Guter Arbeitgeber (Tendenz sinkend)
Gut am Arbeitgeber finde ich
Insgesamt gehe ich gerne zur Arbeit. Nach der letzten Gehaltsrunde mit deutlich weniger Elan und Motivation, aber trotzdem noch gerne.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Siehe oben
Verbesserungsvorschläge
Das Vertrauen der Mitarbeiter ist spätestens jetzt komplett verspielt. Und versteht mich nicht falsch, wenn es uns wirtschaftlich so schlecht geht, dass die Gehälter nicht aufgebessert werden können, dann ist das okay, aber kommuniziert das doch dann auch einfach so. Ich habe mich mit Mitarbeitern unterhalten, die sich darauf verlassen haben, dass sie entlastet werden und dann kommen, wie in meinem Fall, 0,4% Erhöhung. Das ist wirklich enttäuschend und wurde so im Townhall-Meeting auch definitiv nicht kommuniziert.
Arbeitsatmosphäre
Sehr angenehme Arbeitsatmosphäre. Die Kollegen sind top und die Arbeit macht insgesamt Spaß. Nicht zu beanstanden. Bedauerlicherweise wird im Augenblick eine Menge Outsourcing betrieben und auch unser Team wird eventuell "nicht länger benötigt". Im letzten Jahr wurden sehr viele Mitarbeiter entlassen, was insgesamt für viel Unmut gesorgt hat. Seitdem wird leiser gekündigt und Abteilung für Abteilung.
Kommunikation
Wir werden in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen über die Situation des Unternehmens aufgeklärt. Dazu zählt: Wo wir aktuell stehen, wo wir hinwollen und welche Ziele wir haben und wie die strategische Ausrichtung aussieht. Leider wurde im letzten Townhall-Meeting nicht offen kommuniziert in Bezug auf die Gehaltsrunden offen gelogen als gesagt wurde, dass das Budget für Gehaltserhöhungen vergleichbar mit dem des Vorjahres ist. Mehr dazu im Abschnitt Gehalt.
Kollegenzusammenhalt
Sehr offener, ehrlicher und respektvoller Austausch. Hier gibt es nichts zu beanstanden.
Work-Life-Balance
Urlaube werde am Jahresanfang geplant. Es können aber, zumindest in meiner Abteilung, jederzeit Anpassungen vorgenommen werden.
Vorgesetztenverhalten
Hier müssen wir stark differenzieren zwischen Vorgesetzen und Vorstand. Während meine direkten Vorgesetzten sehr gute und durchdachte Entscheidungen treffen, sind die Entscheidungen des Vorstandes und den Managern direkt darunter oft schwer nachvollziehbar. Gut ist, dass Fehler eingesehen werden. Wenn klar ist, dass ein Konzept nicht funktioniert, dann wird es zurückgedreht, auch wenn dort viel Zeit und Arbeit reingeflossen ist. Bei vielen der Entscheidungen wussten viele der Mitarbeiter, die schon länger im Unternehmen sind nicht nur dass es scheitern wird, sondern sogar genau auf welche Weise es scheitern wird. Der Vorstand hört zwar den Mitarbeitern zu, trifft seine Entscheidungen aber nicht auf der Summe ihrer Erfahrungen. Es macht oftmals den Eindruck, als stünde die Entscheidung schon fest, bevor die Diskussion angefangen hat und dass die Diskussion nur dem Zweck dient hinterher sagen zu können "Wir haben mit vielen Leuten geredet und dann eine Entscheidung getroffen".
Interessante Aufgaben
Je weiter oben eine Entscheidung gefällt wird, desto kürzer ist die Deadline. Ist mir aber tatsächlich erst einmal passiert, dass ich für ein größeres Projekt eine völlig unrealistische Deadline bekommen habe. Das war die Entscheidung eines Managers der direkt unter dem Vorstand arbeitet und gerade erst angefangen hatte. Es ist mir persönlich noch nicht so oft passiert, dass man hier Sterne abziehen müsste und nach einer sehr anstrengenden Nacht, wurde die Deadline des Projektes auch mehr oder weniger eingehalten.
Gleichberechtigung
Insgesamt würde ich behaupten, dass das Geschlecht innerhalb der igefa in Bezug auf Gehälter und Positionen keine Rolle spielt. Es gibt aber, wie ich gehört habe, Leute die das anders sehen. Ich habe aber selbst nie die Erfahrung gemacht, dass Meinungen nicht gehört wurden, weil sie von der falschen Person kamen.
Umgang mit älteren Kollegen
Während der letzten Kündigungswelle wurden viele insbesondere ältere Mitarbeiter entlassen. Fairer Weise gilt zu erwähnen, dass hier wohl überwiegend hohe bis sehr hohe Abfindungen gezahlt wurden, damit zu gehen. Abseits dessen, spielt das Alter keine große Rolle im täglichen Arbeitsumfeld.
Arbeitsbedingungen
Klimatisierte Büros, moderne Büroausstattung, Ruheräume, Kantine, frisches Obst. Insgesamt gibt es hier wenig zu beanstanden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hatte mal einen sehr viel höheren Stellenwert. Der neue Vorstand scheint keinen großen Wert auf das Thema Nachhaltigkeit zu legen, sondern eher darauf bedacht zu sein, die Gewinne und den Umsatz zu maximieren.
Gehalt/Benefits
Im letzen Townhall-Meeting wurde dutzende Fragen zum Thema Gehalt gestellt und man hat deutlich wahrnehmen können, dass die aktuelle Situation in Deutschland eine Belastung für die Mitarbeiter darstellt und dass einige auch wirklich auf Entlastungen angewiesen sind. Es kam beispielsweise die Frage auf, ob die Firma den steuerfreien Bonus von bis zu 1000 Euro bezahlt oder ob es Tankgutscheine geben kann. Es wurde alles verneint und stattdessen auf die Gehaltsrunde verwiesen, um die Mitarbeiter "langfristig und nachhaltig" zu entlasten. Die Gehälter wurden bei uns im Team um durchschnittlich 0,5% angepasst. Eine einzige Person lag bei circa 2% bei niemand anderem im Team kam die Gehaltserhöhung auch nur ansatzweise in die Nähe der Inflationsrate aus dem letzten Jahr (2,2%). Mit anderen Worten: Die Entlastung unseres Vorstandes sieht so aus, dass wir unter Berücksichtigung des Inflation im kommenden Jahr für weniger Geld arbeiten als in diesem Jahr. Es wurde auch gesagt, dass die Gehaltshöhung vergleichbar mit der des letzten Jahres sei. Meine persönliche war letztes Jahr 5x höher als dieses und da bin ich nicht der einzige.
Image
Unser Image hat sehr gelitten. Insbesondere unter IT-Projekten und der Einführung neuer Software wie beispielsweise eines einheitlichen Lagerverwaltungssystems (Projekt ist mittweile gestoppt und vielleicht sogar begraben) und einer Krankenkassensoftware (hat monatelange zu Fehllieferungen an die Kunden geführt, was uns viel Vertrauen gekostet hat). Aber statt aus den Fehlern zu lernen und Systeme zu stabilisieren, steht jetzt im Raum das ERP-System abzulösen, dass seit Jahrzehnten auf die speziellen Bedürfnisse der Firma zugeschnitten wurde und Schnittstellen zu dutzenden anderen Systemen bildet. Womit wir wieder beim Thema sind, dass der Vorstand zwar fragt, aber am Ende ganz alleine fehlentscheidet. Schauen wir mal wie viele Kunden uns dieses Großprojekt am Ende kostet, bis es wieder zurückgedreht wird, falls das überhaupt noch möglich ist und nicht alle Programmierer dann schon gekündigt haben.
Karriere/Weiterbildung
Höhere Positionen werden vermehrt extern besetzt.

