Solides Mittelfeld mit den typischen Agentur-Krankheiten.
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Moderne Arbeitsmittel wie iPhone und Mac sind vorhanden und erleichtern den Alltag.
- Sehr gesprächsbereit bei Arztterminen, Behördengängen, spontanes Home-Office - meist kein Problem wenn die Teamleiterin/Teamleiter früh genug informiert wird.
- Es gibt Team-Budgets für gemeinsame Aktivitäten
- Gute Zusatzleistungen im Rahmen des Steuerfreibetrags (z. B. SpenditCard, ÖPNV-Ticket, Corporate Benefits). Das geht in anderen Firmen definitiv schlechter.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Anstatt sich auf die eigentliche Kernkompetenz zu besinnen – einen wirklich exzellenten Social-Media-Auftritt für Kunden (was an sich schon ein riesiges Feld ist) –, wird ständig nach dem Next Big Thing (z. B. KI) gesucht. Man macht immer neue Fässer auf, nur um irgendwo noch einen Euro extra mitzunehmen.
- In jüngster Zeit gab es sehr markante Wechsel im Management. Zwar bleibt zu hoffen, dass die neuen Entscheidungen richtig waren, aber menschlich und fachlich sind mit den Abgängen echte Leistungsträger und tolle Typen verloren gegangen.
- Man ist teilweise zu sehr von sich selbst überzeugt. Mehr Demut wäre gut. Da bei LOBECO viel in Fussball-Analogien gesprochen wird, kommt mir das Zitat von Sandro Wagner in den Sinn: Wir sind auf keiner Position schlechter besetzt als die Bayern - doch seid ihr.
- Der interne Wissenstransfer leidet spürbar unter einer veralteten oder unstrukturieren digitalen Infrastruktur. Hier wird extrem viel Wissen verschwendet, weil das Rad in jedem Team neu erfunden werden muss.
Arbeitsatmosphäre
- In der Regel ganz gut
- Kann mir vorstellen, dass wenn man mit den falschen Leuten zu oft zu tun hat es auch deutlich schlechter sein kann
- Vibe: Als Social Agentur eher auf der konservativen Seite - erwarte keine “Birkenstock, Hoodies, Shorts, Matè und Tischkicker”-Kultur. Die Kultur ist hier eher so flippiger Sportschau-Moderator mit T-Shirt, Sakko, Chino (einen Schnuff zu eng) und weißen Sneakern, der am Freitagabend auch mal ein Radler trinkt.
Kommunikation
- Gerade um Abgänge gibt es viel Intransparenz und Geheimhaltung vor Kollegen und Kunden
- Ansonsten versucht man transparent zu Kommunizieren. Mal mit mehr und mal mit weniger Erfolg (halbe Firma weiß es bereits)
Kollegenzusammenhalt
- Sehr stark, wenn gleich durch eine hohe Fluktuation die Teams jedes Jahr fast wie neu gewürfelt sind.
- Viele coole unterschiedliche Charakter mit dabei - wie auf dem Pausenhof auf der Schule gibt es seine Cliquen
Work-Life-Balance
- Work-Life-Balance existiert nur, wenn man von Tag eins an extrem hart eigene Grenzen zieht und nein sagt.
- gibt aber auch Fälle bei denen das 20 Uhr Jahrestag-Dinner mit der Freundin abgesagt werden musste weil der Farbton auf der Grafik das "falsche" Rot hatte (Notfall eben).
Vorgesetztenverhalten
- Welche Arbeitsatmosphäre man erlebt, hängt stark davon ab, in welchem Team man landet.
- Von empathischen Führungskräften mit viel Vertrauen und Freiraum bis hin zu ausgeprägtem Micro-Management ist leider alles vertreten.
Interessante Aufgaben
- Lange Durststrecken mit monotonen 0815-Aufgaben wechseln sich ab mit plötzlichem Ins-kalte-Wasser-Werfen bei Aufgaben, die vorher noch nie in der Agentur umgesetzt wurden (aber dem Kunden schon verkauft wurden).
- Man muss sich gezwungenermaßen in unterschiedlichste Branchen eindenken, auch wenn man null Identifikation mit Finanzen, Politik oder Versicherungen mitbringt.
- Social Media typisch ist man sehr schnell die Frau oder der Mann für alles und plant Drehs, entwirft Captions, zieht Reports, setzt Ads auf und stampft Social-Strategien aus dem Boden
Gleichberechtigung
- Die Agentur hat ihre Wurzeln spürbar im Sport- und Fußballkosmos. Das spiegelt sich auch im Führungsverhalten wider: Ein starker „Boys' Club“-Vibe und Kumpel-Mentalität prägen die oberen Ebenen.
- Der Blick auf die Teamseite zeigt ein deutliches Ungleichgewicht in den Führungspositionen. Weibliche Führungskräfte sind klar in der Unterzahl (5 von 18).
Umgang mit älteren Kollegen
- Manche ältere Kollegen sind sehr gut integriert und eine absolute Bereicherung
- Manche finden nicht ganz den Anschluss an die anderen jungen Kollegen, sehe hier die Verantwortung aber eher beim Kollegen sich zu integrieren als bei LOBECO selbst
Arbeitsbedingungen
- An voll besetzten Teamtagen wird es im Open Space/Büro extrem laut, was konzentriertes Arbeiten spürbar erschwert.
- Einige Telefonzellen mit Mängeln, die seit Monaten/Jahren nicht behoben werden. Lüftung geht nicht, Tür geht nicht komplett zu
- Es gibt keine fest verbaute Klimaanlage, was das Arbeiten an heißen Sommertagen sehr anstrengend macht.
- Höhenverstellbare Tische gibt es keine
Umwelt-/Sozialbewusstsein
- Der Müll wird getrennt
Gehalt/Benefits
- Das Gehalt und die Sozialleistungen bewegen sich im soliden Mittelfeld der Branche – weder extrem schlecht noch überdurchschnittlich gut.
- Bei den jährlichen Feedbackgesprächen gibt es gefühlt wenig Verhandlungsspielraum. Es kommt durchaus vor, dass Kollegen in Jahresgesprächen komplett ohne Gehaltsanpassung weggehen.
Karriere/Weiterbildung
- Es gibt zwar interne Schulungen/Academies, diese decken jedoch meist nur die klassischen Soft-Skill-Standardthemen ab (wie Stressmanagement, Multitasking oder Kommunikation).

