Ihr Unternehmen?

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Reckmann 
GmbH
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Große Worte, kleine Taten.

3,2
Nicht empfohlen
Hat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr bei Reckmann GmbH in Hagen gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Natürlich gibt es auch positive Seiten an diesem Unternehmen. Diese reichen aus meiner Sicht jedoch längst nicht mehr aus, um die beschriebenen Entwicklungen aufzuwiegen. Eine ehrliche Bewertung soll nicht den Verantwortlichen den Bauch pinseln, sondern ein realistisches Bild vermitteln. Nur wenn Kritik offen angesprochen und ernst genommen wird, besteht überhaupt die Chance, dass sich etwas verbessert.

Solange diese Punkte nicht ehrlich angegangen werden, wird sich an der Fluktuation wenig ändern. Erfahrene Mitarbeitende verlassen das Unternehmen. Neue müssen eingearbeitet werden. Bestehende Probleme bleiben bestehen und dieselben Ausreden werden immer wieder bemüht. So dreht sich die Spirale langsam aber stetig weiter nach unten. Das Traurige daran ist, dass man sich dort offenbar immer noch ernsthaft fragt, warum eigentlich. Wer seinen Beschäftigten über Jahre erzählt, wie wichtig sie sind, sollte sich irgendwann auch daran messen lassen, wie sie tatsächlich behandelt werden. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit liegen hier inzwischen Welten.

Diese Bewertung soll auch kein pauschaler Verriss sein. Natürlich gibt es positive Seiten und engagierte Kolleginnen und Kollegen. Diese ändern jedoch nichts daran, dass die genannten Probleme aus meiner Sicht die wesentlichen Gründe dafür sind, warum immer mehr Menschen das Unternehmen verlassen. Wer eine ehrliche Bewertung erwartet, sollte auch mit ehrlicher Kritik umgehen können. Nur sich gegenseitig auf die Schulter zu klopfen und sich einzureden, alles laufe gut, wird an der aktuellen Entwicklung nichts ändern. Nur wer bereit ist, sich den unangenehmen Wahrheiten zu stellen, hat überhaupt die Chance, das Ruder noch herumzureißen.

Verbesserungsvorschläge

Große Worte. Kleine Taten.

Die Geschäftsleitung und HR betonen regelmäßig, wie wichtig die Mitarbeitenden seien und wie sozial das Unternehmen handle. Leider passt dieses Bild immer weniger zur Realität. Zwischen den vollmundigen Aussagen und dem tatsächlichen Umgang mit der Belegschaft klafft inzwischen eine beachtliche Lücke.

Den Mitarbeitenden wurde zugesichert, die Gehälter über einen Zeitraum von drei Jahren jährlich zu erhöhen. Dabei wurde zugesichert, dass in jedem dieser drei Jahre dasselbe Budget für Gehaltserhöhungen zur Verfügung stehen werde. Das klang zunächst nach einer langfristigen Investition in die Belegschaft. Übrig geblieben sind am Ende 30 Euro brutto im Monat. Offenbar hält die Geschäftsleitung diesen Betrag für ein ernstzunehmendes Zeichen der Wertschätzung. Für die meisten Beschäftigten dürfte das angesichts steigender Lebenshaltungskosten jedoch kaum mehr als Symbolcharakter haben. Nach den vorherigen Versprechen wirkt diese Erhöhung eher wie eine Ohrfeige als wie Anerkennung.

Dazu kommt ein sogenannter Gesundheitsbonus von 70 Euro brutto, der nur bei vollständiger Anwesenheit gezahlt wird. Wer krank wird, verliert den Bonus. Je nach Arbeitsweg relativiert sich dieser Betrag durch die eingesparten Benzinkosten erstaunlich schnell. Für manche Beschäftigte ist der finanzielle Unterschied zwischen täglich zur Arbeit zu fahren und zwei Wochen krank zu Hause zu bleiben erschreckend gering. Ein Anreizsystem, das Anwesenheit fördern soll, erreicht damit aus meiner Sicht eher das Gegenteil.

Noch bemerkenswerter ist die Kommunikation. Sobald Zusagen nicht eingehalten werden oder kritische Fragen aufkommen, scheint es eine Standardantwort zu geben: "Das kommt aus Italien." Ob es um Gehaltserhöhungen, organisatorische Entscheidungen oder andere Themen geht, früher oder später landet die Verantwortung angeblich immer bei den Eigentümern in Italien. Ob das tatsächlich der Realität entspricht, kann ich nicht beurteilen. Für die Mitarbeitenden entsteht jedoch der Eindruck, dass diese Aussage vor allem dazu dient, Diskussionen möglichst schnell zu beenden. Verantwortung zu übernehmen sieht jedenfalls anders aus. Wer Versprechen macht, sollte auch bereit sein, sie zu vertreten und nicht bei jeder unbequemen Entscheidung auf andere zu verweisen.

Ein weiteres Beispiel ist die Änderung des Gehaltszahlungstermins. Über mehr als zehn Jahre wurde das Gehalt zuverlässig am 26. des Monats oder, wenn dieser auf ein Wochenende fiel, entsprechend früher überwiesen. Plötzlich wurde dieser Termin geändert. Ohne vorherige Information an die Mitarbeitenden. Ohne Rücksicht darauf, dass viele ihre Daueraufträge, Lastschriften oder Kreditraten auf diesen Zahlungseingang abgestimmt haben. Solche Änderungen mögen für die Führung unbedeutend erscheinen. Für Beschäftigte können sie jedoch durchaus finanzielle Auswirkungen haben. Transparente Kommunikation wäre hier das Mindeste gewesen.

Auch die Personalpolitik wirft Fragen auf. Von rund 150 Beschäftigten arbeiten etwa 25 direkt im Vertrieb oder für den Vertrieb. Gleichzeitig wurden dem Vertrieb bereits zahlreiche Aufgaben abgenommen, um die Abteilung zu entlasten. Trotzdem werden weiterhin neue Mitarbeitende eingestellt, während personelle Engpässe regelmäßig als Erklärung für bestehende Probleme oder ausbleibende Ergebnisse dienen. Eine nachhaltige Verbesserung ist bislang nicht erkennbar. Irgendwann stellt sich zwangsläufig die Frage, ob tatsächlich zu wenig Personal vorhanden ist oder ob die Ursachen an anderer Stelle liegen.

Gleichzeitig wird immer wieder betont, wie schwierig es geworden sei, qualifiziertes Personal zu finden. Vielleicht sollte man sich weniger fragen, warum Menschen nicht kommen, sondern häufiger, warum sie gehen. Wertschätzung endet eben nicht bei wohlklingenden Worten. Sie zeigt sich auch auf der Gehaltsabrechnung. Bleiben Gehaltserhöhungen über Jahre hinweg rein symbolisch, überrascht es kaum, wenn qualifizierte Fachkräfte sich für andere Arbeitgeber entscheiden.

Besonders widersprüchlich ist die Außendarstellung. Es wird immer wieder betont, wie sozial das Unternehmen sei und welchen hohen Stellenwert die Mitarbeitenden hätten. Wertschätzung zeigt sich jedoch nicht in Betriebsversammlungen, Präsentationen oder wohlklingenden Aussagen, sondern in fairer Bezahlung, transparenter Kommunikation und verlässlichen Entscheidungen. Genau daran mangelt es aus meiner Sicht zunehmend.

Fazit

Am erstaunlichsten ist eigentlich, dass sich regelmäßig darüber gewundert wird, warum immer mehr Mitarbeitende das Unternehmen verlassen. Die Gründe liegen aus meiner Sicht offen auf dem Tisch. Nicht eingehaltene Versprechen. Symbolische Gehaltserhöhungen. Mangelnde Kommunikation. Fehlende Wertschätzung. Und sobald kritische Fragen gestellt werden, folgt zuverlässig dieselbe Erklärung: "Das kommt aus Italien." Irgendwann verliert auch diese Aussage ihre Glaubwürdigkeit, wenn sie zur Antwort auf nahezu jedes Problem wird.


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