Zum Nachdenken
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist stark von einseitigen Erwartungen geprägt. Wertschätzung oder Lob von Vorgesetzten erfolgen kaum – nur wenn etwas von den Mitarbeitern benötigt wird. Fairness und Vertrauen sind daher nicht durchgängig spürbar.
Kommunikation
Meetings finden lediglich alle 3–6 Wochen statt. Viele wichtige Informationen erhält man eher zufällig außerhalb dieser Runden. Bei Rückfragen zu laufenden Themen oder für notwendige Erklärungen wird die Verantwortung häufig hin- und hergeschoben bzw. auf die Geschäftsführung verwiesen.
Kollegenzusammenhalt
Die Zusammenarbeit funktioniert grundsätzlich, solange eine gemeinsame Aufgabe besteht. Allerdings kommt es vereinzelt zu scharfen Kommentaren, insbesondere in unterbesetzten Abteilungen, da bekannt ist, dass dies ohne Konsequenzen bleibt. Konflikte werden selten unmittelbar nach ihrem Entstehen gelöst – wenn überhaupt, erfolgt dies erst nach einigen Tagen. Die Geschäftsführung hält sich dabei deutlich auf Distanz.
Work-Life-Balance
Die Erfahrungen sind unterschiedlich. Aus den Werken hört man häufiger von Problemen in der Work-Life-Balance. In der Zentrale hingegen ist dies aufgrund der Nähe zur Geschäftsführung eher selten der Fall.
Vorgesetztenverhalten
Es gibt im Grunde nur einen Vorgesetzten für alle – die Geschäftsführung selbst. Abteilungsleiter sind zwar formal vorhanden, verfügen jedoch kaum über Entscheidungsspielraum. Eigene Entscheidungen oder Ausgaben laufen stets über die Geschäftsführung. Selbst wenn ein Abteilungsleiter eine Entscheidung trifft und diese an die Mitarbeiter weitergibt, kann die Geschäftsführung dies jederzeit ändern – was für alle sichtbar ist und eine klare Führungskultur vermissen lässt.
Teilweise entsteht der Eindruck, dass Mitarbeiter unterschätzt und nicht ernst genommen werden. Dabei haben sie die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen, unabhängig davon, ob die Geschäftsführung diese offen kommuniziert.
Wichtig wäre zudem, Erfolge gemeinsam mit den Mitarbeitern zu feiern. Kurze Smalltalks an der Kaffeemaschine reichen dafür nicht aus. Ein nachhaltiges Interesse an den Beschäftigten, gezielte Förderung durch Schulungen und die Bereitschaft, Mitarbeiter individuell zu entwickeln, würden erheblich zur Motivation und Bindung beitragen.
Interessante Aufgaben
Aufgaben werden schnell „interessant“, da im Unternehmen ein klares System fehlt.
Gleichberechtigung
Subjektiv wirkt es so, als ob keine Gleichberechtigung gegeben ist: Frauen sind in Führungspositionen nicht vertreten. Die Unternehmenskultur wirkt insgesamt sehr traditionell geprägt.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt eine breite Palette an Mitarbeitern aus allen Altersgruppen.
Arbeitsbedingungen
Ja, es gibt alles
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Vielleicht
Gehalt/Benefits
Ja, kommt pünktlich
Image
Schwer zu beurteilen. Man hört viele Geschichten aus der Vergangenheit – insbesondere von langjährigen Mitarbeitern, die betonen, dass sich in letzter Zeit einiges verbessert hat. Das Unternehmen ist jedoch stark traditionell geprägt und bleibt eher im Hintergrund, sodass es schwierig ist, ein klares Bild zum Thema Image zu zeichnen.
Karriere/Weiterbildung
Gefühlt gibt es kaum Karriereperspektiven. Das Unternehmen ist klein, neue Mitarbeiter werden meist nur für sehr spezifische Aufgaben eingestellt. Persönlichkeitsentwicklung findet nicht statt, da darauf kein Wert gelegt wird.
Positiv ist, dass die Geschäftsführung dies offen kommuniziert und klarstellt, dass Beförderungen nicht vorgesehen sind. Dennoch bleibt die Möglichkeit zur Weiterentwicklung grundsätzlich bestehen – was von der Geschäftsführung jedoch nicht ausreichend erkannt wird. Gerade gezielte Förderung könnte die Motivation der Mitarbeiter erheblich steigern.