5 Bewertungen von Bewerbern kununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
5 Bewerber haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 2,2 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.


kununu Prüfprozess
5 Bewerber haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 2,2 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
Ich habe selten einen Bewerbungsprozess erlebt, der so unprofessionell, unverbindlich und respektlos gegenüber der Zeit eines Bewerbers ablief.
Der Prozess begann zunächst vielversprechend: Meine Bewerbung habe gut gefallen, man wolle mich telefonisch kennenlernen. Da ich zum ursprünglich vorgeschlagenen Termin beruflich verhindert war, habe ich zeitnah einen Alternativtermin vorgeschlagen. Danach kam zunächst nichts. Keine Bestätigung, keine Rückmeldung. Erst nachdem ich zwei Tage später selbst nachgefragt habe, wurde eingeräumt, meine Nachricht sei „durchgerutscht“.
Damit hätte man den Vorgang noch als Versehen abhaken können. Leider war es nur der Anfang.
Anschließend wurde ein Telefontermin abgestimmt. Ich war zum vereinbarten Zeitpunkt erreichbar, wartete auf das Gespräch, aber es passierte wieder nichts. Der Termin verstrich zunächst ohne Gespräch, ohne kurze vorherige Nachricht und ohne rechtzeitige Entschuldigung. Erst nachdem ich erneut selbst nachgefasst habe, kam die Mitteilung, ein anderer Termin ziehe sich in die Länge und man melde sich später. Das Telefonat fand dann verspätet statt.
In diesem Telefonat wurde mir ein Zweitgespräch für den darauffolgenden Donnerstag in Aussicht gestellt. Außerdem wurde ausdrücklich angekündigt, man werde sich auf jeden Fall bei mir melden. Eine schriftliche Rückmeldung dazu erhielt ich bis zu meiner eigenen Nachfrage nicht. Kein Terminvorschlag. Keine Absage.
Nach mehreren vorherigen Versäumnissen war meine Geduld zu diesem Zeitpunkt endgültig aufgebraucht. Meine Nachfrage, ob sich das angekündigte Zweitgespräch damit erledigt habe, war entsprechend entnervt und deutlich angesäuert. Rückblickend eher spät als früh, denn der Prozess hatte bis dahin bereits mehrfach gezeigt, wie wenig verbindlich hier kommuniziert wurde.
Die Reaktion darauf war dann der Gipfel: eine generische Standardabsage. Besonders bemerkenswert war der Hinweis, es sei nicht möglich, „mit allen Bewerbern in persönlichen Kontakt zu treten“. Das ist eine erstaunliche Formulierung, wenn vorher bereits persönlicher Kontakt stattgefunden hat, ein Telefonat geführt wurde und ein weiteres Gespräch konkret in Aussicht gestellt war.
Diese Absage wirkte dadurch nicht nur unpassend, sondern fast schon grotesk. Sie ignorierte den tatsächlichen Verlauf komplett und vermittelte den Eindruck, als sei der Bewerber einfach in eine Standardvorlage gekippt worden, nachdem man vorher mehrfach Erwartungen geweckt und Termine nicht sauber eingehalten hatte.
Was diesen Prozess besonders unangenehm machte, war nicht allein die schlechte Organisation. Es war das wiederholte Gefühl, als Bewerber derjenige sein zu müssen, der hinterherläuft, erinnert, wartet und nachfragt, während auf Unternehmensseite offenbar keine vergleichbare Verbindlichkeit bestand. Das empfand ich als erniedrigend und respektlos. Wer aktiv Interesse bekundet und Gespräche in Aussicht stellt, sollte Bewerber nicht in eine solche Position bringen.
Natürlich kann ich aus einem Bewerbungsprozess nicht abschließend beurteilen, wie das gesamte Unternehmen intern arbeitet. Aber Recruiting ist nun einmal die erste Visitenkarte eines Arbeitgebers. Wenn bereits dieser erste professionelle Kontakt von Unverbindlichkeit, Terminchaos und unpassender Standardkommunikation geprägt ist, wirft das aus meiner Sicht kein gutes Licht auf die dahinterstehenden Strukturen. Rückblickend bin ich daher eher erleichtert, dass sich der Prozess auf diese Weise erledigt hat, bevor ich noch mehr Zeit und Energie investiert habe.
Natürlich können E-Mails übersehen werden. Natürlich können Termine sich verschieben. Natürlich kann sich ein Unternehmen nach einem Gespräch gegen einen Bewerber entscheiden. Das alles ist völlig legitim. Nicht legitim ist aus meiner Sicht ein Prozess, in dem der Bewerber mehrfach nachfassen muss, vereinbarte Kommunikation nicht eingehalten wird und am Ende eine Absage verschickt wird, die so tut, als habe es den vorherigen persönlichen Austausch nie gegeben.
Bewerber investieren Zeit, bereiten sich vor, halten Termine frei und nehmen solche Gespräche ernst. Von einem Unternehmen darf man erwarten, dass es im Gegenzug ein Mindestmaß an Verbindlichkeit, Respekt und professioneller Kommunikation aufbringt.
Mein Fazit: Der Prozess begann mit Interesse und endete in maximaler Ernüchterung. Für mich war das ein Musterbeispiel dafür, wie Recruiting nicht laufen sollte: unzuverlässig, schlecht organisiert, wenig wertschätzend und am Ende mit einer Standardabsage, die den eigenen Ablauf ad absurdum führt.
Angekündigte Handlungen seitens der Geschäftsführer sollten eingehalten werden, da sie sich sonst unglaubwürdig machen.
Ich kann nichts bemergeln. Alles Perfekt. Weiter so.
Klarere Definition der Stellenbeschreibung, Nicht alles kann mit Geld bezahlt werden