Ihr Unternehmen?

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Otto 
Harrassowitz 
GmbH 
& 
Co. 
KG
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Gutes Image, schwierige Realität

2,5
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr im Bereich Vertrieb / Verkauf bei Otto Harrassowitz GmbH & Co KG in Wiesbaden gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Positiv hervorzuheben sind die grundsätzlich interessanten Aufgaben, insbesondere durch den internationalen und wissenschaftsnahen Kontext. Auch Gleitzeit, minutengenaue Zeiterfassung und eine faire Anzahl an Urlaubstagen sind gute formale Rahmenbedingungen. Im Team gab es zudem durchaus nette und hilfsbereite Kolleg*innen, bei denen der gute Wille zur Unterstützung erkennbar war, auch wenn dafür im Arbeitsalltag oft zu wenig Raum blieb.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Am kritischsten sehe ich die Führungskultur, die Kommunikation und den Umgang mit Arbeitsdruck. Aufgaben und Deadlines wurden aus meiner Sicht häufig unter hohem Druck weitergegeben, ohne dass Prioritäten realistisch geklärt oder Überlastung offen adressiert wurden. Gerade in der Einarbeitung und Probezeit fehlten klare Erwartungen, verlässliches Feedback, echte Orientierung und menschliche Einbindung.
Die Arbeitsatmosphäre wirkte dadurch angespannt, distanziert und wenig unterstützend. Wertschätzung, ehrliches Interesse und eine offene Gesprächskultur habe ich im Alltag deutlich vermisst. Auch das Verhältnis von Vergütung, Verantwortung und Belastung empfand ich als nicht angemessen.

Verbesserungsvorschläge

Dringend notwendig wären eine realistische Personal- und Aufgabenplanung, klare Prioritäten sowie ein offener Umgang mit Überlastung. Aufgaben, Deadlines und Arbeitsmengen sollten nicht einfach nach unten weitergegeben, sondern realistisch eingeordnet und gesteuert werden.

Neue Mitarbeitende brauchen eine strukturierte Einarbeitung mit klaren Erwartungen, festen Ansprechpersonen und regelmäßigem konstruktivem Feedback. Gerade in der Einarbeitung sollte Führung Orientierung geben und Entwicklung ermöglichen, statt Unsicherheit zu verstärken.

Ebenso wichtig wäre eine deutlich wertschätzendere Kommunikationskultur. Dazu gehören ehrliche Freundlichkeit, echtes Interesse an Mitarbeitenden, kurze Rückfragen im Alltag und eine Führung, die Menschen nicht nur als Funktion im Arbeitsablauf wahrnimmt. Wertschätzung zeigt sich nicht in formalen Floskeln, sondern in verlässlicher Ansprache, respektvollem Feedback und einem Mindestmaß an menschlicher Aufmerksamkeit.

Außerdem sollte das Verhältnis zwischen Verantwortung, Arbeitsdruck und Vergütung überprüft werden. Teamkultur entsteht nicht durch selbst organisierte Brunchs unter Zeitdruck, sondern durch verlässliche Führung, Entlastung und respektvollen Umgang im Alltag.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre war aus meiner Sicht angespannt, distanziert und wenig unterstützend. Wertschätzende Kommunikation, echtes Interesse, regelmäßige Rückmeldungen und eine klare Orientierung in der Einarbeitung kamen im Arbeitsalltag deutlich zu kurz. Aufgaben und Deadlines wurden häufig unter spürbarem Druck weitergegeben, ohne dass Prioritäten ausreichend realistisch eingeordnet wurden. Insgesamt entstand dadurch ein unsicheres Umfeld mit wenig Raum für Nachfragen, strukturiertes Ankommen oder ein verbindendes Miteinander.

Kommunikation

Die Kommunikation war aus meiner Sicht einer der größten Schwachpunkte. Zwar gab es tägliche morgendliche Teammeetings, diese vermittelten jedoch kaum echte Orientierung oder einen klaren übergeordneten Rahmen. Erwartungen, Prioritäten und langfristige Ziele wurden nicht ausreichend transparent gemacht; stattdessen lag der Fokus häufig auf kurzfristigen Aufgabenpaketen unter hohem Druck.
Eine offene Teamkommunikation konnte dadurch kaum entstehen.

Für Nachfragen, Austausch oder ein gemeinsames Verständnis von Aufgaben blieb im Arbeitsalltag wenig Raum. Auch Rückmeldungen wirkten für mich nicht regelmäßig oder konstruktiv genug, um in der Einarbeitung Sicherheit aufzubauen. Informelle Gespräche im Team waren nach meinem Eindruck häufig von Belastung und Unzufriedenheit geprägt, was die angespannte Gesamtsituation zusätzlich widerspiegelte.

Insgesamt entstand eine Kommunikation, die eher verunsicherte als unterstützte und wenig zu einem stabilen, vertrauensvollen Miteinander beitrug.

Kollegenzusammenhalt

Der Kollegenzusammenhalt war aus meiner Sicht noch einer der besseren Punkte. Im Team gab es durchaus nette und hilfsbereite Kolleg*innen, bei denen grundsätzlich der Eindruck entstand, dass sie gerne unterstützen würden — auch in der Einarbeitung. Durch den hohen Arbeitsdruck, enge Deadlines und fehlende zeitliche Ressourcen blieb dafür jedoch kaum Raum.

Echte Unterstützung und ein vertrauensvolles Ankommen im Team wurden dadurch weniger durch fehlenden guten Willen einzelner Personen erschwert, sondern vor allem durch die angespannte Gesamtsituation und die strukturellen Rahmenbedingungen. Gespräche blieben häufig kurz, belastet oder rein organisatorisch. Insgesamt entstand dadurch zwar punktuell Kollegialität, aber kein stabiler Zusammenhalt, der im Arbeitsalltag wirklich tragen konnte.

Work-Life-Balance

Formal waren die Rahmenbedingungen für die Work-Life-Balance grundsätzlich in Ordnung. Positiv waren die Gleitzeit, die minutengenaue Zeiterfassung sowie eine faire Anzahl an Urlaubstagen. Dadurch gab es grundsätzlich transparente Regelungen zur Arbeitszeit.

Gleichzeitig wurde die tatsächliche Vereinbarkeit durch hohen Arbeitsdruck, enge Deadlines und eine angespannte Arbeitsatmosphäre deutlich eingeschränkt. Auch wenn die formalen Regelungen vorhanden waren, entstand im Arbeitsalltag häufig das Gefühl, gedanklich kaum wirklich abschalten zu können.

Insgesamt waren die strukturellen Arbeitszeitregelungen positiv, wurden aber durch die Belastung im Tagesgeschäft spürbar relativiert.

Vorgesetztenverhalten

Führung war aus meiner Sicht der größte Schwachpunkt. Unterstützende Orientierung fand kaum statt; spürbar wurde Führung vor allem beim Weitergeben von Aufgaben, Deadlines und Druck. In Einarbeitung und Probezeit fehlten klare Erwartungen, Priorisierung, konstruktives Feedback und echtes Interesse daran, wie das Ankommen im Aufgabenbereich gelingt.

Auch menschlich wirkte die Führung sehr distanziert. Persönliche Ansprache oder kurze Rückfragen waren kaum erkennbar; teilweise wurde man selbst in Anwesenheit nur als „die Neue“ bezeichnet. Feedbacksituationen wirkten nicht ausreichend professionell oder geschützt gerahmt. Erkennbare Überlastung und unrealistische Arbeitsmengen wurden aus meiner Sicht nicht lösungsorientiert adressiert, sondern eher nach unten weitergegeben.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben waren grundsätzlich interessant und fachlich durchaus reizvoll. Die Arbeit mit internationalen Kund*innen, Daten, Bestellungen und Abonnements bot Potenzial. Dieses wurde jedoch durch hohen Druck, unklare Prioritäten und eine wenig unterstützende Einarbeitung deutlich geschmälert. Im Arbeitsalltag stand häufig das schnelle Abarbeiten kurzfristiger Vorgänge stärker im Vordergrund als eine gute fachliche Entwicklung.

Gleichberechtigung

In Bezug auf Gleichberechtigung habe ich keine negativen Erfahrungen gemacht. Im Team arbeiteten überwiegend Frauen, weshalb sich zur Geschlechtergleichstellung nur begrenzt etwas sagen lässt. Kolleg*innen unterschiedlicher Nationalitäten waren nach meinem Eindruck selbstverständlich Teil des Arbeitsumfelds; Ausgrenzung oder Benachteiligung habe ich in diesem Bereich nicht erlebt.

Umgang mit älteren Kollegen

Zum Umgang mit älteren Kolleginnen lässt sich aus meiner Sicht nur begrenzt etwas sagen, da es im direkten Arbeitsumfeld nicht sehr viele ältere Mitarbeitende gab. Auffällig war, dass ältere Kolleginnen nach meinem Eindruck vor allem in einem eigenen Bereich, der Qualitätssicherung, gebündelt waren. Dadurch entstanden im Alltag eher getrennte Arbeitsbereiche mit wenig Austausch. Eine direkte Benachteiligung älterer Kolleginnen habe ich nicht erlebt, die Teamstruktur wirkte auf mich jedoch insgesamt eher separiert als altersgemischt integriert.

Arbeitsbedingungen

Die äußeren Arbeitsbedingungen waren grundsätzlich nutzbar, wirkten jedoch stellenweise wenig sorgfältig vorbereitet. Bereits zum Start machte der Arbeitsplatz keinen vollständig eingerichteten oder willkommen heißenden Eindruck. Arbeitsmittel waren zwar vorhanden, aber nicht immer in einem Zustand, der eine strukturierte Einarbeitung unterstützt hätte. Die größere Schwierigkeit lag jedoch weniger in der Ausstattung selbst als in den organisatorischen Bedingungen: hoher Druck, unklare Prioritäten, knappe Zeitfenster und wenig Raum für konzentrierte Einarbeitung oder strukturiertes Arbeiten.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Zum Umwelt- und Sozialbewusstsein lässt sich aus meiner Erfahrung nur begrenzt etwas sagen. Auffällig war, dass im Arbeitsalltag noch relativ viel ausgedruckt wurde, obwohl viele Vorgänge grundsätzlich digital denkbar wirkten. Weitere konkrete Maßnahmen oder besondere Schwerpunkte in diesem Bereich sind mir während meiner Zeit nicht aufgefallen.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt war aus meiner Sicht einer der schwächsten Punkte. Angesichts des hohen Arbeitsdrucks, enger Deadlines und der erwarteten Verantwortung empfand ich die Vergütung als nicht angemessen. Sie lag nach meinem Eindruck nur knapp über Mindestlohnniveau und vermittelte insgesamt wenig Wertschätzung für die geleistete Arbeit. Relevante Benefits, die dieses Verhältnis ausgeglichen hätten, waren für mich nicht erkennbar.

Image

Das Image wirkt nach außen besser als die erlebte Realität. In spezialisierten, wissenschaftsnahen oder internationalen Buchhandelskontexten hat der Name durchaus Gewicht; außerhalb dieser Nische ist das Unternehmen aus meiner Sicht weniger bekannt. Vor diesem Hintergrund hatte ich ein professionelleres, strukturierteres Arbeitsumfeld erwartet. Diese Erwartung hat sich im Arbeitsalltag leider nicht bestätigt.

Karriere/Weiterbildung

Karriere- oder Weiterbildungsmöglichkeiten waren für mich praktisch nicht erkennbar. Bereits die Einarbeitung wirkte nicht ausreichend strukturiert oder entwicklungsorientiert. Statt Lernen, fachlicher Vertiefung und klarer Perspektiven stand vor allem kurzfristiges Funktionieren unter hohem Druck im Vordergrund. Ein Umfeld, in dem neue Mitarbeitende gezielt aufgebaut, begleitet oder weiterentwickelt werden, habe ich dort nicht erlebt.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.