Nicht zu empfehlen.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv hervorzuheben ist vor allem die Flexibilität bei der Dienstplangestaltung, da man seine Schichten über eine App eigenständig wählen und so den Alltag gut planen kann. Zudem bietet die Arbeit die Möglichkeit, Aufgaben weitestgehend selbstständig und für sich zu erledigen, was ein konzentriertes Arbeiten ermöglicht. Ein weiterer Pluspunkt ist das Angebot von kostenlosem Frühstück und Mittagessen, das im Team generell sehr gut ankam. Auch die Grundstimmung in Bezug auf Gleichberechtigung ist positiv das Unternehmen ist sehr international und jeder wird unabhängig von seiner Herkunft ins Team aufgenommen. Ebenfalls positiv war, dass das Tragen von Kopfhörern (auf einem Ohr) während des Pickens erlaubt war. Das hat die monotone Arbeit und die langen Schichten psychisch deutlich aufgelockert.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das Verhalten der Verwaltung nach dem Ausscheiden!!! Dass Arbeitszeugnisse und Bescheinigungen für die Agentur für Arbeit trotz mehrfacher Aufforderung über Monate hinweg ignoriert werden, ist eine bodenlose Frechheit und behindert die berufliche Zukunft ehemaliger Angestellter massiv. Professionalität sieht anders aus! hier wird offenbar bewusst auf Zeit gespielt, was das Bild eines verantwortungslosen Arbeitgebers final bestätigt.
Verbesserungsvorschläge
Die Führungskultur muss grundlegend reformiert werden, da die aktuellen ,,Captains" Motivation lediglich durch autoritären Druck und lückenlose Überwachung definieren. Es ist inakzeptabel, dass Zusagen willkürlich gebrochen werden und Leistung lediglich mit noch mehr Arbeit bestraft wird. Zudem muss die unehrliche Vertragspolitik aufhören. Wer täglich 38,75 Stunden fordert, muss diese auch vertraglich fixieren, statt durch künstlich niedrig gehaltene Verträge Mitbestimmung und einen Betriebsrat zu verhindern. Auch im Bereich Hygiene und Arbeitsschutz besteht dringender Handlungsbedarf, das Bereitstellen von ungewaschener Gemeinschaftskleidung für das TK Lager (Child) ist respektlos und gesundheitsgefährdend. Technisches Versagen bei Arbeitsmitteln darf nicht länger auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen werden.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre ist geprägt von extremer Taktung und permanenter Überwachung. Man wird wie eine Maschine behandelt. steht man auch nur 5 Sekunden still, um kurz mit einem erschöpften Kollegen zu reden, steht sofort ein Supervisor daneben. Wer schnell arbeitet, bekommt keine Anerkennung, sondern zur „Belohnung" nur noch mehr Arbeit von langsameren Kollegen aufgedrückt. Besonders belastend ist die psychische Anspannung durch das Gefühl, ständig beobachtet zu werden, kombiniert mit einer starken Geruchsbelästigung durch manche Kollegen, die von der Leitung trotz Übelkeit und Kopfschmerzen bei der Belegschaft ignoriert wird.
Work-Life-Balance
Die Möglichkeit, Schichten flexibel über eine App selbst zu wählen, ist tatsächlich ein großer Pluspunkt und funktioniert gut. Das gibt einem eine gewisse Freiheit bei der Wochenplanung. Aber! Diese Freiheit wird durch die Vertragspolitik überschattet. Man unterschreibt einen 35 Stunden Vertrag (angeblich, weil es keine 40 Stunden Verträge gibt), wird dann aber systematisch gezwungen, jeden Tag 45 Minuten länger zu bleiben. Was als "Ausnahme" verkauft wurde, war in 11,5 Monaten fast täglich die Regel. Zusätzlich wird man kurz vor Feierabend ständig bedrängt, noch länger zu bleiben, was ein unangenehmes Druckgefühl erzeugt. Die Flexibilität bei der Schichtwahl rettet hier die Bewertung, aber die Realität der
Arbeitszeit ist sehr belastend.
Hört auf, 35 Stunden Verträge zu geben, wenn die Schichtplanung fest mit 38,75 Stunden kalkuliert. Das ist Täuschung der Mitarbeiter und dient offensichtlich nur dazu, gesetzliche Schwellen (wie für einen Betriebsrat) zu umgehen.
Gehalt/Benefits
14,31€ liegt der Lohn nur knapp über dem Mindestlohn, was für die körperlich schwere Arbeit und den enormen Zeitdruck meiner Meinung nach nicht angemessen ist.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Beim Thema Nachhaltigkeit schneidet das Unternehmen gut ab. Positiv hervorzuheben ist, dass beschädigte oder aufgerissene Waren nicht einfach entsorgt, sondern in der Mitarbeiterküche sinnvoll verwertet werden, sodass das Team direkt davon profitiert. Auch der Einsatz von Elektrofahrzeugen für die Auslieferung und das Recycling von Papiertüten sowie die Rücknahme von Pfand bei Kunden zeigen ein echtes Bemühen um die Umwelt. Der Fokus auf Müllvermeidung und Wiederverwertung ist hier deutlich spürbar und eines der positiven Merkmale des Betriebs.
Kollegenzusammenhalt
Es gibt zwar im kleinen Kreis gute Kollegen, aber das Umfeld ist schwierig. Die Sprachbarrieren sind enorm, was die Zusammenarbeit erschwert. Zudem gibt es „Problemkollegen", die laut und aggressiv auftreten, ohne dass die Teamleiter einschreiten. Die Belastung durch extreme Körpergerüche einiger Mitarbeiter, die das Arbeiten in engen Gängen unerträglich macht, vergiftet das Klima zusätzlich...
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kollegen werden grundsätzlich fair in das Team integriert. Es gibt hier keine direkte Benachteiligung, allerdings wird auf körperliche Einschränkungen, die das Alter mit sich bringen kann, kaum Rücksicht genommen. Die extremen Pick Raten und das hohe Tempo müssen von allen gleichermaßen erfüllt werden wer nicht mithalten kann, gerät unabhängig vom Alter unter Druck.
Vorgesetztenverhalten
Die meist sehr jungen „Captains" agieren autoritär und überheblich, statt das Team zu unterstützen. Sie kontrollieren nur Statistiken und Zeitwerte. Zusagen, wie längere Pausen für die Arbeit im Frozen Bereich, werden später einfach verleugnet. Wertschätzung existiert hier nicht.
Arbeitsbedingungen
Das ist der kritischste Punkt. Die technischen Arbeitsmittel (Scanner) sind oft defekt, was den ohnehin hohen Zeitdruck verschärft. Massiv mangelhaft ist die Hygiene Für den Tiefkühlbereich (Child) (-4 °C) gibt es keine persönliche Schutzausrüstung. Man ist gezwungen, ungewaschene Gemeinschaftsjacken zu tragen, was absolut respektlos und
gesundheitsgefährdend ist. Da ich keine eigene Jacke gestellt bekam, musste ich monate meine Private jacke nutzen, was sogar noch von den Captains kritisiert wurde.
Kommunikation
Während der Schicht sind Anweisungen zwar vorhanden, aber oft widersprüchlich, jeder Captain erzählt etwas anderes, besonders wenn es um Pausenregelungen oder Vergünstigungen in Kältebereichen geht. Die administrative Kommunikation ist eine Katastrophe! Ich warte seit über 2,5 Monaten auf mein Arbeitszeugnis und meine Arbeitsbescheinigung. Trotz unzähliger Nachrichten und persönlicher Besuche werde ich ignoriert oder vertröstet. Das ist absolut unprofessionell und respektlos gegenüber ehemaligen Mitarbeitern
Gleichberechtigung
Grundsätzlich wird im Betrieb niemand aufgrund seiner Herkunft oder Identität benachteiligt, was positiv hervorzuheben ist. In meinen 11,5 Monaten habe ich hier eine gute Grundhaltung erlebt. Allerdings gibt es deutliche Abzüge bei der Gleichbehandlung im Arbeitsalltag
Disziplinarische Maßnahmen wie Abmahnungen wirken oft willkürlich. Während ich für ein Missverständnis bei der Schichtplanung sofort abgemahnt wurde, blieb ein Kollege bei exakt dem gleichen Vorfall ohne Konsequenzen. Hier wird leider mit zweierlei Maß gemessen, was das Gefühl von Fairness stark beeinträchtigt.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren klar definiert und wiederholend. Es handelt sich um operative Tätigkeiten mit wenig Abwechslung.
