Spannende Produkte, in einem Umfeld aus Druck und Misstrauen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Arbeit an immer wieder neuen Produkten ist inhaltlich spannend und bietet gute Möglichkeiten, fachlich dazuzulernen.
Zudem gibt es eine Reihe von Benefits: Wir erhalten eine monatliche Gutscheinkarte (50€ Edenred), es gibt einen wöchentlichen Obstkorb und unregelmäßig Essensgutscheine. Auch das Angebot für ein JobRad-Leasing und firmeninterne Sportgruppen (Fußball, Laufen und Volleyball etc.) existiert, auch wenn diese nur sehr unregelmäßig aktiv sind. Auf dem Papier positiv ist auch die Regelung, dass genehmigte Überstunden mit einem Aufschlag von 30 % ausbezahlt werden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der gesamte Fokus liegt auf Umsatzstatistiken, was besonders zum Monatsende zu extremem Stress führt. Die Arbeitslast ist sehr ungleich verteilt: Während einige Kollegen wenig zu tun haben, müssen andere die Last tragen und sind permanent überlastet. Diese Ungerechtigkeit wird von der Führungsebene ignoriert.
Die Gehaltsanpassungen sind völlig unzureichend. Wenn sie stattfinden (ca. alle 3 Jahre), liegen sie mit 2-3 % deutlich unter der Inflationsrate, was einem realen Gehaltsverlust über die Jahre gleichkommt. Zudem ist die zweistufige Gehaltsauszahlung (ein Teil Ende des Monats, der Rest im Folgemonat) ungewöhnlich und erschwert die private Finanzplanung.
Die Kultur ist von tiefem Misstrauen geprägt (seit kurzem Zeiterfassung / time Tracking für Auftragsbearbeitung in der Produktion). Anstelle von Unterstützung agieren Führungskräfte mit unterschwelligen Vorwürfen und indirekten Vorwürfen. Es herrscht eine ungesunde Fehlerkultur, in der man permanent das Gefühl hat, nicht gut genug zu sein.
Seit Anfang 2025 haben wir Kurzarbeit.
Während die Kurzarbeit in einigen Abteilungen sinnvoll sein mag, ist sie in einigen Bereichen untragbar, da diese Abteilungen eh schon chronisch unterbesetzt waren. Dies führt zu einem riesigen Berg an unerledigter Arbeit.
Verbesserungsvorschläge
- Glaubwürdigkeit der Projekt Zeiterfassung herstellen:
Wenn das Zeiterfassungssystem, wie behauptet, nur der Projektkalkulation dient, sollte es auch so konzipiert sein. Es stellt sich die Frage, warum eine personenbezogene Anmeldung überhaupt notwendig ist. Eine anonymisierte, auftragsbezogene Erfassung würde den Zweck ebenfalls erfüllen und gleichzeitig dem Eindruck entgegenwirken, dass es sich hierbei um ein reines Kontrollinstrument handelt.
- Inflationsausgleich als absolute Mindestgrundlage:
Gehaltsanpassungen müssen mindestens die aktuelle Inflationsrate ausgleichen, um einen realen Kaufkraftverlust der Belegschaft zu verhindern. Jede echte Gehaltserhöhung als Leistungsanerkennung sollte darüber hinausgehen.
-Schutz vor Überlastung
Es sollte ein System eingeführt werden, um den Belastungspegel im Unternehmen anonym und regelmäßig zu messen. Dies gibt der Führungsebene ehrliche und datenbasierte Einblicke, in welchen Abteilungen eine kritische Überlastung droht, bevor es zu Burnouts und Kündigungen kommt.