John Crane GmbH als Arbeitgeber

  • Fulda, Deutschland
  • BrancheChemie
Kein Firmenlogo hinterlegt

Willkommen im Mittelalter

1,0
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung bei John Crane GmbH in Fulda gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Viel zu wenig.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

…, dass die Kluft zwischen Eigendarstellung und Realität breiter ist als der Grand Canyon.
Dass die Mitarbeiter z.T. echt mies behandelt werden.

Wenn einem all das was ich geschrieben habe egal ist, kann man hier alt werden.

Verbesserungsvorschläge

Wacht auf und stellt euch den offensichtlichen Problemen. Nichts zu ändern und den Status quo zu verwalten ist Rückschritt.

Arbeitsatmosphäre

Kurz zusammengefasst: Licht und Schatten. Viel Schatten! Leider so viel, dass ich nur einen Stern vergeben kann. Auf der einen Seite sind gibt es viele nette Kollegen, einen guten Umgang miteinander und auf der anderen Seite leider das viel zu extreme Gegenteil, das die gesamte Atmosphäre auf ein bodenloses Niveau zieht. Das bedauernswerte daran ist, dass es seit Jahren so ist und seitens der Führung nichts unternommen wird, um diesen bekannten Missstand zu beseitigen. Die Führung agiert leider viel zu oft als Negativbeispiel. In Anbetracht dessen, dass am Standort (ohne Außendienstler) nicht einmal 100 Mitarbeiter beschäftigt sind, ist es unverständlich, dass dieses und andere Probleme nicht angegangen und abgestellt werden. Es herrscht eine von oben gebilligte und vorgelebte Unkultur.
Das äußere und innere Erscheinungsbild der Firma spiegelt eine gewisse Gleichgültigkeit wider. Staub und Unreinheiten in jeder Ecke: Gab es jemals so etwas wie eine Grundreinigung in den WC-Räumen – UPDATE: Während ich dieses hier schrieb ist so etwas wie ein Wunder geschehen. Die WC-Räume haben eine Grundreinigung bekommen! Leider war es danach auch nicht wirklich sauberer… UPDATE ENDE.

Kommunikation

Gerne einmal Enden Emails mit folgendem Satzzeichen: ??????!!!???!?!
Eine Email-Etikette ist trotz einer angebotenen Online Schulung in vielen Bereichen – unabhängig von der Position – nicht vorhanden. Ebenfalls verbreitet ist die Unsitte, nicht an das Telefon zu gehen, wenn ein Kollege anruft. Oder Antworten „Dafür bin ich nicht zuständig… Kollege XY ist mein Ansprechpartner und nicht du... oder eben einfach gar keine Reaktion. TEAM – Toll ein anderer macht‘s…
Mittlerweile finden häufiger Meetings statt und es wird versucht eine offene Kommunikation zu pflegen. Dennoch werden wichtige Informationen immer noch nicht mitgeteilt und oft erfährt man diese Infos nur über den Flurfunk, der wie so oft bestens funktioniert.

Kollegenzusammenhalt

Trotz überschaubarer Mitarbeiteranzahlt und der kleinen Wege sind die einzelnen Abteilungen arbeitstechnisch Lichtjahre voneinander entfernt. Der oftmals gute Zusammenhalt beruht jedoch eher auf persönlicher Ebene. Auf beruflicher Ebene rammt der eine dem andern mit einem Lächeln das Messer in den Rücken. Das lebt die neue Spitze vor. Mit einem Lächeln bekommt man eine Abmahnung überreicht. „Du, das geht doch auch mal ohne Einschreiben *grins*“. Hier wird nicht an einem Strang gezogen und unverständlich wie sich ein so veraltetes und konservatives Weltbild halten kann. Kein Wunder wenn dann einige Kollegen eine stark ausgeprägte soziale Inkompetenz aufweisen. Es wird ja nicht besser vorgelebt. Dabei ist es nicht ausreichend als nur ein weißes Hemd zu tragen und um eine weiße Weste zu haben. Zu zu Führungspositionen gehört auch Charakter. Ein guter Charakter. Es heißt man muss nicht die besten Freunde sein, um professionell miteinander zu arbeiten. Dennoch vermisse ich die professionelle Zusammenarbeit. Die Zusammenarbeit und der Umgang mit den Kollegen im Ausland ist deutlich besser und zeigt, dass es im Konzern auch anders geht.

Work-Life-Balance

Pro: Tarifvertrag der IG-Metall und die damit verbundenen Vorteile.
Contras:
Die Leitung entschied in der „alten Welt“ des Tarifvertrags zu bleiben. Heißt u.a. Home-Office für Innendienstler nahezu ausgeschlossen. Von den Arbeitsabläufen her nicht nachvollziehbar. Der Platzhirsch will seine Herde wohl im Blick haben.
Erwartung an Mehrarbeitsquote: Mittelalterliche Ansichtsweise, dass Mehrarbeitsquoten die Arbeitsleistungen der Mitarbeiter widerspiegeln.
Stundenkonto: Leider nicht vorhanden. Mehrarbeit wird jeden Monat ausgezahlt.
Familie: Aussage einer hohen Führungskraft: „Elternzeit sei Unternehmerisch nicht tragbar…“. Zum Glück ist der Arbeitgeber bei der Elternzeit nicht mitspracheberechtigt.
Eine festgesetzte Zeit für die Mittagspause ist für Büroarbeitsplätze auch nicht mehr wirklich zeitgemäß.
Vertrauensarbeitszeit: was ist das? Wenn selbst schon Kollegen anderen Kollegen unterstellen, das jeder bei der Vertrauensarbeitszeit mogeln würde, ist das ein trauriges Bild.

Vorgesetztenverhalten

Auch hier wieder Licht und Schatten.
Es ist lobeswert Führungspositionen aus den eigenen Reihen zu besetzen, aber bitte, bitte, bitte schult die Kollegen demensprechend (extern, nicht intern). Führungsfähigkeiten erhält man nicht durch die Ernennung zur Führungskraft und diese Fähigkeiten sind auch nicht angeboren. Führungsfähigkeiten muss man lernen und idealer Weise auch nachweisen können. Ein Busfahrer muss auch einen Nachweis erbringen, dass er zur Personenbeförderung ausgebildet ist…
Und in der obersten Position sollte man einen besonnenen Menschen einstellen und das extreme Gegenteil.

Interessante Aufgaben

Es gäbe so viele interessante und notwenige Aufgaben, um die Firma heraus aus dem Mittelalter und hinein ins 21. Jahrhundert zu führen. Leider wird der Fokus (fast) nur auf das Tagesgeschäft und die Umsatzzahlen gelegt. Damit einhergehend: „Das haben wir schon immer so gemacht“, „für solche Änderungen haben wir keine Ressourcen“ und alle anderen bekannten Parolen…
Die Arbeitsauslastung ist stark schwanken und die Arbeitsverteilung höchst unterschiedlich. Es kommt vor, dass einige ihr Arbeitspensum nicht schaffen und andere zu wenig zu tun haben, um vernünftig ausgelastet zu sein.
Hier werden nur die Symptome behandelt, leider nicht die Ursachen.

Gleichberechtigung

Als technisch ausgerichtetes Unternehmen ist die Frauenquote nicht sehr hoch. Frauen in Führungspositionen sind Fehlanzeige. Assistenzstellen sind nahezu ausschließlich von Frauen besetzt.
Für die Führung ein No-Go: Männer in Teilzeitarbeit. Boxt du die Teillzeit trotzdem durch, führt auch schon mal, dass du von der Geschäftsführung schikaniert wirst.

Arbeitsbedingungen

Die Einrichtungen sind seit der Grundsteinlegung 1984 und dem 20 Jahre später folgendem Anbau nahezu unverändert. Über die Klimaanlage hört man gut, was im Nachbarbüro geredet wird. Die PC’s sind alt und langsam. Upgrades mit einer SSD-Festplatten verbessert die Situation, ist jedoch bisher bei den wenigsten umgesetzt. 90er Jahre Telefonanlage (Siemens Hicom). Die Tools und Programme sind auch nicht wirklich up-to-date. Projektmanagement via Excel.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Gewissen Mitarbeiter aus der Managementebene und eine selbsternannte Managerin, nehmen es sich immer noch heraus in Ihren Büros zu rauchen. Melden bringt da auch nichts. Es wird von ganz oben tolleriert. Tolles Vorbild...

Gehalt/Sozialleistungen

Dank IG-Metall und ERA System, profitiert man vom Tarifvertrag. Eine Bewertung der Stellen habe ich noch nicht gesehen, so dass die ERA Stufe aller Wahrscheinlichkeit nach willkürlich erfolgt. Wie immer könnte das Gehalt etwas üppiger sein, jedoch gibt es nichts Grundlegendes um sich zu beschweren. Die Zahlungen sind pünktlich. Gehaltssprünge nach oben sind eher nicht zu erwarten.

Image

Selbstdarstellung nach außen und die Realität klaffen sehr weit auseinander.
In der Außendarstellung verkauft sich das Unternehmen in Fulda, als die offene Weltfirma. Erschreckend dass viele „Hinterhofbuden“ professioneller arbeiten.

Karriere/Weiterbildung

Weiterbildungsmaßnahmen: Fehlanzeige. Global gültige Online-Schulungen dienen zwar dafür dass die Firma einen Schulungsnachweis für die Mitarbeiter erbringen kann und somit ein Kriterium für die ISO 9001 Zertifizierung erfüllt, nur haben diese Schulungen nicht die Qualität, um die Mitarbeiter weiter zu qualifizieren.
Die Karriereaussichten sind aufgrund „Flacher Hierarchien und kurzer Entscheidungswege“ eher begrenzt. Wenn man sieht, dass Kollegen seit Jahrzehnten dasselbe Aufgabengebiet haben, macht einem bei der eigenen Karriereplanung auch nicht gerade Mut. Eine gezielte Personalplanung oder gar Personalentwicklung ist nicht erkennbar. Hier wird nur nachbesetzt.
Insbesondere Auszubildenden und Berufsanfängern rate ich: Finger weg!
Ich sehe hier keine ausreichenden Strukturen, die eine qualifizierte Berufsausbildung ermöglichen und „Training on the job“ ist nur eine Ausrede für fehlende Einarbeitungsprogramme.