Together for the better – solange man nicht hinterfragt, wessen ‚better‘ eigentlich gemeint ist.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Es gibt eine klare Vision und ambitionierte Ziele wie Forward2030, die theoretisch viel Potenzial bieten. Die Kommunikation nach außen ist professionell, und intern gibt es die Möglichkeit, sich in Präsentationen einzubringen – zumindest, wenn man bereit ist, die „Harmonie-Spielregeln“ zu beachten. Die Kolleg:innen sind größtenteils hilfsbereit, und die Zusammenarbeit kann angenehm sein, solange man nicht versucht, zu sehr an den Grundfesten zu rütteln.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Kultur der Harmonie steht oft echter, kritischer Diskussion im Weg. Unangenehme Themen werden schnell als „Problem einzelner“ abgetan, statt die strukturellen Ursachen zu betrachten. Dadurch entsteht eine Schere zwischen dem Selbstbild des Managements und der Wahrnehmung vieler Mitarbeitender.
Beteiligungsmodelle fehlen, sodass ambitionierte Programme wie Forward2030 zwar glänzend präsentiert werden, aber wenig Bindung bei der Belegschaft erzeugen.
Wer kritisch ist, braucht Mut – und oft den Willen, mit möglichem Gegenwind zu leben - dies wird jedoch von der dysfunktionalen FAMILY & Harmonie-Kultur in den meisten Köpfen über alle Hierarchien verhindert.
Verbesserungsvorschläge
Starke Visionen wie Forward2030 brauchen mehr als Präsentationen und Slogans. Wenn „Together for the better“ mehr sein soll als ein Marketing-Mantra, muss Beteiligung spürbar werden – auch finanziell und in Entscheidungen.
Eine echte Feedback-Kultur bedeutet nicht nur, dass Fragen erlaubt sind, sondern dass auf kritische Stimmen mit echtem Interesse reagiert wird. Aktuell hemmt die alte Harmonie-Kultur viele Mitarbeitende, ihre Sorgen offen zu äußern – das Ergebnis ist Schweigen statt Mitgestaltung.
Vorschlag: Strukturen schaffen, in denen auch kritische Meinungen ohne Angst vor Reaktionen eingebracht werden können, z. B. durch anonyme Ideenkanäle, gemischte Dialogrunden und verbindliche Rückmeldungen des Managements. Sonst bleibt Forward2030 ein Projekt des Managements, nicht mit der Belegschaft.

