Viel Anspruch, wenig Struktur..
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Teilweise unklare Zuständigkeiten und wenig strukturierte Abläufe.
- die Führungskultur, in der Vertrauen und Kommunikation auf Augenhöhe nicht immer selbstverständlich sind.
- die fehlende systematische Förderung, Weiterbildung und Feedback.
- die hohen Erwartungen an die Erreichbarkeit, teilweise auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten und an Wochenenden.
- das die Außenwirkung einen höheren Stellenwert für das Unternehmen hat als interne Probleme.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist häufig von hohem Zeitdruck und unklaren Erwartungen geprägt. Klare Zuständigkeiten fehlen teilweise, wodurch Aufgaben und Verantwortlichkeiten nicht immer eindeutig verteilt sind. Die Erwartung, auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten und teilweise am Wochenende erreichbar zu sein, erschwert die Abgrenzung zwischen Beruf und Privatleben. Wer klare Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben setzt, kann schnell den Eindruck erwecken, weniger engagiert zu sein. Deshalb ist Homeoffice nur begrenzt erwünscht und das Unternehmen wenig familienfreundlich.
Image
Der Anspruch, den das Unternehmen nach außen vermittelt, spiegelt sich nicht immer in der internen Zusammenarbeit und im Umgang mit Mitarbeitenden wider.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist ein großer Schwachpunkt. Wer nicht verfügbar ist, kann schnell den Eindruck erwecken, weniger engagiert zu sein oder nicht vollständig zur Unternehmenskultur zu passen.
Karriere/Weiterbildung
Mitarbeitende mit 15 oder 20 Jahren Berufserfahrung und fundierter Expertise erhalten nicht zwangsläufig entsprechende Entwicklungsmöglichkeiten. Warum manche Mitarbeitende trotz langjähriger Erfahrung beruflich kaum vorankommen, während andere relativ früh weitreichende Verantwortung übernehmen, bleibt intransparent.
Kollegenzusammenhalt
Im direkten Arbeitsalltag halten die Kolleginnen und Kollegen grundsätzlich zusammen. Gleichzeitig ist das Umfeld teilweise von Konkurrenz und dem Wunsch geprägt, die eigene Position abzusichern.
Vorgesetztenverhalten
Die Führungskultur ist aus meiner Sicht einer der größten Schwachpunkte des Unternehmens. Dies hängt viel mit der Besetzung von Führungspositionen zusammen. Diese werden nicht anhand nachvollziehbarer Kriterien wie einschlägiger Berufserfahrung, fachlicher Eignung und nachgewiesener Führungskompetenz besetzt. Personen mit vergleichsweise wenig einschlägiger Berufserfahrung oder fachfremdem Hintergrund gelangen in zentrale Führungspositionen, teilweise bis in die Chefredaktion und Geschäftsführung. Dadurch entsteht der Eindruck, dass neben der fachlichen Qualifikation auch persönliche Netzwerke und Bekanntheit eine Rolle spielen könnten.
Die Führung wirkt teilweise planlos und übermäßig hierarchisch. Operative Mitarbeitende müssen Defizite in Planung und Organisation auffangen, werden bei wichtigen Entscheidungen jedoch kaum einbezogen. Diese Form der Führung sorgt für Frustration und trägt dazu bei, dass erfahrene Mitarbeitende das Unternehmen verlassen.
Arbeitsbedingungen
Viele Abläufe wirken improvisiert, dadurch entstand unnötiger Stress.
Kommunikation
Die Kommunikation erfolgt überwiegend über die Führungsebene. Operativ arbeitende Mitarbeitende werden bei relevanten Entscheidungen nicht immer direkt einbezogen. Auch bei Problemen mit Führungsentscheidungen sind die Möglichkeiten, diese offen anzusprechen, aus meiner Sicht begrenzt.
Kritische Rückmeldungen werden nicht immer konstruktiv aufgenommen. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass nicht die angesprochenen Probleme bearbeitet werden, sondern vielmehr die Person, die sie zur Sprache bringt, in den Fokus gerät. Das erschwert eine offene Feedbackkultur und führt dazu, dass Probleme eher unausgesprochen bleiben.
Gleichberechtigung
Die Kriterien für berufliche Entwicklung und die Übernahme von Führungsverantwortung sind nicht immer transparent. Klare Kriterien für Beförderungen und die gezielte Förderung von Mitarbeitenden sind kaum erkennbar.
Interessante Aufgaben
Die kreative Ausrichtung des Unternehmens bietet grundsätzlich interessante Aufgaben und Gestaltungsmöglichkeiten. Allerdings können unklare Verantwortlichkeiten und die fehlende Anerkennung von Beiträgen die Motivation beeinträchtigen. Teilweise entstand der Eindruck, dass Ideen und Arbeitsergebnisse nicht immer transparent denjenigen zugeordnet wurden, die sie tatsächlich eingebracht hatten.