Ihr Unternehmen?

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MH 
Müller 
Handels 
GmbH
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Guter, solide Arbeitgeber mit deutlichem Verbesserungspotenzial

3,0
Nicht empfohlen
FührungskraftHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich Vertrieb / Verkauf bei MH Müller Handels GmbH in Ulm gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Positiv hervorzuheben sind die kleinen Gesten der Wertschätzung, wie Aufmerksamkeiten zum Valentinstag oder zum Nikolaus. Auch Aktionen wie eine Runde Kuchen anlässlich des Geburtstags des Geschäftsführers zeigen, dass zumindest punktuell an die Mitarbeitenden gedacht wird.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Was insgesamt negativ auffällt, ist die fehlende Wertschätzung und Unterstützung insbesondere gegenüber Filialleitungen. Die Work-Life-Balance ist kaum gegeben, familiäre Verpflichtungen lassen sich nur schwer mit den Anforderungen vereinbaren. Kommunikation und Transparenz seitens der Zentrale sowie der Führungsebenen sind ausbaufähig, viele Anliegen werden nicht ernst genommen oder verzögert behandelt.
Zudem fehlt es an klaren Strukturen und einer fairen Aufgabenverteilung, wodurch Filialleitungen mit zusätzlichen Aufgaben belastet werden, die nicht zu ihrem eigentlichen Verantwortungsbereich gehören. Auch bei Gehalt, Benefits und Entwicklungsmöglichkeiten besteht deutlicher Nachholbedarf, insbesondere im Vergleich zwischen Zentrale und Filialen. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass operative Herausforderungen auf Filialebene zu wenig berücksichtigt werden.

Verbesserungsvorschläge

Eine deutliche Verbesserung der Work-Life-Balance wäre wünschenswert, auch im Einzelhandel sollte dies in angemessenem Rahmen möglich sein. Gerade für Führungskräfte braucht es hier praktikablere und familienfreundlichere Lösungen.
Zudem sollten Mitarbeiter-Benefits weiter ausgebaut und vor allem standortübergreifend angeboten werden. Aktuell profitieren vereinzelt Mitarbeitende der Zentrale in Ulm von Zusatzleistungen, während Filialmitarbeitende und Filialleitungen kaum berücksichtigt werden.
Leistungen wie JobRad-Leasing, Zuschüsse zu Kita-Beiträgen oder vergleichbare Benefits wären zeitgemäß. Früher vorhandene Angebote wie die Edenred Card wurden abgeschafft, ohne eine gleichwertige Alternative zu schaffen.
Gut qualifizierte und engagierte Filialleitungen sind schwer zu finden. Umso wichtiger ist es, diese nicht durch fehlende Wertschätzung oder vermeintlich kleine, aber wirkungsvolle Maßnahmen zu verlieren.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre ist insgesamt in Ordnung, bietet jedoch deutliches Verbesserungspotenzial. Häufig hat man das Gefühl, dass eine gewisse Spannung in der Luft liegt und eine allgemeine Unzufriedenheit wahrnehmbar ist, was sich auf das tägliche Arbeiten auswirken kann.

Image

Nach außen hin verfügt Müller insgesamt über ein gutes und positives Image. Intern bestehen jedoch weiterhin deutliche Herausforderungen. Teilweise erfahren Mitarbeitende von Veränderungen oder Entscheidungen zuerst über die Medien, statt vorab intern über offizielle Verteiler oder die direkten Vorgesetzten informiert zu werden.

Work-Life-Balance

Die Work-Life-Balance ist insbesondere für Führungskräfte kaum bis gar nicht gegeben. Man steht häufig zwischen allen Fronten und trägt die Hauptlast für viele Themen. Urlaubssperren sowie Einschränkungen bei freien Tagen erschweren die private Planung zusätzlich. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie – insbesondere mit kleinen Kindern – ist dadurch sehr herausfordernd.
Zwar wurden Regelungen zur Freizeitgestaltung formal etwas gelockert, in der Praxis sind diese jedoch nur eingeschränkt spürbar. Positiv hervorzuheben ist, dass Filialleitungen ihren Dienstplan selbst erstellen können und dadurch zumindest in diesem Rahmen auf Termine oder Schichtwünsche Rücksicht nehmen können.

Karriere/Weiterbildung

Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind teilweise vorhanden. Über eine interne Lernplattform bestehen gute Möglichkeiten zur fachlichen Weiterbildung, die auch von Filialleitungen genutzt werden können.
Deutlich ausbaufähig sind jedoch die Schulungen für Führungskräfte, die insgesamt eher begrenzt ausfallen. Weiterführende Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten – insbesondere in Richtung Zentrale – sind überwiegend auf den Standort Ulm beschränkt. Für Filialmitarbeitende und Filialleitungen außerhalb dieses Standorts bestehen kaum Chancen, zentrale Aufgaben kennenzulernen oder dort tätig zu werden, sofern kein Umzug in Betracht gezogen wird.

Gehalt/Benefits

Die Vergütung erfolgt auf Basis eines Tarifvertrags, wodurch grundsätzlich alle vergleichbar eingruppiert werden. Dabei wird jedoch nicht ausreichend berücksichtigt, ob man eine kleine oder eine sehr große Filiale führt und welche zusätzliche Verantwortung damit einhergeht.
Auf individuelle Gehaltsverhandlungen wird in der Regel nicht eingegangen oder diese werden vertagt. Auch alternative Leistungen werden nicht angeboten. So wurde beispielsweise die Möglichkeit einer Unterstützung oder Entgeltumwandlung für einen Kindergartenplatz abgelehnt. Das ist aus Sicht der Mitarbeiterbindung sehr schade und wenig zeitgemäß.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Das Umweltbewusstsein wird größtenteils gelebt und auch von zentraler Seite aktiv vermittelt. Es finden regelmäßige, unter anderem jährliche Schulungen zu diesem Thema statt. Auch wenn eine vollständige Umsetzung in der Praxis nie zu 100 % erreichbar ist, wird das Thema insgesamt ernst genommen.

Kollegenzusammenhalt

Als Führungskraft ist der Kollegenzusammenhalt nur eingeschränkt zu beurteilen. Zwar ist er unter den Mitarbeitenden stärker ausgeprägt als gegenüber der Führungsebene, jedoch gibt es auch innerhalb der Teams spürbaren Unmut sowie vereinzelt Sticheleien und Spannungen, die aus Sicht der Zusammenarbeit vermeidbar wären.

Umgang mit älteren Kollegen

Zu diesem Punkt lässt sich nur eingeschränkt eine allgemeine Aussage treffen. Zumindest im eigenen Verantwortungsbereich wird darauf geachtet, ältere Mitarbeitende fair zu behandeln und ihre Bedürfnisse zu berücksichtigen.

Vorgesetztenverhalten

Das Verhalten der direkten Vorgesetzten wird als wenig unterstützend wahrgenommen. Der Verkaufsleiter zeigt kaum Interesse an den Belangen der Filialleitungen, Wünsche nach persönlichen Gesprächen bleiben häufig unbeantwortet. Auch seitens der Bezirksleitung werden Anliegen oft aufgeschoben.
Zwar wird kommuniziert, dass jederzeit Kontakt aufgenommen werden kann, in der Praxis lässt das hohe Arbeitspensum der Bezirksleitung jedoch kaum Raum dafür. Dadurch entsteht der Eindruck, dass Anliegen nicht ausreichend ernst genommen oder zeitnah bearbeitet werden.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen weisen insbesondere in den Sommermonaten deutliche Schwächen auf. Die Klimaanlage fällt regelmäßig aus, was sowohl die Mitarbeitenden als auch die Ware erheblich beeinträchtigt. Hohe Temperaturen erschweren das Arbeiten spürbar und führen intern zu Unmut.
Gerade bei diesem Thema sollte nicht gespart werden, zumal es hierzu auch gesetzliche Vorgaben zu Mindest- bzw. Höchsttemperaturen am Arbeitsplatz gibt.
Auf Filialebene wird dennoch versucht, den Mitarbeitenden ein möglichst angenehmes Arbeitsumfeld zu schaffen, etwa durch das Bereitstellen von Wasser oder kleine Aufmerksamkeiten wie eine Runde Eis an heißen Tagen. Eine klare und verbindliche Regelung seitens der Zentrale fehlt jedoch bislang.

Kommunikation

Die Kommunikation seitens der Zentrale, der Verkaufsleitung sowie der Bezirksleitung könnte deutlich transparenter und klarer gestaltet sein. Informationen kommen nicht immer vollständig oder rechtzeitig an. Zudem wäre es wünschenswert, dass Anliegen und Themen der Mitarbeitenden häufiger direkt mit der jeweiligen Führungskraft besprochen werden, anstatt überwiegend untereinander.

Gleichberechtigung

Das Thema Gleichberechtigung wird nicht immer als konsequent umgesetzt wahrgenommen. Entscheidungen und gewährte Freiräume scheinen teilweise personenabhängig zu sein, wodurch nicht alle Mitarbeitenden gleich behandelt werden.
Als Führungskraft ergeben sich dabei spürbare Nachteile gegenüber den Mitarbeitenden. Während bei Mitarbeitenden versucht wird, Urlaubs- und Dienstplanwünsche weitestgehend zu berücksichtigen, wird die Filialleitung häufig lediglich auf bestehende Freizeitregelungen verwiesen. Individuelle Lösungen – etwa das Umgehen einer Urlaubssperre trotz besonderer Anlässe – sind in der Praxis kaum möglich.

Interessante Aufgaben

Das Aufgabengebiet ist grundsätzlich sehr vielseitig und abwechslungsreich. Es umfasst sowohl organisatorische und administrative Tätigkeiten im Büro als auch praktische Arbeit auf der Verkaufsfläche, was den Arbeitsalltag abwechslungsreich gestaltet.
Ein deutlicher Kritikpunkt ist jedoch, dass zunehmend Aufgaben auf die Filialleitung übertragen werden, die nicht zu deren eigentlichem Verantwortungsbereich gehören. Hier fehlt eine klare Abgrenzung der Zuständigkeiten. Eine bessere Regelung sowie eine spürbare Entlastung der Filialleitungen wären dringend notwendig.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.