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Review

Mieseste Ausbeute auf mehreren Ebenen

1.2
Not recommended
Former EmployeeDid no longer work at home instead wiesbaden in Wiesbaden, Hessen at the time of review.

What I like about the employer

30 Tage Urlaub

What I dislike about the employer

Kurz: ALLES andere. Siehe sämtliche Punkte, die ich ausführlich beschrieben habe.

Suggestions for improvement

Sie sollten sich meine Antworten mal zu Herzen nehmen, damit alle Betreuungskräfte, die noch dort arbeiten und in Zukunft dort arbeiten werden, auch die Anerkennung bekommen, die sie für ihre (teilweise echt harte) Arbeit verdienen. Und Anerkennung fängt schon da an, wo man den Arbeitskräften keine ausbeutenden Arbeitsverträge vorlegt. Oder da, wo man sie nicht als billige Putzkräfte oder Gratis Taxis verkauft (und da war keine wirklich Wahl, ich wurde von dem Kollegen tatsächlich zweimal beim Kunden so vorgestellt, dass ich sie mit meinem Auto auch zum Einkaufen und zum Arzt fahre, ohne mich zu fragen, ob ich das überhaupt möchte. Ist ja auch toll, wenn man als Pflegedienstleitung oder Kundenberater einen Firmenwagen hat...).

Working atmosphere

Während des gesamten Bewerbungsverfahrens wirkt alles sehr familiär und verständnisvoll, aber wenn man erst dort arbeitet, merkt man den Unterschied zwischen den Mitarbeitern, die Verwaltung, Arbeitsverteilung etc übernehmen und den Betreuungskräften, die die Arbeit beim Kunden erledigen, deutlich.

Communication

Ich habe leider öfters erlebt, dass Absagen von Kunden beim Büro nicht direkt weitergeleitet wurden, sodass man dann umsonst beim Kunden vor verschlossener Tür stand. Oder andersherum, dass einem Kunden keine Vertretung in der Urlaubszeit angeboten wurde und dieser dann ohne Ersatz einfach dort saß und umsonst gewartet hat.

Collegiality

Die anderen Betreuungskräfte lernt man eigentlich nicht kennen, was allerdings an der Natur der Arbeit liegt, schließlich ist man nicht gleichzeitig zusammen bei einem Kunden. Der Kollegenzusammenhalt im Büro ist vielleicht toll, keine Ahnung. Jedenfalls scheint die Betreuungskraft eher als minderer Kollege gesehen zu werden.

Work-Life Balance

Dieses Wort wird genauso wie "Flexibilität" sehr groß geschrieben, wird aber in keinster Weise umgesetzt. Egal, für wie viele Stunden man vertraglich beschäftigt ist, es wird erwartet, dass man möglichst jeden Tag den ganzen Tag zum Abruf bereit steht. Diese Verfügbarkeit wird aber nicht vergütet (zb. fängt man mit 10 Stunden die Woche an, soll aber aufgrund der Kundenfindung bestenfalls 24 Stunden zur Verfügung stehen), man kann sich also niemals sicher sein, wann man einfach angerufen und abgerufen wird. Sein Privatleben kann man also nicht einfach mal planen, wie man möchte. Außerdem steht im Arbeitsvertrag, dass man bis zu 50% der vereinbarten wöchentlichen Arbeitszeit zusätzlich innerhalb einer Woche zur Verfügung zu stehen hat. Und auch darüber hinaus noch verpflichtet ist, mehr zu arbeiten, wenn man innerhalb einer Frist nicht ablehnt. WO IST DA BITTE WORK-LIFE-BALANCE?? Knebelvertrag trifft es.

Leadership behavior

Die Betreuungskraft, die die eigentliche Arbeit ausführt, für die der Betrieb steht, ist offensichtlich die niederste Stufe dort.

Interesting tasks

Macht euch bewusst, dass ihr eigentlich nur eine Putzkraft seid. Mit Betreuung haben die meisten Aufträge rein gar nichts zu tun. Ihr werdet so verkauft, dass ihr den Haushalt regelt (von wegen aktivierende Hauswirtschaft, in Wahrheit können oder wollen die Kunden überhaupt nicht mit machen), dass ihr mit eurem Privat PKW für und mit Kunden von A nach B fahrt (auf überwiegend eure eigenen Kosten), dass ihr Briefe vom Kunden an die Firma natürlich mitnehmt und sie in eurer Freizeit zum Büro fahrt. Viele Kunden haben mir auch sehr direkt klar gemacht, dass sie überhaupt kein Interesse daran haben, sich zu unterhalten etc, sondern nur jemanden zum Putzen brauchen. Mir wurde auch schon von Kunden oder vertretenden Kollegen (zb wenn ich im Urlaub oder krank war) hinterher zugetragen, dass sie lieber eine weibliche Betreuungskraft haben möchten, da diese den Schmutz besser wahrnehmen als ein Mann es tun würde. Außerdem bin ich nunmal auch nicht mehr der jüngste gewesen, weswegen ich "leider" nicht innerhalb von zwei Stunden (die man in der Regel bei einem Kunden ist) eine komplette Wohnung putzen kann (was manche Kunden genau so erwarten).

Equality

Da ich ein Mann bin, kann ich nicht bewerten, wie Frauen behandelt werden, aber ich denke und hoffe Mal, dass es gleichberechtigt ist. Allerdings habe ich zumindest bei den Kunden öfters den Eindruck gehabt, dass sie lieber eine Frau als Betreuungskraft gehabt hätten. Andererseits schätze ich, dass bei einem männlichen Kunden die Pflegeanteile lieber mit einem Mann durchgeführt werden.

Interaction with older colleagues

Aufgrund meines Alters wurde ich in der Firma direkt nicht anders behandelt, allerdings zeigte es sich bei Kunden das ein oder andere Mal so, dass man "eine junge Putzkraft" erwartet, die auch mehr schaffen kann.

Working conditions

Katastrophal. Wie bereits in der Work-Life-Balance beschrieben, sind die Arbeitsbedingungen echt schlecht. Dazu kommt ein geringes Gehalt, kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Fahrten zu Kunden werden erst ab 10km abgerechnet und dann auch nur mit 30cent pro Kilometer. Auf dem Rest bleibt man selbst sitzen. Genauso wie auf Versicherung und Verschleißteilen natürlich (was sich bei dem ganzen Rumfahren zu Kunden und für Kunden echt schnell läppert). Dafür wird man aber beim Kunden als Gratis Taxi angepriesen. Und ich hatte schon Kunden, die das wirklich ausgenutzt haben. Außerdem muss man sich darüber bewusst sein, dass man sämtliche Menschen in sein Auto lassen würde. Egal, ob sie tagelang nicht duschen, starke Raucher sind, möglicherweise eine eigene Inkontinenz nicht anerkennen oder ungefragt ihre Hunde mit ins Auto laden.

Environmental and social responsibility

Indem man zu manchen Kunden unverschämt weit fahren muss? Oder von dem einen Kunden zum anderen viel zu viele Kilometer dazwischen stehen? Oder für jeden Kunden Einkaufen und Arztbesuche abfahren muss? (Ich hatte schon Kunden, die wollten zu 3 verschiedenen Läden hintereinander) Eher nicht. Vor allem nicht, wenn man seinen Kunden sagt, die Betreuungskraft nimmt die Briefe mit, statt sie mit der Post zu fahren. Und dann fährt man die eben von Niedernhausen, Idstein oder Taunusstein mal eben noch ins Büro nach Wiesbaden. Was man nicht mal als Arbeitszeit oder Fahrgeld abrechnen kann (was ja ohnehin lächerlich vergütet werden würde. Da ist die Briefmarke deutlich günstiger und umweltfreundlicher, aber man muss ja dem Kunden gefallen, da kann man den Angestellten ja gerne wie mindere Ware behandeln).

Salary/Benefits

Davon abgesehen, dass man ein lächerliches Gehalt dafür bekommt, dass man weit mehr Zeit als die reine Arbeitszeit zur Verfügbarkeit stellt, bleibt man obendrauf noch auf den meisten Fahrtkosten sitzen.

Image

Man verkauft sich extrem gut, behandelt die Betreuungskräfte dann aber im Alltag als wären sie die unterste Schublade. Dabei sind genau die es, die beim Kunden ihr bestes geben!

Career/Professional development

Ja, man kann und muss regelmäßig Fortbildungen absolvieren, allerdings wird erwartet, dass man dies in seiner Freizeit erledigt. Und wie ich in einer anderen Bewertung als Antwort vom Arbeitgeber mal gelesen habe, dass man dankbar sein soll, dass die Fortbildungen umsonst sind... sorry, aber das ist ein echt lächerliches Argument. Schließlich muss man die Fortbildungen absolvieren und sucht sich das nicht aus Langweile oder eigenen Interessen aus, von denen der Betrieb nichts hätte. Außerdem ist ein guter Arbeitgeber wohl daran interessiert, dass seine Mitarbeiter gut geschult sind und sollte ihnen dafür auch die Zeit anerkennen. Und da ist es wohl auch selbstverständlich, dass diese Fortbildungen auch umsonst angeboten werden!

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