Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Obwohl ich meinen Urlaub für 2024 mit der Leitung vollständig geplant hatte, stellte sich kurz vor meiner Kündigung heraus, dass mir noch zehn Tage zustanden. Diese hätten nur durch die Leitung verlängert oder ausgezahlt werden können. Da die Leitung für mich vor meinem Austritt nicht mehr ansprechbar war, konnte ich den Urlaub weder nehmen noch verlängern – angeblich sei er nun verfallen. Auch hier führten unklare Formulierungen in der Personalabteilung dazu, dass letztlich ein Anwalt eingeschaltet werden musste.
Hinzu kam, dass ich zum Zeitpunkt meines Austritts 35 Überstunden angesammelt hatte, die nicht bezahlt wurden. Das „Angebot“ der Geschäftsführung, mir großzügigerweise 14 Stunden auszuzahlen, war respektlos und lächerlich.
Die Ausstellung meines Arbeitszeugnisses dauerte zudem ganze fünf Monate. Heraus kam ein unpersönliches Dokument, das kaum zu gebrauchen ist.
Da der Beruf selbst eigentlich sehr erfüllend sein kann, ist es umso trauriger, wie er hier entwertet wird. Deshalb kann ich nur jedem raten, einen großen Bogen um die Eigenbetriebe von Berlin zu machen. Das betrifft nicht nur Nordwest, sondern offenbar auch andere Bereiche. Sucht euch lieber einen kleineren privaten Träger. Auch für Eltern ist dieser Arbeitgeber keine gute Wahl: Sparmaßnahmen gehen auf Kosten der Kinder. So wurde zu meiner Zeit zum Beispiel nicht einmal mehr ein Butterbrot als Ersatz angeboten, wenn ein Kind das Mittagessen nicht essen wollte. Selbst die Kitaleitung zeigte sich darüber schockiert.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre war in jeder Hinsicht miserabel: fehlende Leitungskompetenz, ständige Unstimmigkeiten und ein Klima des Misstrauens. In Dienstbesprechungen lobte man sich gegenseitig für angeblich gute Zusammenarbeit, doch kaum waren die Stühle weggeräumt, wurde mit Augenrollen und Lästereien nachgelegt. Niemand schien so zu sein, wie er sich nach außen darstellte. Selbst enge Kolleginnen wirkten privat befreundet, sprachen aber auf der Arbeit hinter dem Rücken der „besten Freundin“ abfällig.
Es fielen Aussagen wie: „Die Kinder nerven mich so sehr, dass ich hier nur noch sechs Stunden am Tag arbeite.“ Als ich selbst versuchte, Missstände offen anzusprechen – bis hin zur Geschäftsleitung – bekam ich die Quittung: Man sprach nicht mehr mit mir, warf mein Essen weg oder änderte ohne Rücksprache meine Dienste.
Der größte Schlag war jedoch die Reaktion der Leitung in einer Aussprache mit Vorgesetzten. Wörtlich hieß es: „Das ist hier schon viele Jahre so, und wir können das nicht ändern.“ Das war für mich der Wendepunkt in meiner Ausbildung.
Ausbildungsvergütung
Im ersten Ausbildungsjahr gab es S4 Stufe 1, im zweiten und dritten Jahr S4 Stufe 2. Je nach Stundenzahl ist das Gehalt in Ordnung, gleichzeitig wirkt es aber wie ein Anreiz für Menschen, die in diesem Beruf nichts verloren haben. Aus meiner Sicht wäre hier weniger tatsächlich mehr. Nach meiner Erfahrung hätten mindestens die Hälfte meiner ehemaligen Kolleginnen, Kollegen oder Kommilitonen nicht in diesem Beruf arbeiten dürfen, da ihre Motivation offensichtlich ausschließlich im Geld lag und nicht in der Arbeit mit Kindern.
Die Ausbilder
Ich hatte das Glück, eine vom Träger gestellte externe Mentorin zu bekommen, da das hauseigene Personal diese Aufgabe nicht übernehmen konnte. Das ist leider das einzig Positive, was ich über die Arbeit bei den Eigenbetrieben sagen kann. Zwar wurde mir intern ebenfalls eine Anleitung zur Seite gestellt, diese stellte mir jedoch Aufgaben sogar am Wochenende und unterstellte mir im weiteren Ausbildungsverlauf unfassbare Dinge, weshalb ich auch gekündigt habe. Andere Anleiter in meiner Ausbildungsstelle schrien ihre Auszubildenden so laut an, dass weder Kinder noch Kolleginnen und Kollegen die Räume betreten wollten.
Spaßfaktor
Die Arbeit mit den Kindern und Eltern hat mir extrem viel Freude bereitet und oft den Tag gerettet. Leider wurde der Alltag jedoch von Intrigen, scheinheiliger Moral und ständigen Lästereien hinter dem Rücken geprägt. Das machte die Situation für mich und viele andere auf Dauer unerträglich.
Respekt
Respekt habe ich in dieser Einrichtung nicht erlebt. Besonders negativ ist mir die Personalabteilung in Erinnerung geblieben, die mir Faulheit unterstellte und mit Drohgebärden verbal versuchte mich einzuschüchtern. Von anderen Auszubildenden habe ich zudem erfahren, dass dort abwertende und diskriminierende Bemerkungen gefallen sein sollen, etwa dass jemand erst richtig Deutsch lernen müsse, bevor er mit den Sachbearbeitern sprechen dürfe.