Bewerber/inHat sich 2019 bei Hochschule Mittweida - University of Applied Sciences in Berlin als Laboringenieur beworben und sich schließlich selbst anders entschieden.
Verbesserungsvorschläge
Auch Hochschulen müssen lernen unternehmerisch zu denken und sollten ihren Bewerbungsprozess auf moderne Gegebenheiten anpassen. Eine Eingruppierung in Stufe 1 trotz 6 Jahren Berufserfahrung plus 5 Jahren Nebenjob an der Uni ist schon eine Frechheit.
Bewerbungsfragen
Es ging schon im Vorgeld "gut" los. Nach dem Terminvorschlag und meiner Zusage bat ich darum, dass man mir mitteilt, wer meine Gesprächspartner sein werden. Das habe ich leider bis heute nicht erfahren. Am Ende saß ich dann vor drei Professoren, einem Mitarbeiter und einem Personalrat.
Die Gesprächsatmosphäre war unangenehm und sehr bemüht. Ich bekam nicht mal ein Glas Wasser. Der eigentliche Vorgesetzte war nett, alle anderen Teilnehmer hatten wohl direkt eine Aversion gegen mich, weil ich aus der freien Wirtschaft kam. Wie üblich krankte es dann am Gehalt, weshalb ich noch im Gespräch abgesagt habe. Trotz meiner Aussagen führte man das Interview einfach weiter. Dabei fand man es sehr negativ, dass ich erst nach meiner Elternzeit anfangen könnte, was ja in dem Moment streng genommen schon egal war. Im weiteren Verlauf versuchte mich einer der Professoren noch durch suggestive Anmerkungen zur wirtschaftlichen Lage dazu zu bewegen, den "tollen" Job im öffentlichen Dienst anzunehmen, weil man da so viele Freiheiten hätte. Auf meine Anmerkung hin, dass es meinem aktuellen Arbeitgeber gut gehe und das auch noch eine Weile so bleiben wird, reagierte man regelrecht brüskiert.
Das Übliche wieso, weshalb, warum gerade wir. In den 15 Minuten Gespräch wurde doch einiges erfragt.
Die Hochschule Mittweida bietet denen eine "Karrierechance", die mit ihrer Karriere abgeschlossen haben und eigentlich nichts mehr wollen, außer die Zeit bis zur Rente abzusitzen. Man hat keine Ambitionen, Drittmittelprojekte einzuwerben oder sich irgendwie anderweitig zu vergrößern. Der Status Quo ist scheinbar perfekt und muss unter allen Bedingungen erhalten werden. Progressives und unternehmerisches Denken ist absolut fehl am Platz. Am besten war die Absage einige Wochen später, dass man mich leider nicht weiter berücksichtigen könne. Die Kommunikation innerhalb der Hochschule scheint gut zu funktionieren.