Theorie auf der Homepage, Realität im Alltag
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Arbeitsatmosphäre war für mich auf Dauer äußerst belastend. Es wurde viel über Kolleginnen und Kollegen gesprochen, aber nur selten direkt miteinander. Dadurch entstanden Spannungen, Grüppchenbildung und ein Arbeitsklima, in dem gegenseitiges Vertrauen und ein echter Zusammenhalt kaum möglich waren.
Besonders problematisch empfand ich die Zusammenstellung von Teams. Teilweise wurden Mitarbeitende in Konstellationen eingesetzt, die offensichtlich nicht gut miteinander harmonierten. Wurden solche Schwierigkeiten angesprochen, gab es nach meiner Erfahrung jedoch kaum Möglichkeiten, durch einen internen Wechsel tatsächlich eine nachhaltige Lösung zu schaffen. Konflikte blieben dadurch bestehen und mussten im Alltag weitergetragen werden.
Auch die Situation auf Leitungsebene war für mich äußerst problematisch. Nach dem Wegfall der ersten Leitung fehlte es über einen längeren Zeitraum an transparenter Kommunikation darüber, ob und wann sie wieder kommt. Mit der darauffolgenden Leitung verbesserte sich die Situation für mich leider nicht wesentlich. Beide Leitungen nahmen aus meiner Sicht, ihre Führungsaufgaben und die damit verbundene Verantwortung nicht in dem Maß wahr, wie es für ein funktionierendes Team und einen professionellen pädagogischen Alltag notwendig gewesen wäre. Entscheidungen waren teilweise nicht nachvollziehbar, Probleme wurden nicht konsequent gelöst und bei Konflikten fehlte mir häufig eine klare und verlässliche Führung.
Auch der Umgang mit angesprochenem Fehlverhalten war für mich enttäuschend. Wenn aus meiner Sicht unprofessionelles oder pädagogisch fragwürdiges Verhalten gegenüber Kindern oder Kollegen angesprochen wurde, hatte ich nicht den Eindruck, dass solche Rückmeldungen ausreichend ernst genommen und konsequent aufgearbeitet wurden. Stattdessen wurde häufig darauf verwiesen, das Gespräch selbst mit der betreffenden Person zu suchen.
Zudem entstand für mich der Eindruck, dass es einen deutlichen Unterschied macht, wie lange jemand bereits beim Träger beschäftigt ist und wie gut die Person mit der Führungsebene vernetzt ist.
Besonders schwierig empfand ich, dass man als Mitarbeiter teilweise das Gefühl bekommt, Verhalten der Kollegen beispielsweise gegenüber Eltern nach außen vertreten zu müssen, obwohl man selbst deren Verhalten fachlich oder persönlich nicht für vertretbar hielt.
Ein weiterer großer Kritikpunkt war die wiederkehrend angespannte Personalsituation. Es gab immer wieder längere Phasen, in denen gleichzeitig mehrere Mitarbeitende ausfielen. Die daraus entstehenden Engpässe führten dazu, dass geplante pädagogische Angebote, Projekte und Aktivitäten regelmäßig abgesagt, verschoben oder stark reduziert werden mussten.
Statt gezielter Förderung, Begleitung und Bildungsarbeit stand häufig nur noch die Sicherstellung der Betreuung im Vordergrund.
Auch die viel beworbene Digitalisierung im Arbeitsalltag empfand ich nicht als wirkliche Entlastung. Tablets und eine entsprechende App sollen den Arbeitsalltag erleichtern, nehmen nach meiner Erfahrung jedoch einen erheblichen Teil der verfügbaren Zeit in Anspruch, sodass die wesentliche Aufgabe, die Arbeit AM Kind, immer wieder in den Hintergrund fallen musste.
Bewertung beruht auf den Erfahrungen vom Standort Feldmoching.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist in einem Wort: toxisch.
Kommunikation
Es wird zu spät oder gar nicht kommuniziert.
Kollegenzusammenhalt
Jeder redet über jeden, aber keiner spricht direkt miteinander.
Work-Life-Balance
Aufgrund der Vernetzung über WhatsApp und auch der Apps auf dem Privathandy konnte man nie richtig abschalten.
Interessante Aufgaben
"Interessant" war die Übernahme der Aufgaben und Verantwortlichkeiten von Kollegen.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt kaum bis gar keine älteren Kollegen.
Arbeitsbedingungen
Moderne Einrichtung, ist aber leider nicht alles.
Image
Ist nur auf der Homepage gut.
Karriere/Weiterbildung
Für manche waren Weiterbildungsmöglichkeiten vorhanden, jedoch wurde dabei die Personalplanung ein wenig aus den Augen verloren.

