3 Bewertungen von Bewerbern kununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
3 Bewerber haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 3,0 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.


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3 Bewerber haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 3,0 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
Ich hatte ein Bewerbungsgespräch für die Position als Social Media Managerin. Der Empfang? Sehr freundlich. Ich wurde direkt von einer netten Marketing-Mitarbeiterin abgeholt und hatte ein angenehmes Gespräch mit drei Damen aus dem Marketing-Team. Das Gespräch war professionell, positiv und hat mir kurzzeitig Lust gemacht, Teil des Teams zu werden. Kurzzeitig.
Denn dann kam der zweite Teil: das Gespräch mit der Personalerin – oder besser gesagt, der Tochter vom Chef. Das musste sie natürlich in den ersten Minuten stolz erwähnen. Und im Laufe des Gesprächs wurde mir auch schnell klar, dass ihre einzige Qualifikation eben genau das ist: Tochter vom Chef zu sein. Fachlich war das Gespräch ein Totalausfall – meine Bewerbung hatte sie offensichtlich weder gelesen noch verstanden.
Beim Thema Gehalt folgte der nächste Tiefpunkt: Als ich mein Wunschgehalt nannte (das übrigens deutlich in meiner Bewerbung stand), reagierte sie schockiert, als hätte ich ihr gerade offenbart, dass ich heimlich Elon Musk bin. Ihre Aussage: „Das geht auf gar keinen Fall. In Agenturen verdient man ja sowieso mehr als in Unternehmen.“ – Sorry, aber das war mit Abstand die dümmste Aussage, die ich je in einem Bewerbungsgespräch gehört habe.
Das Gespräch dauerte eine Stunde – in der ich mich komplett vorstellen musste. Zum zweiten Mal wohlgemerkt, denn das hatte ich bei den Marketing-Damen schon erledigt. Aber gut, wenn man keine Infos liest, muss man halt nochmal alles erzählen.
Danach kam: Gespräch Nummer 3. Mit dem Chef. Auch hier: Wieder alles von vorne erzählen. Ich wusste zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr, wem ich was erzählt hatte. Der Chef war genau das, was man sich unter einem mittelständischen Chef vorstellt: sehr „traditionell“, wenig Verständnis für Social Media, und der Aufbau meiner Bewerbung war ihm „zu unübersichtlich“. Klar, wenn man nur auf DIN-A4-Format und Arial 12 geeicht ist, wirkt ein moderner Aufbau natürlich „falsch“.
Nach drei Stunden Bewerbungsgespräch vor Ort, wurde mir ein Probearbeitstag angeboten. Den habe ich aber höflich abgesagt – denn selten wurde mir in einem Gespräch so deutlich gezeigt, wo ich auf keinen Fall arbeiten möchte.
Zum Schluss noch ein kleiner Nachtrag: Ich habe den Job bei einem anderen Unternehmen bekommen. Mit 10.000 € mehr Gehalt als ich in diesem Gespräch angegeben hatte – und das ganz ohne Agentur. So viel zu der Expertenmeinung der Tochter…