Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv hervorzuheben sind die überdurchschnittliche Ausbildungsvergütung sowie die Bereitstellung von Lernmaterialien und Förderangeboten, beispielsweise zur Prüfungsvorbereitung. Ebenfalls ein Pluspunkt ist der monatliche Edenred-Gutschein, der eine zusätzliche finanzielle Wertschätzung darstellt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Aus meiner Sicht wird auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeitenden und Auszubildenden zu wenig eingegangen. Man hat häufig das Gefühl, mit Anliegen oder Verbesserungsvorschlägen nicht ausreichend ernst genommen zu werden. Auch Wertschätzung für die geleistete Arbeit kommt nach meinem Eindruck oftmals zu kurz.
Zudem entsteht nach außen zwar ein familiärer Eindruck, unter anderem durch die verbreitete Duz-Kultur. In der täglichen Zusammenarbeit habe ich dies jedoch anders erlebt. Trotz des lockeren Umgangstons waren die hierarchischen Strukturen deutlich spürbar, sodass die Kommunikation nicht immer auf Augenhöhe stattfand.
Verbesserungsvorschläge
Ich würde mir wünschen, dass die Ausbildung einen höheren Stellenwert erhält und Auszubildende gezielter begleitet sowie gefördert werden. Dazu gehört insbesondere die konsequente Einhaltung des Ausbildungsrahmenplans, damit alle vorgesehenen Ausbildungsinhalte vermittelt werden.
Außerdem wäre es sinnvoll, sich regelmäßig Zeit für Feedbackgespräche zu nehmen, beispielsweise halbjährlich oder jährlich. Solche Gespräche bieten die Möglichkeit, Verbesserungspotenziale anzusprechen, Ziele zu vereinbaren und auch positive Leistungen anzuerkennen. Wertschätzung durch Lob sollte dabei ebenso selbstverständlich sein wie konstruktive Kritik, da beides zur persönlichen und fachlichen Entwicklung beiträgt.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist insgesamt in Ordnung. Die benötigten Arbeitsmaterialien werden grundsätzlich bereitgestellt, teilweise jedoch mit zeitlicher Verzögerung. Auf individuelle Wünsche, beispielsweise nach einem höhenverstellbaren Schreibtisch, wird eingegangen.
Das Bürogebäude bietet insgesamt gute Arbeitsbedingungen. Die Arbeitsplätze befinden sich jedoch räumlich nah beieinander, was je nach Situation sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringen kann.
Gemeinsame Aktivitäten außerhalb des Arbeitsalltags finden nur selten statt. Neben der jährlichen Weihnachtsfeier gibt es in der Regel lediglich die Teilnahme am Firmenstaffellauf, sodass der Teamzusammenhalt außerhalb der täglichen Arbeit nur begrenzt gefördert wird.
Karrierechancen
Die Karriere- und Übernahmechancen nach der Ausbildung sind aus meiner Sicht eher begrenzt. Eine Übernahme in ein festes Arbeitsverhältnis erfolgt nach meinem Eindruck nur in den seltensten Fällen, sodass die Perspektiven für Auszubildende nach Ausbildungsende eher eingeschränkt sind.
Arbeitszeiten
Die wöchentliche Arbeitszeit von 39 Stunden ist angemessen. Je nach Abteilung bestehen unterschiedliche Regelungen hinsichtlich der Gleitzeit. Während diese in einigen Bereichen genutzt werden kann, ist sie in anderen Abteilungen nicht vorgesehen.
Ausbildungsvergütung
Die Ausbildungsvergütung ist aus meiner Sicht sehr gut und liegt über dem Durchschnitt. Sie stellt einen klaren Pluspunkt des Unternehmens dar und bietet Auszubildenden eine attraktive finanzielle Grundlage während der Ausbildung.
Die Ausbilder
Das Interesse an der Ausbildung wirkt teilweise eingeschränkt. Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung bleibt oft nur Zeit für das Nötigste, wodurch eine intensive Betreuung nicht immer möglich ist. Wenn jedoch ausreichend Zeit vorhanden ist, werden Inhalte verständlich vermittelt und es besteht die Möglichkeit, fachlich viel zu lernen.
Spaßfaktor
Das Arbeitsklima ist überwiegend angenehm. Die Kollegschaft ist größtenteils freundlich und offen.
Aufgaben/Tätigkeiten
Der Ausbildungsrahmenplan wurde aus meiner Sicht leider nicht konsequent eingehalten. Die Ausbildung hatte häufig nicht die erforderliche Priorität, sodass Auszubildende überwiegend dort eingesetzt wurden, wo kurzfristig personeller Bedarf bestand.
Variation
Innerhalb der jeweiligen Abteilungen waren die Arbeitsabläufe meist sehr gleichbleibend. Nach der Einarbeitungsphase wiederholten sich die Tätigkeiten häufig, sodass nur noch selten neue Inhalte oder Fähigkeiten vermittelt wurden. Abwechslung entstand in der Regel nur beim Wechsel in eine andere Abteilung – sofern ein solcher überhaupt stattfand. Obwohl laut Ausbildungsrahmenplan Einsätze in sieben verschiedenen Abteilungen vorgesehen waren, konnte ich während meiner Ausbildung lediglich vier davon tatsächlich kennenlernen.
Respekt
Der respektvolle Umgang miteinander war aus meiner Sicht nicht durchgehend gegeben. Einzelne Mitarbeitende fielen wiederholt durch unangemessenes Verhalten auf, beispielsweise durch
lautes Anschreien oder Wurausbrüche. Ein höflicher und wertschätzender Umgang, etwa durch ein selbstverständliches „Bitte“ und „Danke“, wurde nicht immer gelebt. Zudem war die Zusammenarbeit teilweise stark von hierarchischen Strukturen geprägt, wodurch die Kommunikation nicht immer auf Augenhöhe stattfand