2 Bewertungen von Bewerbern kununu Prüfprozess
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2 Bewerber haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 3,0 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
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2 Bewerber haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 3,0 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
Telefoninterview, dann persönliches Gespräch in Hamburg mit Geschäftsführer und Vertriebsleiter. Der GF kommt aus der Branche und hat mehrfach betont, wen er angeblich alles kennt, und dass er seit 26 Jahren eine unverrückbare Größe sei. Interessanterweise haben auch Ex-Kollegen und Ex-Führungskräfte, die ihm auf seinen Stationen begegnet sein müssten, nie etwas von ihm gehört. Er war nicht unfreundlich, strahlte aber ein recht ausgeprägtes Status- und Hierarchiedenken aus. Dafür spricht, dass er ausgesprochen zügig auf Rahmenbedingungen wie Gehalt zu sprechen kam, und an mir und meinen Fähigkeiten nicht sonderlich interessiert war.
Der für die Position zuständige, seit zwei Jahren im Unternehmen befindliche Vertriebsleiter ist branchenfremd - das merkte man auch. Mit den im Material Handling Business gängigen Kennzahlen (z.B. WITS) ist man nicht sonderlich vertraut. Material Handling versteht man bei Kalmar Deutschland immer noch als rustikales Westen- und Handschlagbusiness, was angesichts der zunehmenden Internationalisierung und dem weit verbreiteten Gremienverkauf getrost als Kokolores aus den 90ern abgebucht werden kann.
Beide operierten im Gespräch primär mit wenig aussagekräftigen Kennzahlen wie "Stückzahl", was hinsichtlich Ziele und Gehalt angesichts der enormen Spanne der Auftragswerte wenig zielführend ist. Während man wahrscheinlich vom Bewerber (zurecht) erwartet, dass er vorbereitet und informiert zum Gespräch erscheint, konnten oder wollten meine Gesprächspartner keine Rückfragen hinsichtlich Umsatz, Zielen und Marktplanung geben - ich hatte den Eindruck, dass die ihren Markt selber nicht richtig kennen.
Weitgehend unmissverständlich ließen sich beide jedoch dahingehend ein, wer für momentane Marktschwierigkeiten primär schuld ist - die ehemaligen Vertriebsmitarbeiter. Dieser Moment im Gespräch machte mich persönlich auf diverse Red Flags aufmerksam, so dass ich bereits auf dem Weg nach Hause meiner Partnerin mitteilte, dass ich die absagen lasse oder im Zweifel selbst absage. Denn: ganz offensichtlich hatte man - da man mehrere Gebiete gleichzeitig besetzen wollte und das auch offen und selbstbewusst so sagte - entweder die gesamte oder weite Teile der Mannschaft zum Gehen bewegt oder gekündigt.
Die herablassende und negative Weise, in der über Ex-Mitarbeiter gesprochen wurde, hat mich enorm gestört. Wir kennen das ja - wenn das Business nicht läuft, sind auf jeden Fall die Mitarbeiter schuld, selbst wenn man als langjähriger (!) Geschäftsführer all die Jahre keinen Handlungsbedarf hinsichtlich des Personals sah. Da saß also ein Geschäftsführer, der mir sagte, dass die Mitarbeiter, die er jahrelang geführt hatte, allesamt nur den Altkundenstamm bedienten und alles andere als fleißig seien. Ein seltsames Fremd- und Selbstbild.
Kalmar ist hier aber keine Ausnahme - gerade im Vertrieb ist es seit einiger Zeit üblich, erfahrene, kompetente - und daher "teure" Mitarbeiter gegen leicht führbare und unerfahrene junge Mitarbeiter und semikompetente Kräfte auszutauschen. In einem technisch und kaufmännisch sehr komplexen Markt wie Großstapler Berufseinsteiger/Juniorverkäufer zum Marktausbau einzusetzen, wie es für einige Gebiete geplant war, halte ich für Wahnsinn. Das avisierte Zielgehalt für die Seniorposition liegt um einiges niedriger als das, was wir als Branchenkenner seit Jahren kennen. Hintergrund ist hier sicherlich der Hintergrund mit der finnischen Kone-Erbengemeisnchaft und dem darauffolgenden Börsengang.
Ich habe über Branchenfreunde und Eigenrecherche ein Bild davon bekommen, wer in den einzelnen Gebieten jeweils eingestellt wurde. Das empfiehlt sich immer, und zwra primär, um den Jobmarkt besser zu vesrtehen und auch eigene Defizite zu ermitteln. Wenn ich dann allerdings sehe, dass "meine" Position mit einer komplett(!) branchenfremden Person besetzt wurde, dann ist es nun einmal augenfällig, dass es nicht um Fachkompetenz bei der Besetzung ging. Über die Motove kann man spekulieren. Ziehe ich zusammenfassend noch einmal die Gesprächsinhalte heran, so liegen natürlich zwei Motive nahe: günstige Personalkosten, und "wird den Führungskräften nicht gefährlich", wenn man das mal so volkstümlich ausdrücken möchte. Was dabei übersehen wird: solche Leute werden dann auch dem Wettbewerb nicht gefährlich.
Kalmar ist sehr professionell in der Außendarstellung, besitzt ein interessantes Portfolio, und immer noch einen guten Namen im Markt. Wir werden sehen, ob der neuerdings eingeschlagene Weg zum Erfolg führen wird. Für gestandene Professionals, die wissen wovon sie reden, scheint es aber nicht das richtige Umfeld zu sein. Ich betone an dieser Stelle noch einmal, dass die hier geschilderten Eindrücke subjektiver Natur sind.
Positiv finde ich die durchweg zügige und freundliche Kommunikation mit HR und die reibungslose Erstattung der Fahrtkosten.
Branchenexperte im Material Handling, Betriebswirt