Warnung: Arbeitgeber mit strukturellen Defiziten
Arbeitsatmosphäre
Zu Beginn herrschte ein positives Klima, der Geschäftsführer trat freundlich und motiviert auf. Nach kurzer Zeit kippte die Stimmung jedoch spürbar: Die anfängliche Offenheit wich einer kühlen, distanzierten Atmosphäre. Nachhaltige Wertschätzung oder ein echtes Vertrauensverhältnis waren nicht vorhanden.
Work-Life-Balance
Faktisch nicht vorhanden. Überstunden werden als selbstverständlich betrachtet und weder anerkannt noch kompensiert. Eine Trennung zwischen Arbeits- und Freizeit existiert nicht – selbst nach Feierabend, am Wochenende oder nachts wurden regelmäßig Nachrichten und Inhalte verschickt. Wertschätzung für die zusätzliche Belastung blieb aus.
Kollegenzusammenhalt
Unter den Mitarbeitenden war das Miteinander durchweg positiv. Man konnte sich aufeinander verlassen, Austausch und Hilfsbereitschaft waren selbstverständlich. Das Team hat die Defizite auf Führungsebene weitgehend aufgefangen.
Vorgesetztenverhalten
Sehr toxisch und herrisch. Anstatt klare Kommunikation und Führung zu bieten, wurden Entscheidungen willkürlich getroffen oder nicht nachvollziehbar erklärt. Mitarbeiter wurden nicht als Teil des Unternehmens gesehen, sondern eher als Belastung behandelt. Respekt, Wertschätzung und professionelles Führungsverhalten waren nicht vorhanden. Zusätzlich fiel der Geschäftsführer wiederholt durch unangemessene Kommentare und Erzählungen auf, die im Arbeitsumfeld nichts verloren haben. Besonders für weibliche Kolleginnen war das belastend, da selbst in Pausen anzügliche Andeutungen gemacht wurden. Ein respektvoller Umgang und professionelle Distanz wurden nicht eingehalten
Kommunikation
Ein zentrales Defizit. Zwar gab es regelmäßige Meetings, diese blieben jedoch oberflächlich und führten selten zu konkreten Ergebnissen. Entscheidungen wurden nicht klar kommuniziert und Themen häufig nicht zu Ende geführt. Ein Beispiel: Gespräche im Büro wurden kurz darauf durch unstrukturierte Sprachnachrichten ersetzt, teilweise mehrere hintereinander, ohne klare Linie. Hinzu kam, dass Nachrichten des Geschäftsführers oft zu unpassenden Zeiten eintrafen, etwa am Wochenende oder mitten in der Nacht, inklusive privater Inhalte wie Instagram-Reels. Besonders kritisch: Trotz der geringen Mitarbeiterzahl herrschten unklare, teils willkürlich wirkende Hierarchien, die eine offene Kommunikation zusätzlich erschwerten.
Interessante Aufgaben
Der Aufbau von Managementsystemen kann an sich spannend sein, in diesem Unternehmen kam das jedoch kaum zum Tragen. Stattdessen wurde viel Wert auf Freizeit-Events gelegt, die mit der eigentlichen Tätigkeit wenig zu tun hatten. Team-Events sind grundsätzlich schön, hier wurden sie jedoch eher als Pflichtveranstaltungen verstanden. Beispiel: ein 24-Stunden-Radfahren am See, bei dem Mitarbeitende am Wochenende organisatorische Aufgaben übernehmen sollten – Fahrräder entgegennehmen, Themen rund um die Veranstaltung betreuen etc. Wer keine Zeit oder schlicht keine Lust hatte, wurde schnell schief angesehen, da es als "Angebot für die Belegschaft" verkauft wurde. Und wenn die ganzen Themen dann nicht einmal vernünftig geleitet oder organisiert waren, kippte die Stimmung komplett. Zusätzlich führte es zu Frust, wenn die Teams, die teilgenommen haben, am Ende nicht gut abschnitten.