Job als Runner München
Gut am Arbeitgeber finde ich
schneller Start und Einstieg
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
s.o.
Arbeitsatmosphäre
Kommunikation ist verbesserungswürdig. Der Großteil läuft über Slack und ist wenig persönlich. Man muss eine relativ große Verfügbarkeit angeben und wird dann für Schichten in der Woche vorher Donnerstags eingeteilt. Wenn man nicht aufpasst, hat man zum Teil kurze Schichten mit riesigen Pausen zwischendrin, was viel vom Tag kostet aber wenig Geld bringt. Die letzliche Einteilung auf einen Trip ist dann am Vortag, wobei diese z.T. deutlich kürzer sind als eingeplant, was auch wieder Stunden kostet. Es werden ziemlich rigoros Pausenzeiten automatisch abgezogen, auch wenn diese nicht wahrgenommen werden konnten, bspw. werden bei Trips 5-6h automatisch 15min Pause abgezogen auch wenn diese idR während der Lieferung nicht wahrgenommen werden können und es ja auch keine gesetzlich vorgeschriebene Pausenzeit gibt unter 6 Stunden. Man muss sehr genau darauf achten, jede Minute Überstunde zu melden und zu begründen trotz elektronischer Zeiterfassung (bspw Verkehr, auf Kunden warten etc.). Macht man das, ist es aber kein Problem diese dann auch zu bekommen.
Mmn wird hier bewusst darauf gesetzt, dass oft junge Mitarbeitende sich nicht wehren.
Gehalt/Benefits
Als Lieferfahrer Mindestlohn mit wenig Aufstiegsmöglichkeit. Selbst als Schichtleiter verdient man nur 16,9€ brutto, hat durch weniger Trinkgeld vermutlich am Ende aber kaum mehr Verdienst.
Das Trinkgeld hätte ich mir besser vorgestellt, wenn man die schwere Arbeit und für den Kunden kostenfreie Lieferung bedenkt. Ich komme auf etwa 1,40€ Trinkgeld pro Kunde was ca 3€/Stunde im Schnitt ausmacht, obwohl ich mich immer bemühe freundlich zu sein und zu 95% auch pünktlich bin. Etwa die Hälfte der Kunden gibt dabei gar kein Trinkgeld.
Knochenjob, dafür ist aber auch außer einem Führerschein keine Qualifikation nötig.
Arbeitsbedingungen
Hub und Fahrzeuge oft verschmutzt und mit vielen technischen Problemen. Kleine Fahrzeuge sind spartanisch ausgestattet ohne Heizung/Klima, im Sommer sehr heiß und im Winter kalt. Größere Fahrzeuge sind in Ordnung, aber damit in der Innenstadt unterwegs zu sein ist oft extrem nervig. Zum Teil schweres Schleppen von idR 20-40 kg, zum Teil auch bis 100kg über mehrere Stockwerke nach oben oft ohne Lift. Korrektes Heben und Verwendung von Sackkarren sind ein Muss um die eigene Gesundheit zu schützen. Vom Zeitdruck her ist es in der Regel in Ordnung, meist ist es kein Problem die geplanten Lieferzeiten einzuhalten wenn man kein Problem damit hat, "kreativ" zu parken. Dass man beim Fahren permanent getrackt und bewertet wird, ist gewöhnungsbedürftig, allerdings scheint es hier so oder so kaum Konsequenzen in die eine oder andere Richtung zu geben. Kunden sind meist freundlich und es gibt auch meist keine Probleme bei der Zustellung.
Im Hub gibt es Snacks, das ist aber meist nur Toast mit Wurst/Käse, Joghurt, Kaffee, Instant-Nudeln. Oft gehen diese aber auch aus und man geht leer aus, wenn man sich darauf verlässt dort vor/nach der Schicht etwas zu essen.