Spannende Aufgaben, aber schwieriges Arbeitsumfeld und geringe Wertschätzung
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Vielfältige Aufgaben
- 30 Tage Urlaub und Betriebsrente
- Zentrale Lage und klimatisiertes Büro
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Führungsstil der Chefetage
- Hoher Leistungsdruck
- Teils schlechte Kommunikation/unklare Strukturen
- Mittelmäßiges Gehalt und geringe Aufstiegschancen
Verbesserungsvorschläge
- Geschäftsführung/Redaktionsleitung sollte sich intensiv mit Personalführung und Mitarbeitermanagement beschäftigen
- Engagement der Mitarbeiter, insbesondere bei Mehrarbeit, anerkennen
- Leistungsdruck verringern
- Regelmäßig Feedback der Mitarbeiter einholen und Fehler nicht nur bei diesen suchen
Arbeitsatmosphäre
Die Agentur bemüht sich um professionelle Strukturen, aber die interne Organisation ist gelegentlich chaotisch (z.B. unzureichende Briefings). Die Mitarbeiter müssen dann zu viele Aufgaben in zu wenig Zeit erledigen.
Entsprechend ist das Arbeitsklima geprägt von hoher Konzentration (was ja OK ist) und einem ständigen Leistungsdruck. Die Peaks, wo es richtig stressig wird, gibt es natürlich auch. Aber das ist ja bei den meisten Jobs so. Die Geschäftsführung/Redaktionsleitung trägt wenig dazu bei, die Mitarbeiter auch mal zu entlasten. Lob ist selten und man hat ständig das Gefühl, es ist zu wenig, was man tut. So ging es nicht nur mir. Unter dieser Anspannung arbeiten zu müssen, ist nicht gerade angenehm. Das ist einer der Gründe für die hohe Personalfluktuation.
Work-Life-Balance
Man kann zwar flexibel zwischen 8 und 10 Uhr anfangen und entsprechend früher gehen, aber in der Regel verlässt keiner vor 18:30 Uhr das Büro. Da die Geschäftsführung von jedem Einzelnen ständig mehr Eigeninitiative fordert, haben die Mitarbeiter tendenziell ein schlechtes Gewissen, wenn sie pünktlich oder früher gehen. Die meisten Mitarbeiter bleiben daher länger, damit ihnen niemand fehlenden Einsatz vorwerfen kann. Manche Kollegen sitzen dann auch mal bis 20 Uhr und länger im Büro. Selbst, wenn jemand häufig Mehrarbeit leistet, wird das aber in keinster Weise honoriert.
Home Office ist möglich, wird aber nicht gerne gesehen. Daher macht es kaum jemand.
Unproblematisch sind Abwesenheiten aufgrund von Arztbesuchen oder privaten Terminen, die sich nur in die Arbeitszeit legen lassen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Thema steht nicht im Fokus, aber die Agentur bemüht sich um Umweltschutz – etwa indem Druckerpapier gespart wird.
Karriere/Weiterbildung
Externe Fortbildungen oder Konferenzen/Seminare zu besuchen, ist möglich und wird nach Rücksprache mit der Geschäftsführung auch finanziert. Zusätzlich gibt es interne Meetings, bei denen die Kollegen über aktuelle Branchenthemen und neue Trends informieren.
Es wird erwartet, dass sich die Mitarbeiter in ihrem Bereich selbst auf dem Laufenden halten bzw. weiterentwickeln. Das machen die Kollegen auch gerne, nur leider wird dafür im Arbeitsalltag keine Zeit eingeräumt. Das ist schade und könnte leicht optimiert werden.
Kollegenzusammenhalt
Zwar gibt es wie überall Grüppchen, aber die Kollegen halten schon zusammen und sind hilfsbereit. In der Regel unterstützt man sich im Team gegenseitig, so gut es geht.
Vorgesetztenverhalten
Die negativen Erfahrungen der Ex-Mitarbeiter, die sich hier äußern, muss ich leider bestätigen. Die Geschäftsführung hat hohe Erwartungen, zeigt aber wenig Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern. Es kommt schnell zu Kritik und Vorwürfen – und das eben nicht nur im Vier-Augen-Gespräch, sondern gerne auch mal vor dem versammelten Team. Die Kritik gleitet dann auch von der professionellen Ebene auf die persönliche Schiene ab. Vor gehässigen Kommentaren ist niemand geschützt.
Mitarbeitermanagement gibt es nicht wirklich, da das Tagesgeschäft viel zu viel Raum einnimmt. Ein konstruktiver Austausch ist schwer möglich, da man im Gespräch immer das Gefühl hat, man wird nicht wirklich ernst genommen. Die Chefetage kümmert sich auch nicht aktiv um ein besseres Arbeitsklima.
Arbeitsbedingungen
Die Agentur ist durch ihre zentrale Lage am Münchner Hbf gut erreichbar. Im Büro sind die Räume klimatisiert. Der Platz ist ausreichend, meist sitzen zwei oder drei Mittarbeiter zusammen in einem Zimmer. Die Ausstattung der Arbeitsplätze ist in Ordnung. Notwendige Arbeitsmaterialien können immer bestellt werden. Verbesserungswürdig ist die technische Ausstattung. Der IT-Support ist manchmal schwer erreichbar. Zudem fehlt es teilweise an aktuellen Lizenzen für Software.
Kommunikation
Es gibt wöchentlich ein Agentur-Meeting, in dem aktuelle Arbeitsaufträge und Neuigkeiten besprochen werden. Zusätzlich stimmen sich die Projektteams untereinander ab. Trotzdem geht beim Informationsfluss zwischen der Chefetage und den Mitarbeitern mitunter viel schief. Es werden Entscheidungen ohne Rücksprache mit den Mitarbeitern getroffen – etwa bei der Zusammenstellung der Arbeitsteams.
Gerade bei neuen Aufträgen muss man zudem häufig nachfragen, damit wichtige Informationen auch wirklich ankommen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist durchschnittlich, aber natürlich immer Verhandlungssache. Weitere Benefits wie Fahrtkostenzuschuss oder Weihnachtsgeld gibt es nicht. Das ist bei Agenturen in der Größe allerdings nicht unüblich.
Positiv hervorzuheben sind 30 Tage Urlaub und die Möglichkeit, über eine Betriebsrente in die Altersversorgung zu investieren. In der Kantine des Hauses kann man ordentlich und preisgünstig ordentlich essen.
Gleichberechtigung
Recht junges Team (im Schnitt zwischen Ende 20 und Mitte 30); fast nur Frauen. Eine systematische Ungleichbehandlung von Männern/Frauen ist mir nicht aufgefallen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben unterscheiden sich je nach Kunde und Projekt recht stark voneinander (z.B. reine Textarbeiten vs. Strategieentwicklung). Für Abwechslung ist also gesorgt – das ist definitiv ein Plus.