Arbeitgeber mit langjähriger Unternehmensgeschichte der aber trotzdem noch Potential zur Weiterentwicklung hat
Gut am Arbeitgeber finde ich
Wenn man ihn für nach dem Studium findet und dann 1-2 Jahre dort bleibt kann man mit Sicherheit gute erste Erfahrungen im Berufsleben sammeln
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Kommunikation intern, ewig liegengebliebene Aufgaben die dann irgendjemandem zugeschoben werden, oft setzt sich die Geschäftsführung gegen schwierige Mitarbeiter nicht ausreichend durch
Verbesserungsvorschläge
buchbare Homeoffice-Tage einführen die man auch in andere Wochen transferieren kann, die Büros so umgestalten das sie nicht aussehen wie eine Firma aus 1998, auch mit den normalen Teammitgliedern ins Gespräch gehen und nicht nur mit den Abteilungsleitern
Arbeitsatmosphäre
Betrachtet man die Arbeitsatmosphäre in diesem Unternehmen so muss man sagen, dass es mal so und mal so ist. An einigen Tagen ist sie besser an anderen Tagen schlechter. Kann manchmal auch daran liegen ob gewisse Personen im Homeoffice sind oder durch die Büros schleichen. Untereinander herrscht nur in den Teams oft eine gute Arbeitsatmosphäre aber teamübergreifend wirkt es oft eher wie eine Ellbogengesellschaft, weil jedes Teams dafür sorgen will, dass irgendein anderes Team Aufgaben erledigt, auf die es selbst keine Lust hat. Ich würde auch sagen, dass es einen Unterschied macht ob man Führungskraft ist oder als Teammitglied arbeitet. Führungskräfte haben es in dem Unternehmen, was die Arbeitsatmosphäre angehtl, oft einfacher als die Teammitglieder.
Image
Eine eher unbekannte unscheinbare Firma, die eine gewisse Niche (VPN-Softwarehersteller für Enterprise-Kunden) befriedigt.
Work-Life-Balance
Ich hab selten eine Firma gesehen die so eine schlechte Work-Life-Balance ermöglicht. Über das Zeitmanagement wird sekundengenau erfasst wann man ein- oder ausgestempelt hat. Dabei erfasst das System auch ob das Einstempeln am Zeitterminal oder am Computer stattgefunden hat. Es gibt eine Kernarbeitszeit, jeden Tag, auch Freitags, von 9 - 15 Uhr, deren Einhaltung über die Geschäftsführung im Micromanagement-Modus überwacht wird. Während der Kernarbeitszeit zum Arzt zu gehen muss von der Geschäftsführung bzw. dem Vorgesetzten genehmigt werden. Durch die 2 Tage Homeoffice in der Woche, die aber nicht in eine andere Woche transferiert werden können, steht auch immer nur die Möglichkeit des Homeoffices von 2 Tagen zur Verfügung. Man kann somit bspw. nicht in einer Woche jeden Tag kommen und dann dafür in der nächsten Woche die Tage nutzen. Es wird zudem ein Zusatzvertrag geschlossen in dem steht, dass beim Ausfall vom Internet daheim sofort in die Firma gefahren werden muss, um dort fertig zu arbeiten. Alles in allem darf man jeden Tag an "Gleitzeit" nur in Anspruch nehmen ob man zwischen 7 und 9 Uhr starten will. Es gibt auch Teams die bis 17 Uhr anwesend sein müssen.
Karriere/Weiterbildung
Karriere macht man in dem Unternehmen primär dadurch, dass ein Vorgesetzter gegangen ist und er dann intern gesucht wird als extern neue Leute einzustellen. Man hat die Möglichkeit Weiterbildungen zu machen, wenn man sich im Umfeld der Abteilungsleiter bewegt und dadurch direkte Anfragen an die Geschäftsführung stellen kann. Ist man ein Teammitglied und muss über die Abteilungsleitung gehen, dann kann eine Weiterbildung schwieriger werden.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt befindet sich im marktüblichen Durchschnitt und ist nichts besonderes. Die Sozialleistungen sind ein mittlerer Betrag an VWL und nach der Probezeit eine Prepaid-Kreditkarte, die von der Firma mit 50 Euro aufgefüllt wird.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Bis auf das, dass es die Anweisung gibt in jedem Raum immer das Licht auszuschalten (Kaffeeküchen, Klos, etc.) und ein Arbeitskreis für Umweltbewusstsein gegründet wurde ist noch nicht viel vorhanden was diesen Bereich betrifft. Vielmehr sind einige Ansichten auch ein wenig altmodisch und es werden auch fleißig Geschäftswagen ausgegeben. Die Sponsorings der Firma beziehen sich eher auf Sport oder um ein gutes Image aufzubauen als wirklich die Umwelt oder das Sozialgefüge in der Stadt zu verbessern.
Kollegenzusammenhalt
Das ist von Team zu Team sehr unterschiedlich. Man kann in ein gutes Team kommen aber auch in ein schlechtes. Über die Teams übergreifende findet eigentlich nicht so viel Zusammenhalt statt, in den Teams kann das jedoch durchaus gegeben sein (bspw. beim Support). Man hat somit auch in einigen Teams das Gefühl, dass sie einem in schwierigen Zeiten aushelfen würden aber in anderen Teams genau das Gegenteil als Gefühl. Alles in allem ist man glaub eher für sich allein als wirklich mit Kollegen zusammenzuwachsen.
Umgang mit älteren Kollegen
Es wird viel für ältere Kollegen getan (bspw. besondere Hardware beschafft) und es wird viel auf die Erfahrung von älteren Kollegen gehört, gerade im Bereich der Entwicklung.
Vorgesetztenverhalten
Bei den Vorgesetzten hat man das Gefühl, dass man Glück haben muss einen der guten Vorgesetzten zu erwischen. Das Unternehmen hat das Problem, dass viele Vorgesetzte auf einer Vorgesetztenposition sitzen ohne sich über Jahre dorthin entwickelt zu haben sondern vielmehr weil Mitarbeiter gekündigt haben und die Stelle einfach verfügbar war. Es gibt viele Personen im Unternehmen, die nach 1 Jahr vom normalen Sachbearbeiter zum Vorgesetzten aufgestiegen sind, ohne jedoch entsprechend an die Hand genommen zu werden (bspw. durch Führungscoachings oder ähnliches) und vielmehr in die Rolle gedrückt werden. So ist es eher ein Glücksspiel ob man einen guten oder einen schlechten Vorgesetzten erhält, der auch weiß wie ein Vorgesetzter sich verhalten sollte. Einige Vorgesetzte sehen sich auch in der Rolle, dass sie Mitarbeitern von anderen Vorgesetzten einfach Weisungen geben, so als wären sie deren Vorgesetzte. Wird das an die Geschäftsführung herangetragen, so wird oft auf die angebliche "Schnelllebigkeit von Aufgaben" hingewiesen und das "agile Management", welches sich dadurch verbesseren soll, weil hauptsache irgendein Abteilungsleiter hätte die Notwendigkeit der Aufgabe erkannt.
Arbeitsbedingungen
Nach größeren Umbaumaßnahmen sind die Büros mit Klimaanlagen ausgestattet worden. Die meisten Büros sind 2er oder 3er-Büros und es wird wert darauf gelegt, dass ausreichend Licht und Plfanzen in den Büros stehen. Richtiger Schallschutz wird jedoch noch nicht vollständig umgesetzt und die Büros sind sehr hellhörig, selbst wenn man die Türen zumacht. Höhenverstellbare Schreibtische gibt es jedoch nicht überall und werden auch nur nach einem längeren Kampf angeschafft, den jeder neue Mitarbeiter selbst kämpfen muss. Nur wer Glück hat und auf einem Arbeitsplatz sitzt, der schonmal einen höhenverstellbaren Tisch hatte wird auch einen haben. Die Mitarbeiter werden sehr oft in den Büros hin und her getauscht und müssen dadurch oft umziehen. Die Bürostühle sind auch von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz unterschiedlich. Der Teppich in den Büros sollte in naher Zukunft getauscht werden, da er für ein schlechtes Raumklima sorgt. Die Kaffeeküchen sind sehr altmodisch und haben eher den Charme eines Raumes der vorhanden ist, damit er vorhanden ist. Es steckt keine Liebe drin.
Kommunikation
Es wird versucht die Kommunikation im Unternehmen zu etablieren doch das gelingt der Geschäftsführung nicht wirklich. Einmal im Quartal gibt es ein Mitarbeiterinformationstreffen wo über Quartalszahlen oder kommende größere Neuerungen informiert wird. Ansonsten findet die Kommunikation eher Top-Down statt und die Geschäftsführung gibt Informationen an die Abteilungsleiter weiter, die die Infos dann an ihre Teams geben sollen. Dabei wirkt es jedoch oft so als würden die Infos zwischendrin dann verloren gehen. Entscheidungen werden auch oft über "Ober-sticht-Unter"-Mentalität durchgedrückt und entgegen jeglicher Argumentation.
Gleichberechtigung
Es konnte keine Ungleichberechtigung in dem Unternehmen festgestellt werden. Einer der beiden Geschäftsführer, die weibliche Seite, ist bspw. über mehrere Jahre im Unternehmen immer weiter aufgestiegen und wurde so nach mehreren Jahren ein Teil der Geschäftsführung.
Interessante Aufgaben
Sehr viele sich wiederholende Aufgaben im Arbeitsalltag, die dann nur durch einige wenige ewig aufgeschobene Aufgaben mit Erledigungszeitraum ASAP ergänzt werden. Alles in allem sind die Aufgaben nur so interessant wie man sie sich selbst definiert. Das erfordert jedoch auch sehr viel reden, da nahezu jede größere Idee die man für eine Aufgabe hat mit der Geschäftsführung besprochen werden muss und von dieser eine Freigabe vorliegen sollte, da man ansonsten zu einem späteren Zeitpunkt gefragt wird an was man eigentlich arbeitet. Gegenüber dem Abteilungsleiter muss auch immer mit ewigen Diskussionen die Notwendigkeit erklärt werden.

