1 Bewertung von Bewerbern kununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
Ihr Unternehmen?
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Was ich gesehen habe, ist hochgradig toxisch, da muss ganzheitlich an der Unternehmenskultur gearbeitet werden. Und die Personalabteilung braucht dringend eine Weiterbildung bezüglich State of the Art von Bewerbungsprozessen und gewaltfreier Kommunikation nach Rosenberg.
1. Informationen im Vorfeld wurden teilweise verweigert:
Zur Vorbereitung des Berufungsvortrags (Wertschätzung gegenüber den GesprächspartnerInnen) fragte ich nach den Mitgliedern der Kommission. Diese zu nennen wurde mit Hinweis auf den Datenschutz abgelehnt. Für mich nicht nachvollziehbar, denn sie haben sich ja im Termin namentlich vorgestellt.
2. Nach dem Berufungsvortrag
...habe ich mich - wie in der freien Wirtschaft vielfach praktiziert und in Bewerbungsratgebern nachzulesen - per mail bei den einzelnen Gesprächspartnern bedankt und auch noch die ein oder andere Frage formuliert. Zwei Mitglieder der Berufungskommission haben mir freundlich geantwortet. Die anderen nicht. Nicht einmal die Vorsitzende der Kommission hat sich auf meine Fragen hin gemeldet.
Dafür kam prompt eine "Keule" aus der Personalabteilung: "Uns liegen Informationen vor, dass Du die Mitglieder der Berufungskommission angeschrieben hast: Dein Verhalten ist unprofessionell. Wir bitten dich, das zu unterlassen." Ja, das ist O-Ton...
Aha: Ein Arbeitgeber (hier eine junge, unerfahrene Recruiterin) schreibt einer promovierten Kandidatin mit über 30 Jahren Berufserfahrung in der freien Wirtschaft auch als Führungskraft und vielfachen Zertifizierungen, sie sei unprofessionell und soll ihr Verhalten unterlassen. Holla die Waldfee! Da spricht "oben" mit "unten". Und wer oben steht, das definiert die IU.
Spoiler: es kommt noch krasser...
Ich habe noch am selben Tag meine Bewerbung per Mail an die Geschäftsführung zurückgezogen. Für kein Geld der Welt würde ich hier auch nur einen Tag arbeiten.
Die Antwort kam unverzüglich - Achtung! - aus der Rechtsabteilung: "Eindruck von Unstimmigkeit" meinerseits... achso: jemanden als unprofessionell zu beleidigen ist nur ein Eindruck von Unstimmigkeit! Das Verfahren sei rechtens (davon habe ich gar nicht gesprochen) und ich soll es unterlassen, die Berufungsmitglieder zu kontaktieren (ich hatte geschrieben, man möge meine Absage an Personal und Berufungskommission weitergeben, da meine Motivation, noch einmal mit der Personalabteilung oder der Berufungskommission zu korrespondieren, nicht mehr gegeben ist).
Nun wundert mich die merkwürdige Reaktion der Kommissionsvorsitzenden nicht mehr, als ich im Termin danach fragte, woran ich denn erkennen könne, dass die gute Unternehmenskultur nicht nur auf der Website steht, sondern dass sie gelebt wird. Offensichtlich war diese Frage ungewollt ein Stich ins Wespennest.
Wer souverän ist, weiß, was er oder sie kann, frei denkt, klar bei Verstand ist und Wert auf einen wertschätzenden Arbeitgeber legt: Finger weg! Hier regiert immer noch der Standesdünkel und von Leadership 4.0 hat die IU noch nichts gehört.