Intellego mit guter Außendarstellung - anders die Realität
Gut am Arbeitgeber finde ich
Man muss sich als Lehrer einen sehr kritischen Auswahlprozess unterziehen. Geboten wird dafür viel Arbeit für wenig Geld.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Manchmal frage ich mich, ob intellego nicht besser in einer anderen Branche aufgehoben wäre. Ich fühlte mich stets alleine, ohnmächtig und hilflos. Wenn es Probleme gab, war intellego immer da. Wenn es um Hilfe ging, fast nie.
Verbesserungsvorschläge
Intellego sollte die SuS als gleichberechtigter und wichtiger Bestandteil der Geschäftspolitik betrachten. Freelancer sollten wertgeschätzt werden und es sollte für sie auch etwas gemacht werden. Z.B. sollte alle Lehrer zur Sommerfeier etwas mitbringen (Essen oder/und Getränke). Lehrer sollten beraten, gefördert und Optionen aufgezeigt werden.
Arbeitsatmosphäre
Es gab Koordinatorinnen mit denen ich gut bis sehr gut auskam. Sie waren menschlich, konnten zuhören und versuchten zu helfen. Es gab Koordinatorinnen, die nicht auf Augenhöhe kommunizierten, die mir unterstellten, ich würde bestimmte vorausgesetzte Fähigkeiten nicht besitzen, oder würde betrügen. Die Geschäftsleitung war der Meinung, dass es egal ist, was man denkt oder möchte - intellego entscheidet. Die Personalleitung war nur daran interessiert, dass man funktioniert. Persönliche Anliegen oder Wertschätzung - fehl am Platz.
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Viel Rauch um nichts!
Work-Life-Balance
Intellego machte ständig Probleme. Zuerst wurde versprochen, ich könnte mir die Kurse aussuchen. Später stellte sich heraus, ich müsste z.B. erstmal Kurse übernehmen, die ich nicht übernehmen wollte, um mich sozusagen hochzuarbeiten. Dann gab es ständige Kommunikation. D.h. ich hatte viel Aufwand, ohne dafür bezahlt zu werden. Lange Anfahrtswege waren die Regel. Es gab keine Unterstützung oder Interesse, ob es mir passt, oder wie man es mir passend machen kann.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen wären zwingend notwendig. Es werden aber keine angeboten, außer online. Das ist Material zum Selbststudium - zum großen Teil unbrauchbar.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist nicht transparent. Es wurde mir nie erklärt, welche Einnahmen intellego hat, wie hoch der Gewinn ist und wieviel % mein Verdienst daran ist. Apropos, ich machte den Unterricht und die Belohnung dafür ist: eine Hire & Fire Geschäftspolitik. Im Vergleich zu den Lehrern an der Schule, verdienen wir ca. die Hälfte oder weniger.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es ist nur ein geringes Umweltbewusstsein vorhanden. Z.B. muss man die AWL ausdrucken und per Post intellego zusenden. Das Papier darf nur einseitig benutzt werden. Sozialbewusstsein ist absolute Fehlanzeige. Z.B. ist der Schüler nur dann für intellego wichtig, wenn intellego daran verdient. Ob die Konstellation, die Anwesenheit oder die individuelle Förderung passt, ist sekundär.
Kollegenzusammenhalt
Es gab Koordinatorinnen die mich wertschätzten, die mich unterstützten und lobten, da sie mit mir gut zusammenarbeiten können und meine Fähigkeiten erkannten. Es gab 2 andere Koordinatorinnen, die ständig Probleme machten. Z.B. wegen AWL, die im Nachhinein mehrmals korrigiert wurden, die mir unterstellte, ich würde die SuS den Klassenraum verwüsten lassen, oder es gab ein Chaos: ich sollte z.B. 5 Stunden unterrichten und dann war ich an der Schule und Niemand wusste etwas davon. Außerdem wollte die betroffene Lehrerin dann doch nicht so viele Kurse abgeben (die ich übernehmen sollte). Im Endeffekt wurde nichts geklärt und ich hatte Glück, dass mir ein Lehrer der Schule half.
Umgang mit älteren Kollegen
Ich hatte nur die Erfahrung gemacht, dass Mitarbeiter, die länger bei intellego waren, nicht wertgeschätzt wurden. Entweder wurden sie fristlos gekündigt, man interessierte sich nicht für deren Belange, oder sie kündigten aus Unzufriedenheit selbst.
Vorgesetztenverhalten
Für die Geschäftsführung oder den Personalleiter war ich nur eine Nummer, die ihren Zweck erfüllen soll. Ich wurde weder ernst genommen noch hatte man sich für mich interessiert. Bestenfalls galt ich als Störfaktor.
Arbeitsbedingungen
Intellego erhält ein Budget für jeden Schüler. Darin ist auch Fahrgeld und Geld für Kopien enthalten. Ich hatte weder Fahrgeld noch Geld für Kopien erhalten. Arbeitsmaterial musste ich mir selbst besorgen. Ich musste zusätzlich mit Eltern und Lehrern kommunizieren, was auch richtig und wichtig ist. Der Aufwand und die Zeit dafür wurde nicht bezahlt. Es war zum Teil schwierig zu unterrichten, da ich das white-board nicht benutzen durfte, oder der Raum völlig unpassend war (z.B. mit einer anderen Person zusammen). Ich musste ständig mein eigenes Material den SuS zur Verfügung stellen, sonst hätte ich nicht unterrichten können.
Kommunikation
Es wurde immer offen über Themen, die für intellego relevant waren, kommuniziert. Es gab aber keine offene Kommunikation. Informationen erhielt ich im Nachhinein oder gar nicht z.B. ob SuS anwesend sind. Auch wurde mir Fehlverhalten unterstellt, ohne Beweise. Es wurde mir auch gelegentlich nicht das Honorar bezahlt, obwohl ich gearbeitet hatte.
Gleichberechtigung
Es gab zwar die Gleichberechtigung, da an der Grundschule lieber Frauen eingesetzt werden - weil sie mütterlich wirken können. Demzufolge hatten sie Vorteile, wegen Arbeitsangeboten seitens intellego, bei Midi-Job, Kursauswahl oder Ratschläge. Andersherum war es mein Nachteil. Die einzige Möglichkeit die ich kennen lernte, um aufzusteigen war, dass man als Lehrer direkt von der Schule eingestellt wird. D.h. es wurde von intellego bewusst nicht kommuniziert, welche Chancen oder Aufstiegsmöglichkeiten man hat, falls es welche gab.
Interessante Aufgaben
Für Intellego hat höchste Priorität, dass die Kurse möglichst mit 6 SuS belegt sind, damit sie am meisten verdienen. Ob die SuS zusammen passen, welche Förderung sie brauchen, oder wie ich den Unterricht optimieren bzw. gestalten kann, ist sekundär. Der Unterricht war zum Teil sehr interessant. Das lag daran, dass ich guten Unterricht anbot, den die SuS sehr zu schätzen wussten.