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kununu Prüfprozess
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Der mir angebotene Termin für das Vorstellungsgespräch war für mich eigentlich kaum realisierbar. Da ich berufstätig bin, lässt sich ein Präsenztermin um 14 Uhr nur schwer einrichten. Auf meine Nachfrage hin wurde mir jedoch mitgeteilt, dass die Termine bereits „durchgetaktet“ seien und es keine andere Möglichkeit gebe. Letztlich habe ich den Termin dennoch möglich gemacht. Rückblickend würde ich sagen, dass diese Unflexibilität bereits ein erstes Signal dafür war, dass meinem Gespräch keine besondere Bedeutung beigemessen wurde. Ich habe in meiner Laufbahn zahlreiche Vorstellungsgespräche geführt, auch für höherwertige Positionen, und nur selten erlebt, dass bei der Terminfindung keinerlei Entgegenkommen gezeigt wurde.
Wenn die Terminplanung tatsächlich so eng getaktet war, fand ich es umso bemerkenswerter, dass ich zunächst einige Minuten warten musste, weil einer der Gesprächsteilnehmer noch in einem anderen Termin war. Zudem fehlte beim Gespräch eine der drei Personen, die mir zuvor als Gesprächspartner angekündigt worden waren. Dies wurde weder erwähnt noch erklärt.
Das eigentliche Gespräch dauerte lediglich knapp eine halbe Stunde. Mir wurden nur wenige Fragen gestellt, insbesondere kaum welche zu meinem beruflichen Werdegang oder meinen bisherigen Erfahrungen. Meine beiden Gesprächspartner waren zwar nicht unfreundlich, vermittelten jedoch wenig Interesse an meiner Person und meinen Qualifikationen. Auffällig war auch, dass keinerlei Notizen gemacht wurden. Glücklicherweise hatte ich selbst zahlreiche Fragen vorbereitet, mit denen ich das Gespräch aktiv gestalten konnte; andernfalls wäre es vermutlich noch deutlich kürzer ausgefallen.
Besonders irritierend war für mich der Umgang mit dem vorgeschalteten Online-Assessment. Dieses nahm mehr Zeit in Anspruch als das eigentliche Vorstellungsgespräch und bestand aus zwei Tests zum Denkvermögen (induktives und deduktives Schlussfolgern) sowie mehreren Fragen zu Motivation und Persönlichkeit. Unabhängig davon, wie aussagekräftig solche Verfahren tatsächlich sind, wurde das Assessment im Gespräch mit keinem Wort erwähnt. Weder wurden Ergebnisse besprochen noch Bezüge zu den abgefragten Inhalten hergestellt.
In der Gesamtschau entstand bei mir der Eindruck, dass die Entscheidung möglicherweise bereits weitgehend feststand und das Gespräch eher formalen Charakter hatte. Die fehlende Flexibilität bei der Terminfindung, die unvollständige Besetzung der Gesprächsrunde, die sehr kurze Gesprächsdauer, das geringe Interesse an meinem beruflichen Hintergrund, die vollständige Nichtberücksichtigung des zuvor absolvierten Assessments sowie die überraschend schnelle Absage lassen zumindest Zweifel daran aufkommen, ob es sich um ein offenes und faires Auswahlverfahren handelte, bei dem alle Bewerber tatsächlich die gleiche Chance hatten, ihre Eignung darzustellen.