Vielleicht auf dem richtigen Weg, leider mit den falschen Offizieren.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Was die Wandlung angeht, scheint die Geschäftsleitung einen konstruktiven und transparenten Ansatz zu verfolgen.
Noch gibt es eine Kantine, die sehr lecker ist und das Umfeld erheblich aufwertet.
In der Vergangenheit stand der Arbeitgeber immer für Verlässlichkeit, das sollte beibehalten werden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das man sich zu sehr auf die Aussagen seiner direkten Untergebenen verlässt. Geschäftsführer spricht mit Abteilungsdirektor, der mit Leiter, der mit Teamleiter, der mit dem Mitarbeiter - ganz hierarchisch.
Dadurch werden Zusammenhänge nicht korrekt weitergegeben, Informationen kommen gar nicht oder verfälscht an und mit diesen "falschen" Informationen werden Entscheidungen getroffen, die am Ende nicht richtig sind.
Der Umgang der mittleren Führungskräfte mit den Mitarbeitern ist zudem schlecht. Die Kompetenz lässt zu wünschen übrig. Die Mitarbeiter werden zu Themen nicht gefragt, man trifft Entscheidungen, die man später zurücknehmen muss, weil man einfach keine Ahnung vom Thema hat.
Verbesserungsvorschläge
Ich kann der Geschäftsführung nur raten, sich nicht nur auf ihre direkten Untergebenen zu verlassen, sondern sich selbst ein Bild von der Lage auf Mitarbeiterebene zu machen, das Gespräch zu suchen, zuzuhören.
Die meisten Mitarbeiter lieben die Firma und sind traurig, was mit ihr passiert. Sie haben keine Angst vor Veränderungen, sondern davor, dass sich nichts ändert.
Die Geschäftsführung sollte zudem das Treiben der Führungskräfte genauer in Augenschein nehmen. Z.B. wer wann wieviele Externe beauftragt hat, mit welchem Ziel. Da wurde viel Geld verbrannt.
Auch sollten Aussagen an die Geschäftsführung vielleicht mal hinterfragt werden.
Am Ende wie beim Medienkonsum - am besten mehrere Quellen befragen, um nicht irgendwelche Fake News zu glauben.
Arbeitsatmosphäre
Leider hat die Arbeitsatmosphäre sehr gelitten. Die älteren Führungskräfte haben Zusammenhalt und Zusammenarbeit gefördert. Das Ziel war klar und man konnte sich gut fokussieren. Die neueren Führungskräfte sind eine einzige Katastrophe. Sie steuern den Laden komplett gegen die Wand.
Sei es, dass man Montags im Meeting das eine behauptet und Freitag das Gegenteil, man Kollegen Gehälter kürzt ohne Gespräch, Teamleiter werden komplett übergangen.
Dazu ein Hauch von moralischer Erpressung doch bitte den Wandel bis zum Ende voller Elan mitzumachen bevor man ein paar Monate später 60 % der Abteilung loswerden will.
Die Bank hat einen verdammt guten Ruf gehabt, ein tolles Arbeitsumfeld wo Mitarbeiter 20, 30 oder mehr als 40 Jahre dabei waren und mit vollem Herzen und Elan immer für gute Arbeit gesorgt haben.
Jetzt, Dienst nach Vorschrift (die man gern mal so auslegt, wie man es gerade braucht - seitens der Führungskräfte).
Warum 2 Sterne? Innerhalb der Teams läuft es klasse. Viele Kollegen sind noch aus alten Tagen und der Zusammenhalt ist hier noch immer gegeben.
Die Teamleiter sind i.d.R. auch super.
Kommunikation
Es gibt eine Scheinkommunikation, wo Führungskräfte regelmäßig versuchen über den Wandel zu informieren - viele Monologe ohne wirklichen Inhalt, vermutlich, weil sie diesen auch nicht preisgeben dürfen.
Innerhalb der Teams eine gute, transparente vertrauensvolle Kommunikation.
Ansonsten findet keine Kommunikation statt. Da werden jährliche Bewertungen der Mitarbeiter, über den Teamleiter hinweg, herabgestuft mit der lapidaren Antwort - Mitarbeiter XY darf nicht so gut bewertet werden.
Bei anderen werden Tariferhöhungen mit Zulagen verrechnet - ohne jede Begründung oder gar ein Gespräch, selbst die Teamleiter werden in Unkenntnis gelassen.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der Teams ist der Zusammenhalt weiterhin erstklassig. Trotz der angekündigten Entlassungswelle gibt es keinerlei Konkurrenzdruck oder gegenseitiges Augen ausstechen.
Alle wissen, dass die Bank sich reformieren muss und auch, woran es liegt, dass dies nicht gelingt. Und das sind nicht die Mitarbeiter.
Work-Life-Balance
Work-Life-Balance ist sehr gut. Es gibt mobiles Arbeiten, recht großzügig gehandhabt. Manche Kollegen kommen nur selten im Monat ins Büro, andere sind regelmäßig da. Überstunden halten sich in Grenzen. An der Stelle hat der Arbeitgeber seinen Charme nicht verloren.
Vorgesetztenverhalten
Man muss leider einen Stern geben, der gehört den Teamleitern.
Bei der anstehenden Reform werden Entscheidungen getroffen, ohne den Fachbereich zu fragen. Man googelt im Netz nach einer Software und entscheidet dann nach ihrem zukünftigen Einsatz.
Dann baut man Pläne und Personalstrukturen auf und am Ende muss man alles umwerfen, weil die Software doch bleiben muss.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind spannend und auch herausfordernd. Neue Regularien, neue Arbeitsweisen, neues Umfeld und neue Strukturen - letztlich ein komplett neuer Aufbau der Bank und parallel Betreuung des Altsystems.
Das wird zukünftig aber anders sein. Die Bank verliert unglaublich viel Know How durch das Outsourcing und wird sich zukünftig in massive Abhängigkeit begeben.
Gleichberechtigung
Es gibt keine mir bekannte Diskriminierung in irgendeiner Art und Weise.
Ein Stern ziehe ich ab, weil die Führungskräfte (über Teamleiter) die Mitarbeiter nicht immer wertschätzend behandeln. Da wird auch mal geschrien, in Teilen bedroht, knapp an einer Beleidigung vorbei.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kollegen werden genauso behandelt wie jüngere. Da ist der Arbeitgeber vorbildlich.
Arbeitsbedingungen
Die Büros sind alt, aber dafür kann der Arbeitgeber nichts. Derzeit muss viel gespart werden, daher wird sich das in nächster Zeit auch nicht ändern.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Kann ich nicht beurteilen. Die ehemaligen Inhaber hatten noch einen Sinn dafür - so wurden Abteilungsdirektoren auch gebeten in der Suppenküche oder Obdachlosenhilfe auszuhelfen, damit sie geerdet werden.
Die Geschäftsführer von Heute verwalten nur noch und haben augenscheinlich keine Zeit für soziale Projekte oder dergleichen. Ihnen gehört die Bank aber auch nicht, sie verwalten sie nur ein paar Jahre bis wieder ein anderer kommt.
Gehalt/Benefits
Gehalt und Sozialleistungen sind gut.
Image
Das Image hat stark gelitten. Die obere Führung glaubt, das liegt nur an Cum Ex, aber diese Vorfälle sind für interne Mitarbeiter auf der unteren Ebene eher unwichtig.
Die meisten kennen diese sogenannten "Täter" länger und somit auch die andere Seite, die soziale Seite. Die Bank könnte viel mehr an ihrem Image arbeiten, als sie tut. Aber nicht indem man Hintergrundbilder auf dem Sperrbildschirm als Prio 1 ansieht.
Karriere/Weiterbildung
Derzeit befindet sich die Bank in einem krassen Wandel. Da ist an Karriere oder dergleichen nicht zu denken, da niemand weiß wie es in Zukunft aussieht. Ich hoffe es ändert sich wieder.