Vielversprechender Bewerbungsprozess – aber danach: komplette Funkstille
What I like about the employer
Der Bewerbungsprozess war sehr sorgfältig und professionell aufgebaut. Ich hatte mehrere Gespräche, Tests und Aufgaben, die anspruchsvoll, aber fair waren. Ich hatte durchweg das Gefühl, ernst genommen zu werden. Die Kommunikation während der Bewerbungsphase war freundlich und wertschätzend. Insgesamt entstand der Eindruck, dass hier eine langfristige, ernsthafte Zusammenarbeit angestrebt wird.
What I dislike about the employer
Leider blieb es beim Eindruck. Ich habe nach über zweimonatigem Auswahlprozess die Zusage bekommen und die Stelle angenommen – doch dann kam gar nichts mehr. Kein Auftrag, keine Informationen, keine Rückmeldung.
Erst im März (vier Monate später!) erhielt ich eine automatisiert wirkende E-Mail, in der ich als Teammitglied begrüßt wurde – mit dem Aufruf, neue Assistenzen zu werben. Das wirkte irritierend, da ich zu diesem Zeitpunkt immer noch auf einen ersten Einsatz wartete. Auf meine höfliche Nachfrage hin bekam ich die Antwort, dass das Unternehmen aktuell im "Umbau" sei und kaum noch aktiv Projekte vergebe.
Diese Information wäre hilfreich gewesen vor der Vertragsannahme. Stattdessen herrschte über Monate hinweg völlige Funkstille.
Fazit:
Der Bewerbungsprozess war sehr gut – aber das, was danach kam, war enttäuschend. Wer viel Zeit und Energie in diesen Prozess investiert, sollte wissen, dass es derzeit keine realistische Einsatzperspektive gibt. Der Umgang mit Bewerber:innen nach Vertragsabschluss war in meinem Fall weder transparent noch professionell. Das Vertrauen, das durch den Auswahlprozess aufgebaut wurde, wurde dadurch leider komplett verspielt.
Suggestions for improvement
Transparenz nach der Zusage erhöhen: Wenn sich die Unternehmenslage ändert oder es keine Aufträge gibt, sollte dies offen kommuniziert werden – insbesondere gegenüber neuen Mitarbeitenden, die gerade erst den Bewerbungsprozess durchlaufen haben.
Verbindlichkeit schaffen: Eine offizielle Zusage sollte nicht folgen, wenn keine konkreten Einsätze geplant sind. Alternativ könnte man ehrlich sagen: „Wir nehmen dich in den Pool auf, aktuell gibt es aber keine Projekte.“
Besseres Onboarding: Wer als „Teil des Teams“ begrüßt wird, sollte auch entsprechend eingebunden werden – oder zumindest über die nächsten Schritte informiert werden.
Kommunikation vereinheitlichen: Es wirkt befremdlich, erst Monate nach der Zusage eine allgemein gehaltene Rundmail zu erhalten, ohne dass davor oder danach individuelle Betreuung oder Aufgaben folgen.
Wertschätzung aufrechterhalten: Wer viel Zeit in Auswahlprozesse investiert, sollte auch danach respektvoll und ehrlich behandelt werden – nicht nur während der Bewerbungsphase.
