Gute Jahre, für mich leider nichts auf Dauer
Gut am Arbeitgeber finde ich
Für mich waren es wertvolle, wichtige Jahre, die mich und auch den Arbeitgeber vorran gebracht haben. Mehr kann man sich eigentlich kaum wünschen.
Es gibt einen herrlichen Grad an Freiheit, das habe ich immer sehr genossen und als sehr vertrauensvoll wahrgenommen.
Die gelebte Fehlerkultur hat einigen Kollegen zu einer tollen Entwicklung geholfen. Fehler machen ist erlaubt, man muss nur daraus lernen!
Ich habe herzhaft mit Kollegen gelacht und hatte tolle Ansprechpartner, beruflich und privat.
Wir haben tolles zusammen erlebt, auf Firmenfeiern und Veranstaltungen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es gibt eine gehörige Fluktuation. Nicht immer klappt eine ordnungsgemäße Übergabe. Die Dokumentationen sind oft ausbaufähig, wodurch oft Wissen verloren geht oder die Firma erhebliches Leergeld dafür zahlt, dass sich neue Kollegen wieder selbst einarbeiten oder Dinge herausfinden, die bereits mal bekannt waren.
Verbesserungsvorschläge
Man steht am Scheideweg zu expandieren, was sehr gut ist. Die Sorgen einiger Beschäftigter sich daran zu verheben sollte man erstnehmen.
Der Fluktuation sollte man auf den Grund gehen. Die spezifische, nischige Branche mag ihren Anteil daran haben, so lobenswert die Möglichkeit zum Quereinstieg auch ist. Die Kommumnikation muss mitwachsen und verbessert werden, gerade wenn die Firma noch weiter wächst. Kommunikation nur über den Flur wird nicht mehr ausreichen.
Die Erkenntisse aus Fehlern sollten aufgeschrieben und geteilt werden.
Arbeitsatmosphäre
Meistens entspannt. Es herrscht eine Duzkultur. Feedback kann aktiv eingefordert werden, man erhält aber auch regelmäßig Lob von den Vorgesetzten. Es gibt einen Kummerkasten und immer ein offenes Ohr im Kollegium, für berufliche und private Angelegenheiten.
Image
Ganz gut, wenn vorhanden. Überregional ist die Firma außerhalb von Fachkreisen unbekannt. In der Branche ist man durchaus ein Begriff. Als Arbeitgeber in der Region ist man ebenfalls noch recht unbekannt. Sofern bekannt, hört man überwiegend Positives, natürlich nicht ausschließlich.
Work-Life-Balance
Urlaub kann bis auf wenige fest verplante Tage frei gewählt werden. Eine Stellvertretung muss aber gewährleistet sein. Die gewährte Rahmenarbeitszeit fand ich immer sehr angenehm und wichtig zum Überstundenabbau.
Karriere/Weiterbildung
Man kann über alles reden. Mitarbeiter können Weiterbildungswünsche immer an den Arbeitgeber herantragen. Man kann sich gut in der Firma weiterentwickeln. Die Karrieremöglichkeiten sind allerdings recht begrenzt, gerade wenn man in der Führungsebene einsteigt. Die Möglichkeit Geschäftsführer zu werden besteht zwar, das ist aber nicht Jedermanns Ziel.
Gehalt/Benefits
Für die Region absolut solide. Natürlich auch ein Stück weit Verhandlungssache und abhängig vom persönlichen Engagement, wenn es um Boni geht. Das Gehalt kam immer überpünklich. Auch Boni wurden zügig ausgezahlt und auch fair gewährt. Für meinen Geschmack ist die Gehaltsstruktur allerdings etwas zu flach. Führungskräfte haben viele Aufgaben und eine Vorbildfunktion. Dies wird zwar anerkannt, der Abstand zu Gehältern von Sachbearbeitern ist aber recht gering. Toll wäre künftig noch ein 13. Monatsgehalt. Der Urlaub wurde bereits erhöht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Auf die Umwelt wird geachtet, allerdings nicht vorrangig und nicht um jeden Preis. Das Auto bleibt in der Region das Verkehrsmittel der Wahl, auch für Dienstreisen. Der Verantwortung kommt man insbesondere beim Gewässerschutz nach. Auflagen werden eingehalten. Zertifikate regelmäßig erneuert. Komplexe Lieferketten oder Handelsbeziehungen in Schwellenländer oder problematische Handelspartner habe ich nicht festgestellt.
Kollegenzusammenhalt
Meine Kollegen vermisse ich. Ich habe mich mit allen gut verstanden. Natürlich haben sich mittlerweile Grüppchen gebildet und mit einigen Abteilungen hatte ich nur wenige Berührungspunkte. Dennoch in Meetings wird auch mal gelacht und es war schön zu sehen, dass hier auch verscheidene Abteilungen, mit verschiedenen Ansichten an einem Strang ziehen können.
Umgang mit älteren Kollegen
Werden gut integriert und sinnvoll eingesetzt. Es gibt langjährige Firmenangehörige, die ihr Wissen auch weiter geben. Auch den Renteneintritt hat der Arbeitgeber im Blick und plant hier langfristig, was in der Region und dem aktuellen Arbeitsmarkt aber schwierig ist.
Vorgesetztenverhalten
Gar nicht schlecht! Gerade in der Region hört man ganz Anderes und ich habe auch deutlich schlechteres erlebt. Ich habe mich immer als Mensch wahrgenommen gefühlt, nicht nur als Nummer. Es gibt eine Präferenz für verbale Prozesse. Dagegen ist eigentlich nichts zu sagen. Manchmal wird aber so viel besprochen, dass die Entscheidungen am nächsten Tag vergessen sind. Dies kombiniert sich damit, dass Entscheidungen nicht immer beständig sind. Trotzdem, wir haben leidenschafltich diskutiert, sind nie persönlich oder laut geworden, weil es um die Sache ging. Das ist viel wert!
Arbeitsbedingungen
Sind im Wandel. Lange gab es entschieden zu wenig Platz. Das ist nun besser. Einzelbüros sind die absolute Ausnahme. In dem neuen Großraumbüro ist es leider sehr laut. Man arbeitet daran. Arbeitsmittel sind vorhanden. Es ist jederzeit erlaubt etwas zu beantragen, was ohne Chef entschieden werden darf. Regelmäßig wird in Technik investiert. Auch neue Tools werden ausprobiert und getestet.
Kommunikation
Hier wird Vieles unternommen, um alle mitzunehmen. Neben Rundmails werden wichtige Informationen auch ausgehangen. Immer mal wieder gibt es eine Mitarbeiterversammlung. Vieles findet allerdings noch auf dem ganz kurzen Dienstweg statt, was nicht immer alle mitbekommen.
Gleichberechtigung
Hat mir gut gefallen. Es gibt auch Frauen in leitender Position. Während meiner Tätigkeit sind sogar mehrere Mitarbeiter zurückgekehrt und gut neu integriert worden. Besonders gut gefallen hat mir die Gleichberechtigung bei dem Infaltionsausgleich. Alle haben ein Fixum erhalten plus eine prozentuale Gehaltserhöhung. Das hat allen geholfen, aber auch die unterschiedlichen Verantwortungen berücksichtigt.
Interessante Aufgaben
Eine bunte Tüte. Wer suchet der findet. Wer Ideen oder eine Begabung hat darf diese ausleben. Als KMU ist man hier entsprechend flexibel und beweglich. Quereinsteiger sind willkommen und auch betriebsintern ist es möglich das Aufgabengebiet zu wechseln. Ganz fair verteilt ist die Arbeitsbelastung dadurch allerdings nicht.