Hohe Erwartungen, ernüchternde Realität.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Onboarding war wirklich sehr strukturiert. Hier können sich manche Unternehmen wirklich eine Scheibe von abschneiden.
Verbesserungsvorschläge
Ich würde mir für meap wünschen, dass die Kolleginnen, die kreativ und innovativ sein wollen, dies auch sein können. Dafür ist es einserseits notwendig Kunden auch einmal Grenzen zu setzen, aber auch die Einmischungen seitens fachfremder Führungskräfte, in denen es um Geschmacksfragen geht, abzumoderieren. Letztendlich wurde jede Person aufgrund ihrer Expertise eingestellt und sollte auch so behandelt werden. Mitarbeitende sind nicht nur Mittel zum Zweck, sondern eigenständig denkende Menschen, die für den Erfolg entscheidend sind.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre habe ich zunehmend als angespannt empfunden.
Zu Beginn war ich hochmotiviert und wollte Verantwortung übernehmen, Prozesse verbessern und mich fachlich wie persönlich weiterentwickeln. Mit der Zeit hatte ich jedoch immer häufiger das Gefühl, dass Eigeninitiative und kritisches Mitdenken nur begrenzt erwünscht waren.
Ich habe erlebt, dass Verbesserungsvorschläge oder kritische Nachfragen aus meiner Sicht eher als Infragestellen bestehender Strukturen wahrgenommen wurden als als konstruktiver Beitrag.
Kommunikation
Die Kommunikation war für mich einer der größten Schwachpunkte.
Nach außen vermittelt meap ein Bild von Offenheit. Intern hatte ich jedoch häufig den Eindruck, dass Kommunikation stärker von Hierarchien geprägt war als erwartet.
Feedback schien willkommen zu sein, solange es bestehende Entscheidungen bestätigte. Kritische Rückmeldungen oder andere Perspektiven wurden aus meiner Sicht nicht immer mit derselben Offenheit aufgenommen.
Kollegenzusammenhalt
Meine direkten Kolleginnen und Kollegen waren eindeutig das Beste an meiner Zeit bei meap.
Ich habe viele engagierte, hilfsbereite und fachlich starke Menschen kennengelernt. Innerhalb der Teams habe ich häufig gegenseitige Unterstützung erlebt.
Dass ich das Unternehmen verlassen habe, lag ausdrücklich nicht an den Kolleginnen und Kollegen.
Work-Life-Balance
Überstunden wurden erfasst. Diese konnte man sich auszahlen lassen oder in freie Tage umwandeln. Eine Kernarbeitszeit von 9-16 Uhr wird mit dem Begriff "Gleitzeit" bezeichnet.
Vorgesetztenverhalten
Dieser Bereich hat meine Erfahrung am stärksten geprägt.
Ich hatte häufig den Eindruck, dass Führung vor allem über Kontrolle, Bewertung und das Aufzeigen von Defiziten funktionierte.
Natürlich gehört konstruktives Feedback zu jeder Zusammenarbeit. Ich hatte jedoch oft das Gefühl, dass Fortschritte, Engagement und Lernbereitschaft deutlich weniger wahrgenommen wurden als das, was noch verbessert werden könnte.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben entsprachen den Erwartungen der Arbeit in einer Agentur. Interessante und eher langweilige Aufgaben wechselten sich ab.
Gleichberechtigung
Frauen in Führungspositionen sind bei meap zahlreich vertreten. Das allein genügt aus meiner Sicht aber nicht, um 5 Sterne zu geben. In meiner Zeit habe ich von Verhaltensweisen von Kollegen gegenüber ihren Kolleginen gehört oder diese mitbekommen, die min. unter dem Begriff Mikroaggression fallen bis offen sexistisch waren.
Umgang mit älteren Kollegen
Ich finde es gut, dass alle Altersgruppen bei meap vertreten sind und dieses Thema im Hiring-Prozess scheinbar keine Rolle spielt.
Arbeitsbedingungen
Mit der technischen Ausstattung und den Räumlichkeiten war ich grundsätzlich zufrieden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Mülltrennung und Recycling (auch von gebrauchter Hardware) sind konsequent organisiert.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war aus meiner Sicht in Ordnung. Es wird sich sehr viel Mühe gegeben Benefits anzubieten, die für eine möglichst große Schnittmenge an Bedürfnissen unterschiedlicher Personen passend sind.
Image
Nach außen präsentiert sich meap als moderne Agentur mit flachen Hierarchien, Offenheit und einer wertschätzenden Kultur. Die Werte, die dahinter stehen, werden aus meiner Sicht zu wenig in konkretes Handeln übersetzt.
Karriere/Weiterbildung
Mir fehlte die individuelle Förderung von Fähigkeiten. Die Mitarbeitergespräche habe ich als Loyalitätstest empfunden.


