behandeln.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben selbst waren abwechslungsreich und interessant. Die Arbeit hat mir grundsätzlich Spaß gemacht und ich konnte meine Erfahrungen und Kenntnisse gut einbringen.

Die Tätigkeiten an sich habe ich daher als klaren Pluspunkt des Arbeitsplatzes empfunden.

Gleichberechtigung

Gleichberechtigung habe ich leider nicht immer erlebt. Mein Eindruck war, dass nicht für alle Mitarbeiter dieselben Maßstäbe galten und manche Personen aufgrund ihrer Stellung oder Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen deutlich mehr Freiheiten hatten.

Während bei einigen vieles toleriert wurde, wurde bei anderen genauer hingeschaut. Dadurch entstand für mich zunehmend das Gefühl, dass Leistung und Verhalten nicht immer gleich bewertet wurden.

Eine faire Behandlung aller Mitarbeiter sollte für mich selbstverständlich sein. Leider hatte ich hier nicht immer diesen Eindruck.

Umgang mit älteren Kollegen

Den Umgang mit älteren Kollegen habe ich teilweise als wenig wertschätzend wahrgenommen. Erfahrung und langjährige Betriebszugehörigkeit schienen nicht immer den Stellenwert zu haben, den sie meiner Meinung nach verdienen.

Teilweise entstand bei mir der Eindruck, dass jüngere bzw. bestimmte Mitarbeiter bevorzugt behandelt wurden, während ältere Kollegen weniger Gehör fanden.

Gerade langjährige Mitarbeiter bringen wertvolle Erfahrung und Wissen mit. Ein respektvoller und wertschätzender Umgang damit sollte für mich selbstverständlich sein.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen waren insgesamt eher durchwachsen. Die eigentliche Ausstattung und die räumlichen Gegebenheiten waren grundsätzlich in Ordnung, sodass man seine Arbeit vernünftig erledigen konnte.

Was den Arbeitsalltag jedoch deutlich getrübt hat, waren weniger die äußeren Bedingungen als vielmehr die bereits genannten zwischenmenschlichen und organisatorischen Probleme.

Die Rahmenbedingungen hätten aus meiner Sicht deutlich besser sein können, wenn Kommunikation, Führung und der Umgang miteinander stimmen würden.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Beim Umwelt- und Sozialbewusstsein habe ich leider wenig Engagement wahrgenommen. Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung schienen im Arbeitsalltag eher eine untergeordnete Rolle zu spielen.

Auch im Umgang mit den eigenen Mitarbeitern hätte ich mir deutlich mehr soziale Verantwortung, Wertschätzung und einen fairen Umgang gewünscht.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt war eher durchschnittlich, besondere Benefits gab es kaum.

Positiv hervorzuheben ist der firmeneigene Parkplatz – sofern man denn einen Platz bekommen hat. Für alle Mitarbeiter hat dieser nämlich nicht ausgereicht.

Wobei sich dieses Problem mittlerweile von selbst gelöst haben dürfte – bei der Fluktuation und den zahlreichen Mitarbeitern, die das Unternehmen unter unschönen Umständen verlassen haben.

Image

Nach außen vermittelt das Unternehmen einen soliden und professionellen Eindruck. Intern habe ich dieses Bild allerdings zunehmend differenzierter wahrgenommen.

Auch im Umgang mit Kunden gab es aus meiner Sicht Verbesserungspotenzial. Kommunikation, Zuverlässigkeit und der Umgang mit Anliegen wirkten auf mich nicht immer so professionell, wie ich es von einem Unternehmen mit diesem Außenauftritt erwarten würde.

Insgesamt entstand für mich dadurch eine gewisse Diskrepanz zwischen der öffentlichen Wahrnehmung und meinen persönlichen Erfahrungen im Arbeitsalltag.

Karriere/Weiterbildung

Karrieremöglichkeiten sind definitiv vorhanden – zumindest für manche.

Ich habe erlebt, dass neue Mitarbeiter sehr schnell in verantwortungsvolle bzw. leitende Positionen gelangten, obwohl für mich nicht erkennbar war, dass sie bereits über entsprechende Vorkenntnisse oder Führungserfahrung verfügten.

Für langjährige Mitarbeiter mit umfangreicher Erfahrung und entsprechenden Kenntnissen wirkte eine vergleichbare Entwicklung hingegen deutlich weniger selbstverständlich.

Weiterbildung und gezielte Mitarbeiterentwicklung hätte ich mir insgesamt strukturierter und nachvollziehbarer gewünscht.

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.