Ein innovatives und interessantes Unternehmen mit geringer Wertschätzung seiner Mitarbeiter
Gut am Arbeitgeber finde ich
Innovative Produkte, Geschwindigkeit in der Umsetzung und Entscheidungen.
Viele motivierte Entwickler und teilweise gute Leader.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Eine Athmosphäre wie in einem Königreich mit einem Heiligen an der Spitze.
Selbstbestimmung, Änderungsbereitschaft und einiges mehr sind Fremdwörter.
Ist immer noch zu stark eine Vorentwicklungsbude (Spirit ist aber richtig!) und kein erfolgreiches Unternehmen.
Verbesserungsvorschläge
Viel mehr an der Unternehmenskultur arbeiten.
Mitarbeiterwertschätzung ist sehr wichtig, nicht nur, um Talente anzulocken, sondern sie auch zu halten (ganz schlecht in der Firma).
Mehr professionalisieren: der Weg von einem Startup in die Skalierungsphase ist jetzt und so, wie das gestaltet wird, wird es nicht funktionieren.
Einen innovativen Prototyp oder auch ein paar halb-gare Roboter pro Woche zu machen, ist nicht so schwer. Ein stabiles System mit getesteter SW in Stückzahlen zu produzieren und die Kosten in den Griff zu bekommen, ist schwer.
Ich habe zu viel Widerstand erfahren, in diese Richtung zu gehen und notwendige Schritte zu unternehmen.
Arbeitsatmosphäre
Im Umgang der Mitarbeiter miteinander sehr gut, Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft untereinander sind hervorragend. Auch die meisten Vorgesetzten sind mit Feuer und Flamme dabei und unterstützen ihre Mitarbeiter.
Abzug für die Willkürlichkeit im Umgang mit Mitarbeitern von höchster Ebene. Insgesamt bekommt man das Gefühl, dass Mitarbeiter als Rädchen oder Maschinenteilchen wahrgenommen werden, Wertschätzung ist nur wenig zu spüren (es gibt auch Ausnahmen dazu)
Image
Das Image der Firma als ein neues scheinendes Unternehmen in Deutschland ist in den Medien sehr ausgeprägt.
Was in der Firma passiert und die Produkte selbst sind weit davon entfernt.
Es besteht zwar eine hohe Motivation und Drive, Dinge besser zu machen.
"Fake it till you make it" beschreibt aber am ehesten, was passiert.
Es wird sehr viel den hochfliegenden Visionen anstatt Produktreife geopfert.
Mag richtig sein, um Investoren anzulocken, schadet aber enorm dem Ansehen der Firma bei Kunden und Partnern.
Work-Life-Balance
Sehr viele müssen am Wochenende und Feiertagen arbeiten, ohne Ausgleich. Dies wird von höchster Stelle eingefordert. In einem Startup mag es gut und gern so sein. Die Firma ist aber kein Startup mehr.
Hier wird aber der Mangel an Priorisierung und Vorausplanung auf den Schultern der Mitarbeiter ausgetragen.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungsangebote sind nicht existent.
Weiterkommen ist zwar möglich, ist aber eher davon abhängig, ob man sich mit den Leuten an der Spitze gut stellt.
Gehalt/Benefits
Eher konservative Gehälter, werden aber pünktlich gezahlt.
Keinerlei Zulagen (wie für Wochenendarbeit) oder Prämien.
Weiterentwicklung möglich.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nichts Spezielles aufgefallen
Kollegenzusammenhalt
Im Umgang der Mitarbeiter miteinander sehr gut, Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft untereinander sind hervorragend. Das heißt, wenn sie zur gleichen Gruppe/Abteilung gehören. Es sind ziemlich ausgeprägte Silos und Silo-Denken vorhanden, z.B. eine Zusammenarbeit zwischen SW und HW Entwicklung ist schwierig. Auf Mitarbeiterebene funktioniert es ganz gut, die Firmenkultur fördert diese Zusammenarbeit aber (noch) nicht
Umgang mit älteren Kollegen
Es wird nur sehr wenig Wert auf Erfahrung oder langjährige Kompetenz gelegt. Viel eher darauf, möglichst lange da zu sein und am besten am Wochenende auch.
Vorgesetztenverhalten
Sehr unterschiedlich. Es gibt Vorgesetzte, die sehr empathisch sind und ihre Mitarbeiter sowohl fordern als auch fördern. Andere haben sehr wenig Erfahrung oder Führungskompetenz und sind falsch in ihrer Position.
Feedback Kultur ist so gut wie nicht vorhanden. Visionen werden zwar gegeben, von Priorisierung und Planung ist nur wenig zu sehen. Entscheidungen werden oft aus dem Nichts gefällt und die Entscheidungsgewalt ist sehr stark an der Spitze konzentriert.
Neue Ideen / Vorgehen sind zwar gewünscht (zumindest so kommuniziert), man darf aber die aktuellen Missstände nicht ansprechen / verbessern wollen. Einige Vorgesetzte ganz an der Spitze sind sehr dünnhäutig und nicht lösungsorientiert.
Arbeitsbedingungen
Firma versucht, die Arbeitsumgebung möglichst gut zu gestalten. Wenn die Gebäude aber alt und grundsätzlich für Entwicklungsarbeiten schlecht geeignet sind (zentrales Gebäude ist ein altes Möbelhaus mit sehr dünnen Wänden), ist es nur bedingt möglich. Viele Beschwerden, dass es zu heiß/kalt ist und auch zu laut.
IT Ausstattung ist aber top, man bekommt auf Anfrage schnell auch alles, was man braucht.
Kommunikation
Regelmäßige Updates (alle paar Monate) über den Zustand der Geschäfte. Diese fallen allerdings sehr kurz aus und man hat so gut wie keine Möglichkeit, zu fragen oder Feedback zu geben
Gleichberechtigung
Unternehmen ist sehr männer-dominiert, ist aber im technischen Umfeld nichts Ungewöhnliches. Ich habe nichts gesehen, dass Frauen in irgendeiner Weise benachteiligt werden.
Interessante Aufgaben
Sehr coole und innovative Produkte und vielfältige, interessante Aufgaben. Man kann sich als technisch begeisterter Mensch vielfach "austoben" und die Entscheidungsprozesse sind schnell.

